Professionalität und Organisation Sozialer Arbeit

Fakultät

Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo)

Version

Version 1 vom 13.11.2025.

Modulkennung

22M1169

Niveaustufe

Master

Unterrichtssprache

Deutsch

ECTS-Leistungspunkte und Benotung

5.0

Häufigkeit des Angebots des Moduls

nur Wintersemester

Dauer des Moduls

1 Semester

 

 

Kurzbeschreibung

In diesem Modul geht es um die Entwicklung eines für das Studium theoretisch fundierten Rahmens, der es erlaubt, Teilhabechancen kritisch aus professions- und organisationstheoretischer Perspektive zu analysieren und Möglichkeiten zur Erweiterung von Teilhabe zu entwickeln. Hierzu erfolgen zunächst gesellschaftstheoretische Bestimmungen Sozialer Arbeit, durch die sie als sozialpolitische Interventionsform u.a. im Verhältnis zu Demokratie und Marktwirtschaft verortet wird. Darüber hinaus werden Besonderheiten Sozialer Arbeit als Profession und Organisation herausgearbeitet und Bedingungen professioneller Sozialer Arbeit in Organisationen bestimmbar. Vor dem Hintergrund eines struktur- und handlungsanalytisch fundierten Verständnisses Sozialer Arbeit wird die Rolle Sozialer Arbeit bei der Ermöglichung und Behinderung von Teilhabe kritisch analysierbar und die Entwicklung eines lernorientierten fachlichen Selbstverständnisses angestoßen. Entlang aktueller gesellschaftlicher Themen wie z.B. Armut oder Digitalisierung werden Möglichkeiten Sozialer Arbeit zur teilhabeorientierten Umgestaltung von Organisationen sowie zur Veränderung gesellschaftlicher Bedingungen gemeinsam erarbeitet.

Lehr-Lerninhalte

  • Theoretische Bestimmungen von Teilhabe (Verständnisse, Voraussetzungen, Dimensionen)
  • Sozialpolitische Rahmung und gesellschaftliche (Funktions-)Bestimmungen Sozialer Arbeit
  • Professionstheoretische Grundfragen und fachliche Leitkonzepte Sozialer Arbeit
  • Professions- und organisationstheoretische Verortungen des Verhältnisses von Organisation und Profession in der Sozialen Arbeit
  • Ansätze zur Organisationsgestaltung sozialer Dienste
  • Spezifizierungen des Verhältnisses von Profession, Organisation und Gesellschaft entlang aktueller Fragen zur Teilhabe (z.B. Armut, Digitalisierung, Inklusion) 

Gesamtarbeitsaufwand

Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").

Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
45VorlesungPräsenz-
Dozentenungebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
40Veranstaltungsvor- und -nachbereitung-
35Literaturstudium-
30Erstellung von Prüfungsleistungen-
Weitere Erläuterungen

Seminargespräche, Vorträge, Präsentationen, Gruppenarbeit und Übungen.

Benotete Prüfungsleistung
  • Referat (mit schriftlicher Ausarbeitung) oder
  • Portfolio-Prüfungsleistung oder
  • Hausarbeit
Bemerkung zur Prüfungsart

Es wird eine der drei Prüfungsformen in den ersten Wochen des Semesters ausgewählt und bekannt gegeben.

Die Portfolioprüfung umfasst insgesamt 100 Punkte und setzt sich aus einer einstündigen Klausur (K1) und einem Referat (R) zusammen. Die K1 wird mit 70 Punkten und das Referat wird mit 30 Punkten gewichtet.

Es wird einen Prüfer in allen Prüfungsformen geben.

Prüfungsdauer und Prüfungsumfang

  • Referat: 20 Minuten; dazugehörige Ausarbeitung: 5 Seiten
  • Portfolio-Prüfung:
    • Klausur: 1 Stunde, siehe jeweils gültige Studienordnung
    • Referat: ca. 15 Minuten mit einer schriftlichen Ausarbeitung von ca. 3 Seiten
  • Hausarbeit: ca. 15 Seiten
  • Die Anforderungen werden in der jeweiligen Veranstaltung konkretisiert.

Empfohlene Vorkenntnisse

keine

Wissensverbreiterung

Die Studierenden erweitern ihr Wissen über theoretische Zugänge zum Teilhabebegriff und dessen Dimensionen, über gesellschaftliche und sozialpolitische Rahmenbedingungen, damit einhergehender z.T. widersprüchlicher Anforderungen an Soziale Arbeit sowie über Soziale Arbeit als Profession und Organisation. 

Wissensvertiefung

Die Studierenden entwickeln ein differenziertes Verständnis der Spannungsfelder zwischen professionellen, organisationalen und gesellschaftlichen Anforderungen. Sie können Anforderungen an professionelles Handeln mit Ansätzen der Organisationsgestaltung in Zusammenhang bringen und mit Blick auf die Erweiterung von Teilhabemöglichkeiten der Adressat:innen kritisch reflektieren. 

Wissensverständnis

Die Studierenden können die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Ermöglichung und Behinderung von Teilhabe kritisch reflektieren, Ambivalenzen professionellen Handelns in organisationalen Kontexten theoriegeleitet erschließen und Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen Entwicklungen und organisationalen Veränderungsbedarfen theoretisch begründet herstellen. 

Nutzung und Transfer

Die Studierenden können konkrete Praxiskontexte mit Blick auf Teilhabebedingungen kritisch reflektieren und Handlungsstrategien zur Erweiterung von Teilhabechancen im Kontext organisationaler Bedingungen wissenschaftlich fundiert ableiten. Konzepte zur Organisationsentwicklung können mit Blick auf die Ermöglichung von Teilhabe und Professionalität evaluiert und in Ansätzen selbst erarbeitet werden. 

Kommunikation und Kooperation

Die Studierenden können komplexe professionstheoretische und organisationale Sachverhalte fachlich fundiert diskutieren und Konzepte zur Erweiterung von Teilhabe im multiprofessionellen Dialog entwickeln und vertreten. Zumindest in Ansätzen erlangen sie die Fähigkeit, Entwicklungsprozesse in Organisationen kommunikativ und kooperativ zu begleiten. 

Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität

Es werden die Bedingungen für die Entwicklung eines lernorientierten professionellen Selbstverständnisses gelegt bzw. ein schon vorhandenes reflexiv weiterentwickeln. Dabei können sie das eigene professionelle Handeln im Spannungsfeld von Organisation und Profession theoriegeleitet reflektieren und ethische Implikationen organisationaler Veränderungsprozesse für die Teilhabe von Adressat:innen bewerten. 

Literatur

  • Bommes/Scherr (2012): Soziologie der Sozialen Arbeit: Basel/Weinheim: Beltz Juventa. 
  • Busse, S./Ehlert, G./Becker-Lenz, R./Müller-Hermann, S. (Hrsg.) (2016): Professionalität und Organisation. Wiesbaden: Springer VS.
  • Hasenfeld, Y (2010): Human Services as Complex Organizations. Los Angeles: Sage. 
  • Klatetzki, T. (Hg.) (2010): Soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisationen. Wiesbaden: VS-Verlag.
  • Klatetzki, T./Tacke, V. (HRsg.) (2005): Organisation und Profession. Wiesbaden: VS-Verlag. 
  • Kühl, S. (2020): Organisationen. Wiesbaden: Springer VS.
  • May, M./Schäfer, A. (2021): Theorien für die Soziale Arbeit. Baden Baden: Nomos
  • Merchel, J. (2015): Management in Organisationen der Sozialen Arbeit. Einführung. Weinheim und Basel: Beltz Juventa.
  • Pothmann, J./Schmidt, H. (2022): Soziale Arbeit – die Organisationen und Institutionen. Opladen & Toronto: Barbara Budrich.
  • Weber, S.M./Göhlich, M./Schröer, A./Fahrenwald, C./Macha, H. (Hrsg.) (2013): Organisation und Partizipation. Wiesbaden: Springer VS.  

Verwendbarkeit nach Studiengängen

  • Soziale Arbeit: Teilhabe zukunftsorientiert gestalten
    • Soziale Arbeit: Teilhabe zukunftsorientiert gestalten M.A. (01.09.2026)

    Modulpromotor*in
    • Mohr, Simon
    Lehrende
    • Mohr, Simon