Innovative Kunststoffverarbeitung für Leichtbauanwendungen
- Fakultät
Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik (IuI)
- Version
Version 1 vom 14.02.2026.
- Modulkennung
11M2220
- Niveaustufe
Master
- Unterrichtssprache
Deutsch
- ECTS-Leistungspunkte und Benotung
5.0
- Häufigkeit des Angebots des Moduls
nur Wintersemester
- Dauer des Moduls
1 Semester
- Kurzbeschreibung
Das Thema Leichtbau spielt insbesondere bei der Luft- und Raumfahrt, in Maschinenbau, Fahrzeugtechnik und Mobilität sowie in den Bereichen Sport und Freizeit eine entscheidende Rolle. Dabei besteht das Ziel darin, durch eine geeignete Kombination von Leichtbau-Strategien, Leichtbau-Bauweisen und Leichtbau-Werkstoffen möglichst hohe gewichtsspezifische Bauteileigenschaften zu erreichen. Aufgrund seiner geringen Dichte ist der Werkstoff Kunststoff ideal, um Leichtbauziele zu erreichen.
In diesem Modul wird daher zunächst ein Überblick zum Thema Leichtbau gegeben. Im Bereich der Materialien werden dann die Leichtbauwerkstoffe auf Basis von Kunststoffen vertieft. Ein Fokus wird hier auf den endlosfaserverstärkten Kunststoffen liegen. Dazu werden sowohl die Faser- und Matrixmaterialien näher beleuchtet. Insbesondere wird zwischen den Duromeren und Thermoplasten unterschieden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Vertiefung der verarbeitungstechnischen Grundlagen thermoplastischer Werkstoffe. Aufbauend auf den Grundlagenvorlesungen im Bachelorstudiengang werden kunststoffspezifische Verarbeitungstechniken und Ursachen-Wirkungszusammenhänge in diesem Modul weiter vertieft und es wird auf die wesentlichen Sonderverfahren der Kunststoffverarbeitung im Sinne des Fertigungsleichtbaus eingegangen. Ferner werden die Bereiche "Digitalisierung in der Kunststoffverarbeitung" und innovativer Formenbau (Werkzeugtechnik) behandelt.
In der Vorlesung werden die Grundlagen des Leichtbaus, des Werkstoffs Kunststoff (inkl. Verstärkungsmaterialien) und die relevanten Kunststoffverarbeitungsverfahren sowie Digitalisierung in der Kunststoffverarbeitung und innovative Werkzeugtechnik vermittelt. Im Laborpraktikum lernen die Studierenden dann ausgewählte Verarbeitungsverfahren kennen, indem sie mit diesen Verfahren Bauteile mit einfachen Geometrien praktisch herstellen.
- Lehr-Lerninhalte
Vorlesung:
- Vermittlung der Grundbegriffe und -zusammenhänge des Leichtbaus (Leichtbaustrategien, Leichtbauweisen, Leichtbauprinzipien)
- Überblick der Faser-Materialien zur Herstellung faserverstärkter Kunststoffe (Stoffleichtbau) – Glas-, Kohle, Kunststoff-, Naturfasern
- Überblick der Matrix-Materialien zur Herstellung faserverstärkter Kunststoffe (Stoffleichtbau) – Duromere, Thermoplaste
- Überblick innovativer Verarbeitungsverfahren zur Herstellung von Faserhalbzeugen und Prepreg-Materialien
- Überblick innovativer Kunststoffverarbeitungsverfahren mit Blick auf Fertigungsleichtbau zur Bauteilherstellung (WIT, GIT, PIT, TSG, Hinterspritzen von Organoblechen, Schmelzkerntechnik (alle Thermoplaste) / wesentliche Prozesse zur Herstellung faserverstärkter Kunststoffe (Duromere))
- Vermittlung einer Vorgehensweise zur anwendungsgerechten Auswahl geeigneter Materialien und Fertigungsverfahren
Labor-Praktikum
- Praktisches Kennenlernen verschiedener Verfahren zur Herstellung von (faserverstärkten) Kunststoffbauteilen für Leichtbauanwendungen
- Erlernen der Auswirkung wesentlicher Prozessparameter auf die Bauteileigenschaften
- Labor für Kunststoffverarbeitung: Herstellung einfacher THERMOPLAST-Bauteilgeometrien mittels Gasinjektionstechnik (GIT), Thermoplastschaumspritzgießen (TSG) und Hinterspritzen umgeformter Organobleche
- Labor für Faserverbundkunststoffe: Herstellung einfacher DUROPLAST-Bauteilgeometrien mittels Light-Resin Transfer Molding (RTM) und Prepreg-Technologie
- Gesamtarbeitsaufwand
Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").
- Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 30 Vorlesung Präsenz oder Online - 15 Labor-Aktivität Präsenz - Dozentenungebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 30 Veranstaltungsvor- und -nachbereitung - 40 Erstellung von Prüfungsleistungen - 35 Prüfungsvorbereitung -
- Benotete Prüfungsleistung
- Klausur oder
- mündliche Prüfung
- Unbenotete Prüfungsleistung
- experimentelle Arbeit
- Bemerkung zur Prüfungsart
Die Wahl der Prüfungsart aus den vorgegebenen Optionen obliegt den jeweils Prüfenden.
Die Wahl der Prüfungsart wird den Studierenden zu Semesterbeginn mitgeteilt.
- Prüfungsdauer und Prüfungsumfang
Benotete Prüfungsleistung:
- Klausur: siehe jeweils gültige Studienordnung
- Mündliche Prüfung: siehe jeweils gültigen Allgemeinen Teil der PrüfungsordnungUnbenotete Prüfungsleistung:
- Experimentelle Arbeit: ca. 5-10 Versuche inkl. Praktikumsprotokolle
- Empfohlene Vorkenntnisse
Für dieses Modul sollten Vorkenntnisse im Bereich Kunststofftechnik vorhanden sein. Dazu gehören die Bereiche Werkstoffkunde der Kunststoffe, Kunststoffverarbeitung mit Fokus Spritzgießen sowie Faserverbundkunststoffe.
- Wissensverbreiterung
Die Studierenden lernen weitere leichtbaurelevante Verarbeitungsverfahren zur Herstellung verstärkter und unverstärkter Thermoplast- und Duromer-Bauteile kennen. Dazu verstehen sie zunächst die Grundlagen des Leichtbaus und später bisher nicht vermittelte Fertigungsverfahren in der Kunststoffverarbeitung, sowie spezifische Themen zur Digitalisierung in der Kunststofftechnik und zum innovativen Werkzeugbau.
- Wissensvertiefung
Die Studierenden können alle leichtbaurelevanten Verarbeitungsverfahren zur Herstellung verstärkter und unverstärkter Thermoplast- und Duromer-Bauteile in Beziehung erklären und den einzelnen Bereichen des Leichtbaus zuordnen.
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben, verfügen über eine detaillierte Kompetenz in den gängigen Verfahren der industriellen Kunststoffverarbeitung, inkl. relevanter Sonderverfahren.
- Wissensverständnis
Die Studierenden sind in der Lage bei einer Produktentwicklung für Kunststoff-Bauteile sowohl eine optimale Material- als auch Verfahrensauswahl zu treffen. Dazu gehört es auch die nötige Werkzeugtechnik, Prozessführung und Digitalisierung mit ihren Grenzen und Möglichkeiten einzuschätzen und nutzbar zu machen.
- Nutzung und Transfer
Die Studierenden wenden das erlernte Wissen im Rahmen des Praktikums an ausgewählten Verfahren und Material(kombinationen) und Bauteilbeispielen an. Das Praktikum wird in Gruppen durchgeführt und ein Bericht ist zu verfassen.
- Kommunikation und Kooperation
Die Studierenden wenden der erlernte im Rahmen eines Praktikums an. Das Praktikum wird in Gruppen durchgeführt und ein Bericht ist zu verfassen.
- Literatur
Henning, F., Moeller, E.: Handbuch Leichtbau, Hanser-Verl., 2020
Ehrenstein, G.W.: Faserverbundwerkstoffe, Hanser-Verl., 2006
Traut, H.; Wobbe, H.: Physikalischer Schaumspritzguss-Grundlagen für den industriellen Leichtbau, Hanser Verlag 2022
Hopmann, C.; Schmitz, M.: Plastics industry 4.0, Hanser Verlag 2020
Johannaber, F.; Michaeli, W.: Handbuch Spritzgießen, Hanser Verlag, 2004
Heim, H.-P.: Specialized Injection Molding Techniques, Elsevier Verlag, 2015
- Verwendbarkeit nach Studiengängen
- Fahrzeugtechnik (Master)
- Fahrzeugtechnik M.Sc. (01.09.2025)
- Angewandte Werkstoffwissenschaften
- Angewandte Werkstoffwissenschaften M.Sc. (01.09.2025)
- Modulpromotor*in
- Krumpholz, Thorsten
- Lehrende
- Krumpholz, Thorsten
- Schröder, Cathrin
- Weitere Lehrende
Ralf Schwegmann