Transformative Kompetenzen (I): Diversität und Intersektionalität
- Fakultät
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo)
- Version
Version 1 vom 13.11.2025.
- Modulkennung
22M1172
- Niveaustufe
Master
- Unterrichtssprache
Deutsch
- ECTS-Leistungspunkte und Benotung
5.0
- Häufigkeit des Angebots des Moduls
nur Wintersemester
- Dauer des Moduls
1 Semester
- Kurzbeschreibung
Dieses Modul vermittelt den Studierenden ein tiefes Verständnis der komplexen Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Differenzlinien. Es fördert die Sensibilität für vielfältige Identitäten und Lebensrealitäten, indem es die Bedeutung von Intersektionalität betont und zur kritischen Reflexion eigener und gesellschaftlicher Verstrickungen und Zuschreibungen und den daraus-entstehende (Dis-)Privilegien anregt. Normverständnisse der Gesellschaft sollen unter Rückgriff auf die Betrachtung verschiedener Ismen kritisch reflektiert und dekonstruiert werden, um einen umfassenderen und inklusiven Blick auf die Welt und die Menschen in ihr zu bekommen. Diversitätsdiskurse – wie sie heutzutage oft geführt werden – ergeben erst Sinn, wenn rassismus- und diskriminierungskritische Diskurse durchdrungen wurden. Dies ist vor allem für die soziale Arbeit von essentieller Bedeutung, da sie mit unterschiedlichen Klient*innen arbeitet und dabei gesellschaftliche Machtstrukturen reproduzieren oder aber durchbrechen kann. Das Modul schult die Studierenden darin, soziale Ungleichheiten zu erkennen, zu analysieren und in ihrer beruflichen Praxis konstruktiv zu bearbeiten. Gleichzeitig dient dies als Fundament, um Diversität als Haltung der sozialen Arbeit zu etablieren und auszuarbeiten. Das tiefgreifende Verständnis der Diskriminierungsstrukturen der Gesellschaft sowie die Auseinandersetzung mit Diversität führen damit automatisch zu Zugängen des Empowerments marginalisierter Gruppen, die eine bedeutende Rolle in der sozialen Arbeit spielen. In diesem Rahmen werden entsprechende gesetzliche Grundlagen thematisiert, um Klient*innen zu ihrem Recht auf Chancengerechtigkeit und gerechte bzw. Gleichbehandlung zu verhelfen und sie damit zu stärken.
- Lehr-Lerninhalte
1. Untersuchung verschiedener theoretischer Ansätze zur Erklärung von Diversität und Intersektionalität 2. Diskussion über kritische Theorien, feministische Ansätze, postkoloniale Perspektiven usw. 3. Differenzlinien und ihre Wechselwirkungen: Geschlecht, ‚Ethnizität‘, Hautfarbe, soziale Herkunft, Alter, sexuelle Orientierung, Behinderung usw. 4. Intersektionale Ansätze und Theorien. 5. Soziale Ungleichheit und Machtstrukturen: Mechanismen der Diskriminierung und Ausgrenzung, Macht- und Dominanzverhältnisse in der Gesellschaft. 6. Hegemonien und Wissens(re)produktion. 7. Rassismuskritische Professionalität und Selbstreflexivität: Reflexion und Analyse eigener Position und beruflicher Praxis 8. Entwicklung von Handlungsstrategien zur Förderung von Gerechtigkeit und Inklusion. 9. Ethische und rechtliche Rahmenbedingungen: Antidiskriminierungsgesetze und Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, ethische Prinzipien der Sozialen Arbeit
- Gesamtarbeitsaufwand
Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").
- Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 45 Vorlesung Präsenz - Dozentenungebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 105 Veranstaltungsvor- und -nachbereitung -
- Benotete Prüfungsleistung
- Portfolio-Prüfungsleistung
- Bemerkung zur Prüfungsart
Die Portfolioprüfung umfasst insgesamt 100 Punkte und setzt sich aus einem Lerntagebuch (LTB) und einem Referat (R) zusammen. Das LTB wird mit 40 Punkten und das R wird mit 60 Punkten gewichtet.
- Prüfungsdauer und Prüfungsumfang
Lerntagebuch: ca. 7-8 Seiten
Referat: ca. 15 Minuten mit einer schriftlichen Ausarbeitung von 2-3 Seiten
Die Anforderungen werden in der jeweiligen Veranstaltung konkretisiert.
- Empfohlene Vorkenntnisse
Keine
- Wissensverbreiterung
Studierende können die theoretischen Grundlagen und Konzepte von Diversität und Intersektionalität einordnen und erklären. Sie erweitern ihr Wissen um gesellschaftliche Machtstrukturen und ihre Wirkung auf einer individuellen und strukturellen Ebene und können diese exemplifizieren. Des Weiteren können sie die gesetzlichen Grundlagen, um ihren Klient*innen rechtliche Möglichkeiten anbieten zu können, verdeutlichen.
- Wissensvertiefung
Die Studierenden können ethisches verantwortliches Handeln demonstrieren und können die Komplexität individueller Lebensrealitäten abschätzen. Gleichzeitig können sie die Rolle der sozialen Arbeit in der Reproduktion und Erhaltung dieser problematischen Machtstrukturen erklären und Möglichkeiten diskutieren und integrieren, wie soziale Arbeit diese Mechanismen durchbrechen kann.
- Wissensverständnis
Sie entwickeln ein Verständnis zur Bedeutung verschiedener Differenzlinien und deren Wechselwirkungen. Sie können intersektionale Analysemethoden gegenüberstellen, um soziale Ungleichheiten zu identifizieren und zu analysieren.
- Nutzung und Transfer
Die Studierenden können ihre eigene Position und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen kritisch reflektieren und in Beziehung setzen. Sie sind dazu befähigt, in ihrer beruflichen Praxis adäquate Strategien zur Förderung von Gerechtigkeit und Inklusion zu entwickeln und umzusetzen. Durch die vertiefte Behandlung von Ismen und ihrer Wirkungsmacht verstehen die Studierenden die Relevanz von Empowerment Konzepten und erarbeiten Möglichkeiten, um marginalisierten Menschen Gehör zu verschaffen.
- Wissenschaftliche Innovation
Die Studierenden leiten aus den theoretischen Auseinandersetzungen mit Differenzlinien und Machtstrukturen diverse Handlungsoptionen ab, die sie im Berufsleben dazu befähigen, solche Strukturen zu erkennen und zu durchbrechen. Sie entwickeln dabei nicht nur eine klare Haltung den Klient*innen gegenüber, sondern auch konkrete Handlungen, um auf diskrimierende Strukturen zu reagieren und empowernde Prozesse anzustoßen. Auf dieser Ebene können neue rassismuskritische und diversitätssensible (Handlungs-) Konzepte herausgearbeitet werden.
- Kommunikation und Kooperation
Aus einer involvierten Selbstreflexion lernen die Studierenden für ihre Klient*innen einzutreten und für sie zu argumentieren. Gleichzeitig werden sie dazu befähigt, in der Kommunikation ihre Klient*innen auf Augenhöhe mit einzubinden, um so mehr individuelle Perspektiven und Lebensrealitäten anzuerkennen und sichtbar zu machen. Um ein funktionierendes, diversitätssensibles Unterstützungssystem zu etablieren, sind die Studierenden auf verschiedene Organisationen sensibilisiert, mit denen in unterschiedlichen Settings kooperiert werden kann. Hier lernen die Studierenden, als vermittelnde Professionelle tätig zu werden.
- Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität
Die Studierenden lernen aus den theoretischen Grundlagen eine eigene Haltung mit entsprechendem professionellen Handeln zu antizipieren. Sie können auf dieser Grundlage Situationen einschätzen und adäquate Handlungsstränge und -möglichkeiten ableiten. Des Weiteren lernen die Studierenden, diskrimierende Handlungen oder Situationen zu kontextualisieren und damit in Frage zu stellen.
- Literatur
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Melter, Claus & Paul Mecheril (2021): Rassismuskritik: Band 1: Rassismustheorie und-forschung. Wochenschau Verlag
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Ogette, Tupoka (2020): exit RACISM. Unrast Verlag
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Velho, Astride (2016): Alltagsrassismus erfahren: prozesse der subjektbildung-potenziale der transformation
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Zick, Andreas & Küpper, Beate (2020): Die geforderte Mitte. Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland, 21(1)
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- Verwendbarkeit nach Studiengängen
- Soziale Arbeit: Teilhabe zukunftsorientiert gestalten
- Soziale Arbeit: Teilhabe zukunftsorientiert gestalten M.A. (01.09.2026)
- Modulpromotor*in
- Joseph-Magwood, Abigail
- Lehrende
- Joseph-Magwood, Abigail