Soziale Arbeit, gesellschaftliche Teilhabe und Kommune
- Fakultät
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo)
- Version
Version 1 vom 18.12.2025.
- Modulkennung
22M1173
- Niveaustufe
Master
- Unterrichtssprache
Deutsch
- ECTS-Leistungspunkte und Benotung
5.0
- Häufigkeit des Angebots des Moduls
nur Sommersemester
- Dauer des Moduls
1 Semester
- Kurzbeschreibung
Dieses Modul soll die Studierenden dazu befähigen, ein kohärentes Modell der Teilhabegestaltung im lokalen Kontext zu erarbeiten. Es werden daher Grundbegriffe und theoretische Konzepte aus der Perspektive mehrerer relevanter Disziplinen vorgestellt und für Soziale Arbeit nutzbar gemacht (v.a. Gesellschaftstheorie, Raumsoziologie, Sozialpsychologie, (Sozial-) Pädagogik), deren eigene Analyse und Theorien hiermit in Abgleich gebracht werden sollen. Ein dabei entstehendes Arbeitsmodell soll gleichermaßen Leitfaden für die kritische Beschäftigung mit den weiteren Modulinhalten des Studiengangs und die eigenen Forschungen sein sowie Orientierung für die schrittweise Entwicklung eines disziplinären und professionsbezogenen Standpunktes zu den Zusammenhängen zwischen Sozialer Arbeit, gesellschaftlichen Entwicklungsdynamiken und der Kommune als Ort der System- und Lebensweltvermittlung sowie von Resonanzverhältnissen bieten.
- Lehr-Lerninhalte
- Raum als Kategorie in der Theorie (inter-) disziplinärer Diskurse; Soziale Arbeit als Pädagogik des Sozialen in der kommunalen Öffentlichkeit
- Kernprobleme: Entkoppelung von System- und Lebensweltintegration sowie Entfremdungs- bzw. Resonanzverhältnisse in der modernen Gesellschaft
- zentrale Kategorien als rahmende Koordinaten eines disziplinären Blicks: Identität, Lebenslage und Lebenswelt, Kommune und Ortsrelationen des Subjektiven sowie Sozialen, Demokratie und Teilhabe, Inklusion und Anerkennung
- Transformationskonflikt einer raumbezogenen Sozialen Arbeit
- Integrativer Theorierahmen raumbezogener Sozialer Arbeit; Handlungsoptionen und praxisbezogene Implikationen, bezogen auf das Beispiel der Kommunalen Sozialpädagogik als soziale Bildung in der Lebenswelt
- Erarbeitung eines Arbeitsmodells zur Systematisierung des Zusammenhangs von Sozialer Arbeit, gesellschaftlicher Teilhabe und Kommune
- Gesamtarbeitsaufwand
Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").
- Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 45 Seminar Präsenz - Dozentenungebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 40 Veranstaltungsvor- und -nachbereitung - 35 Literaturstudium - 30 Erstellung von Prüfungsleistungen -
- Weitere Erläuterungen
Seminargespräche, Präsentationen, Übungen, Recherchen, Einzel- und Gruppenarbeiten, Selbststudium
Der Workload für das Modul Soziale Arbeit, gesellschaftliche Teilhabe und Kommune umfasst 150 Std. Davon entfallen 30 Std. auf die Erbringung der genannten Prüfung.
- Benotete Prüfungsleistung
- Hausarbeit oder
- Klausur oder
- Referat (mit schriftlicher Ausarbeitung)
- Prüfungsdauer und Prüfungsumfang
Hausarbeit: im Umfang von ca. 15 - 20 Seiten (netto Text),
Referat: im Umfang von in der Regel 20 - 30 Min. Präsentation plus Schriftversion im Umfang von ca. 4 - 5 Seiten pro studierende Person
Klausur: Die Klausurdauer kann der jeweils gültigen Studienordnung entnommen werden.
Die Anforderungen werden in der jeweiligen konkreten Veranstaltung präzisiert.
- Empfohlene Vorkenntnisse
Professionalität und Organisation Sozialer Arbeit; Adressat:innenperspektive und -orientierung in der Sozialen Arbeit
- Wissensverbreiterung
Die Studierenden erlangen erweiterte Kenntnisse in Bezug auf die Zusammenhänge von Raum-, Gesellschafts- und Sozialarbeitstheorie und können diese auf ein eigenständig entworfenes Arbeitsmodell kommunaler Teilhabe durch Soziale Arbeit hin anwenden. Sie lernen das Beispiel der kommunalen Sozialpädagogik als soziale Bildung in der Lebenswelt kommunaler Öffentlichkeit kennen.
- Wissensvertiefung
Studierende vertiefen ihr Grundlagenwissen hinsichtlich der Teilthemen Soziale Arbeit, Gesellschaft und Kommune und können sie theoriegeleitet integrieren, ferner wissenschaftlich und praxisbezogen mehrperspektivisch einordnen und hinsichtlich der Gestaltungsfrage lokaler Teilhabe bewerten.
- Wissensverständnis
Studierende können unterschiedliche Theorien zu Sozialer Arbeit im gesellschaftlichen und kommunalen Kontext unterscheiden und einordnen. Aus der kritischen Reflexion, dem Austausch in der Studiengruppe und der Verschriftlichung eigener Positionen erwerben sie Kompetenzen, theoretische Bezüge und Zielstellungen klar zu benennen, zu begründen und für praxisbezogene Gestaltungsaufgaben nutzbar zu machen. Ferner sind sie in der Lage, eigene empirische Erkenntnissinteressen abzuleiten und zu operationalisieren (z.B. als Basis der Weiterarbeit im Modul Journal Club).
- Nutzung und Transfer
Die Teilnehmenden können durch die Auseinandersetzung mit übergreifenden Theoriebezügen differenzierte Konsequenzen für Konzepte der Sozialen Arbeit ableiten. Der vertiefte Wissenserwerb wird ferner durch die Recherche und Bewertung von Praxismodellen gefördert sowie durch die Spezialisierung auf ausgewählte Theorien in Form von prüfungsvorbereitenden Arbeits- und Studienaufgaben unterstützt.
- Wissenschaftliche Innovation
Die Studierenden lernen, die in den vorhergehenden Semestern zunächst eher separat gelehrten Fachrichtungen und -inhalte anhand konkreter raumbezogener Problemstellungen in Verbindung zu bringen. Dabei entsteht eine neue, integrative Qualität von Fachwissen, die durch Vergleiche, Differenzierungen und Perspektivenwechsel zustande kommt. Die Kommune wird als sozialer Nahraum im Ergebnis sowohl als empirischer Rahmen der Lebensführung, Teilhabe und sozialen Entfaltung von Menschen, als auch als theoretische Kategorien der Sozialen Arbeit gesehen, die Anschlüsse an Gesellschaftstheorie und das Verständnis von sozialer Bildung in der Lebenswelt eröffnet.
- Kommunikation und Kooperation
Studierende diskutieren in Arbeitsgruppen, können Argumente ausführen, relativieren und anhand von Gegenargumenten entweder untermauern oder modifizieren. Sie können Arbeitsergebnisse nachvollziehbar präsentieren und sich einem kritischen Diskurs stellen. Die Teilnehmenden können die Teilaspekte dieses Moduls in das gesamte Themenspektrum des Studiengangs einordnen und sie als Rahmung der fortschreitend vertiefenden Betrachtungen sowie Spezialisierungen im Studium verstehen. Ferner können sie die Thematik des Moduls auch in Wechselwirkungen mit angrenzenden disziplinären und praxisbezogenen Kontexten stellen (z. B. Reallabor Soziale Arbeit I und II).
- Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität
Studierende erkennen die Bedeutung gesellschafts-, raum- und sozialarbeitstheoretischen Wissens als Baustein von Professionalität in der Sozialen Arbeit. Sie erkennen zudem, dass sozialpädagogisches Handeln in der Kommune (in seinen Zielgruppen-, Themen- und Problembezügen) grundsätzlich immer raumbezogen erfolgt und wann dieser generelle Bezug auch explizit in Konzepten und Methoden der Sozialen Arbeit hervorzuheben ist, damit die anvisierten Ziele erreicht werden. Die Studierenden ergänzen ihr Bild von Professionalität um raum- und gesellschaftstheoretische Kenntnisse und vertiefen eine raumsensible Fachlichkeit der Sozialen Arbeit als Basis der Gestaltung gesellschaftlicher Teilhabe.
- Literatur
Baum, D. (2018): Lehrbuch Stadt und Soziale Arbeit. Stadtsoziologische Grundlagen Sozialer Arbeit. Weinheim und Basel
Habermas, J. (2022). Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und die deliberative Politik. Frankfurt/M.: Suhrkamp
Maykus, S. (2017): Kommunale Sozialpädagogik. Theorie einer Pädagogik des Sozialen in der Stadtgesellschaft. Weinheim und Basel: Beltz Juventa Verlag
Maykus, S. (2018): Praxis kommunaler Sozialpädagogik. Das Gemeinwesen der Stadt als pädagogischer Handlungszusammenhang. Weinheim und Basel: Beltz Juventa Verlag
Reckwitz, A./Rosa, H. (2021). Spätmoderne in der Krise. Frankfurt/M.
Rosa, H. (2018): Resonanz. 3. Aufl. Frankfurt/M.
Siebel, W. (2015): Kultur der Stadt. Frankfurt/M.
Richter, H. (2019): Sozialpädagogik – Pädagogik des Sozialen. Grundlegungen, Institutionen und Perspektiven der Jugendbildung. 2. Auflage. Wiesbaden: Springer VS-Verlag
Richter, H. (2022): Sozialpädagogik in Geschichte und Gegenwart. Demokratiebildung aus historischer und systematischer Perspektive. Baden-Baden: Nomos
Wendt, P. (2024): Soziale Arbeit im Gemeinwesen. Weinheim und Basel: Beltz Juventa Verlag
- Verwendbarkeit nach Studiengängen
- Soziale Arbeit: Teilhabe zukunftsorientiert gestalten
- Soziale Arbeit: Teilhabe zukunftsorientiert gestalten M.A. (01.09.2026)
- Modulpromotor*in
- Ley, Thomas
- Lehrende
- Ley, Thomas