Reallabor Soziale Arbeit (I)
- Fakultät
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo)
- Version
Version 1 vom 13.11.2025.
- Modulkennung
22M1171
- Niveaustufe
Master
- Unterrichtssprache
Deutsch
- ECTS-Leistungspunkte und Benotung
10.0
- Häufigkeit des Angebots des Moduls
nur Wintersemester
- Dauer des Moduls
1 Semester
- Kurzbeschreibung
Das Reallabor Soziale Arbeit I & II ist über zwei Semester angelegt und im Studienbereich des projektorientierten Lernens angesiedelt.
In einem Reallabor kommen verschiedene Akteure aus Wissenschaft, Berufspraxis und Zivilgesellschaft zusammen. Hier können die Beteiligten voneinander lernen und gemeinsam an zukunftsfähigen Lösungen arbeiten. Die Umsetzung dieser neuartigen Kooperation findet in einem experimentellen Rahmen, bei sogenannten Realexperimenten, statt. Innovative Ideen, Transformationsansätze und neue gesellschaftlichen Praktiken werden hier ganz konkret und praxisnah entwickelt und ausprobiert. Reallabore werden daher auch als transdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen bezeichnet. Der Begriff des Labors wird hier über seine klassische Bedeutung hinaus auf einen sozialen Kontext erweitert und bewusst „in die Gesellschaft verlagert“.
Im Sinne des transformativen Lernens werden daher reale Herausforderungen (Challenges) von Praxispartner*innen im Reallabor aufgegriffen; die Studierenden stellen sich in kleinen Projektteams (3-5 Personen) einer dieser (nutzer*innenzentrierten) Herausforderungen. Im Rahmen eines ca. achtmonatigen strukturierten Forschungs- und Entwicklungsprozesses werden Sie die idealtypischen Phasen der Innovationsentwicklung (in Anlehnung an das Service Design Thinking) durchlaufen: (1) Bedarfe verstehen, (2) Erkenntnisse extrahieren, (3) Ideen generieren, (4) Ideen auswählen, (5) Prototypen erstellen, (6) Prototypen testen.
Das Reallabor schließt mit einer Abschlusspräsentation (Pitch), bei dem die Studierenden den Zielgruppen und Fachkräften, die die Herausforderungen eingebracht haben, ihre finalen Prototypen vorstellen.
- Lehr-Lerninhalte
Dabei werden die Studierenden im ersten Semester vor allem im Problemraum (Was ist der Fall?) der jeweiligen Herausforderungen verweilen und methodisch angeleitet:
- Definition und Schärfen der Challenges
- Erkunden des Problemraums
- empathische Bedarfsanalyse, Vorbereitung von Bedarfsinterviews
- Analyse der Bedarfe und Bedürfnisse
- Extrahieren von Erkenntnissen für die Lösungs- und Umsetzungsphase
- Definition eines Standpunktes (Point of View) für die zweite Phase (mit Blick auf wissenschaftliche, alltagsnahe und berufspraktische Perspektiven)
- Gesamtarbeitsaufwand
Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 300 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").
- Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 45 Vorlesung Präsenz - Dozentenungebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 105 Arbeit in Kleingruppen - 50 Literaturstudium - 50 Peer-Feedback - 50 Veranstaltungsvor- und -nachbereitung -
- Unbenotete Prüfungsleistung
- Praxisbericht (schriftlich) oder
- Präsentation oder
- Lerntagebuch
- Bemerkung zur Prüfungsart
Es wird eine der drei Prüfungsformen in den ersten Wochen des Semesters ausgewählt und bekannt gegeben.
Es wird einen Prüfer in allen Prüfungsformen geben.
- Prüfungsdauer und Prüfungsumfang
Praxisbericht, schriftlich: ca. 10-15 Seiten
Präsentation: ca. 20 Minuten
Lerntagebuch: ca. 15 Seiten
Die Anforderungen werden in der jeweiligen Veranstaltung konkretisiert.
- Empfohlene Vorkenntnisse
Keine
- Wissensverbreiterung
- Studierende lernen gesellschaftliche und individuelle Problemlagen und Bedürfnisse zu identifizieren
- Studierende erlernen Innovationsmethoden (etwa des Design Thinking)
- Wissensvertiefung
- Studierende aktualisieren ihre Kenntnisse von Forschungsmethoden und -kenntnissen auf dem Hintergrund spezifischer Fragestellungen.
- Wissensverständnis
- Studierende können Problemlagen und Bedürfnisse in sozialwissenschaftliche Begriffe übersetzen und analysieren.
- Nutzung und Transfer
- Studierende können Praxisanforderungen in Forschungsfragen übersetzen.
- Studierende können den Wert wissenschaftlicher Zugänge begründen.
- Studierende können praxisrelevante Ideen entwickeln und testen.
- Wissenschaftliche Innovation
- Studierenden können Forschungsfragen entwickeln und schärfen.
- Studierende Forschungsfragen mit Praxisanforderungen verbinden.
- Kommunikation und Kooperation
- Studierende lernen mit Praxispartnern, Adressat*innen und zivilgesellschaftlichen Akteuren gemeinsame Probleme zu identifizieren und auszuhandeln.
- Studierende können Projektergebnisse zielgruppenadäquat präsentieren.
- Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität
- Studierende können Theorie-Praxis Verhältnisse relationieren.
- Studierenden können die Herausforderungen transformativer Prozesse antizipieren und situativ aufgreifen.
- Literatur
- Bergmann, Matthias; Schäpke, Niko; Marg, Oskar; Stelzer, Franziska; Lang, Daniel J.; Bossert, Michael et al. (2021): Transdisciplinary sustainability research in real-world labs: success factors and methods for change. In: Sustain Sci 16 (2), S. 541–564. DOI: 10.1007/s11625-020-00886-8.
- Defila, Rico; Di Giulio, Antonietta (2018): Transdisziplinär und transformativ forschen. Unter Mitarbeit von Jürgen Mittelstraß. Wiesbaden, Heidelberg: Springer VS (Research).
- Defila, Rico; Di Giulio, Antonietta (2019): Transdisziplinär und transformativ forschen. Wiesbaden, Heidelberg: Springer VS (Research).
- Schmohl, Tobias; Philipp, Thorsten (2021): Handbuch transdisziplinäre Didaktik. Unter Mitarbeit von Johanna Schabert. Bielefeld: transcript (Hochschulbildung, Band 1).
- Verwendbarkeit nach Studiengängen
- Soziale Arbeit: Teilhabe zukunftsorientiert gestalten
- Soziale Arbeit: Teilhabe zukunftsorientiert gestalten M.A. (01.09.2026)
- Modulpromotor*in
- Ley, Thomas
- Lehrende
- Ley, Thomas