Produktsicherheit, Kostenrechnung und Ergonomie

Fakultät

Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik (IuI)

Version

Version 1 vom 26.02.2026.

Modulkennung

11B2342

Niveaustufe

Bachelor

Unterrichtssprache

Deutsch

ECTS-Leistungspunkte und Benotung

5.0

Häufigkeit des Angebots des Moduls

Winter- und Sommersemester

Dauer des Moduls

1 Semester

 

 

Kurzbeschreibung

Eine zentrale Frage bei der Entwicklung von Produkten ist, welche EU-Verordnungen, Richtlinien und Normen beachtet werden müssen und ob ggf. eine CE-Kennzeichnung vorgeschrieben ist. Mit einher geht in der Regel die Frage der Bedienbarkeit des Produktes.

Für ein am Produkt, welches erfolgreich am Markt bestehen soll, ist die Kenntnis über einen möglichen Zielpreis sowie den daraus resultierenden Zielkostenkorridor und die Bedienbarkeit unabdingbar. Dies gilt sowohl für Investitionsgüter als auch für Konsumgüter.

Lehr-Lerninhalte

1 Produktsicherheit, CE- Kennzeichnung
1.1 EU-Richtlinien & -Verordnungen im Rahmen der Produktsicherheit

1.2 Akteure der Produktsicherheit

1.3 Gefährdungen und Risiken in Arbeitssystemen

1.4 Risikobeurteilung

1.5 Sicherheitstechnische Lösungen

1.6 CE-Kennzeichnung Normung

1.7 Softwarelösungen zur CE-Kennzeichnung

1.8 Verhindern von Manipulationsanreizen

2 Ergonomiegerechte Produktgestaltung

2.1 Grundlagen

2.2 Anthropometrische Gestaltung

2.3 Maximale Bedienkräfte

2.4 Einfluss von Lasten auf den menschlichen Körper

2.5 Simulation der Mensch-Maschine-Interaktion - Motiontracking und Virtual Reality

3. Zielpreis und Produktkosten in der Entwicklung von Produkten

3.1 Nutzen und Wert eines Produktes aus Sicht des Kunden

3.2 Grundlagen der Kostenrechnung und Berechnung von produktbezogenen Kosten

3.3 Target Costing

3.4 Maßnahmen in der Produktentwicklung zur Einsparung von Kosten

Gesamtarbeitsaufwand

Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").

Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
20VorlesungPräsenz-
20individuelle BetreuungPräsenz oder Online-
20Labor-AktivitätPräsenz-
Dozentenungebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
35Veranstaltungsvor- und -nachbereitung-
50Arbeit in Kleingruppen-
5Prüfungsvorbereitung-
Benotete Prüfungsleistung
  • Portfolio-Prüfungsleistung
Bemerkung zur Prüfungsart

Die Portfolio-Prüfung umfasst 100 Punkte und besteht aus 3 Präsentationen und einer Klausur (K0,5). Mit den beiden ersten Präsentationen können jeweils maximal 25 Punkte erreicht werden, mit der dritten Präsentation können maximal 35 Punkte erreicht werden und mit der Klausur (K0,5) können maximal 15 Punkte erreicht werden.

Prüfungsdauer und Prüfungsumfang

Die Portfolioprüfung wird mit einem Punktesystem bewertet. Maximal können 100 Punkte erreicht werden.

Teilprüfung 1 (Gruppenprüfung - "Analyse der Gefahrstellen, Sicherheitskonzept"): Präsentation (15 min) & tabellarische Darstellung (5 - 15 Seiten) der Gefahrstellen / Risikoanalyse einer Fallstudie: - Maximal 25 Punkte

Teilprüfung 2 (Gruppenprüfung: "Bewertung der Ergonomischen Eigenschaften"): Präsentation (15 min) der Ergebnisse einer Fallstudie - Maximal 25 Punkte

Teilprüfung 3 (Gruppenprüfung: "CE Dokumentation"): Präsentation (15 min) einer Fallstudie mit dazugehöriger CE-Dokumentation (mit einer CE-Software erstellt) - Maximal 35 Punkte

Teilprüfung 4 (Einzelprüfung - K0,5): "Preis und Kosten von Produkten" Maximal 15 Punkte

Empfohlene Vorkenntnisse

Ingenieurwissenschaftliche Grundlagen Bachelorstudium

Wissensverbreiterung

Die Studierenden haben das Basiswissen und Verständnis zum Produktkostenmanagement in der Produktentwicklung. Sie haben ein integriertes Basiswissen über das Entwickeln sicherheits- und ergonomiegerechter Produkte. Die Studierenden kennen die wesentlichen Zusammenhänge zwischen Verordnungen, Richtlinien und Normen und wissen diese anzuwenden.

Wissensvertiefung

Den Studierenden ist die sehr große Kostenverantwortung der Produktentwicklung bewußt. Sie können mit Methoden des Target Costing sowohl Lebenslaufkosten als auch Selbstkosten sowie Herstellkosten senken. Die Studierenden können die Selbstkosten eines Produktes kalkulieren. Mit ihrem Wissen können sie Produkte auch mit Hilfe rechnerunterstützter Methoden ergonomiegerecht und sicher gestalten im Hinblick auf den Einsatzzweck des Produktes. Die Studierenden können sicher die richtigen EU-Richtlinien und Verordnungen auswählen und anwenden.  Sie können eine vollständige Zertifizierung entsprechend der von der EU gesetzlich vorgeschriebenen CE- Kennzeichnung durchführen.

Wissensverständnis

Die Studierenden führen für unterschiedliche Praxisbeispiele eine kompletten CE- Zertifizierungsprozess durch. Sie ermitteln relevante anzuwendende Richtlinien und Verordnungen und setzen diese um. Sie analysieren Gefährdungen, führen eine Risikoanalyse und Risikobewertung durch. Für alle analysierten Gefährdungen werden der Situation angemessene sicherheitstechnische Lösungen erarbeitet und umgesetzt. Die Studierenden stellen für alle wesentlichen Arbeitsschritte einen Bezug zu den gültigen Normen her. Die Studierenden analysieren ihre umgesetzte Lösung hinsichtlich der ergonomischen Bedienbarkeit mit rechnerbasierten Methoden und überarbeiten ihre Lösung mit dem Ziel ein sicheres und bedienerfreundliches Produkt zu gestalten. Die praktische, rechtliche und gesellschaftliche Relevanz der Themen wird anhand von recherchierten Unfällen und nicht ergonomisch gestalteten Produkten aufgezeigt. Die Studierenden lernen in Projektgruppen komplexe Probleme kritisch zu analysieren, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten und diese in Präsentationen zu vertreten. Die Studierenden können an Standardaufgaben zum Optimieren von Produktkosten mitarbeiten. Sie können eine vollständige CE- Zertifizierung entsprechend der in der EU geltenden Gesetze und Normen durchführen.

Nutzung und Transfer

Absolventinnen und Absolventen können sicherheitstechnische Normen und Verordnungen interpretieren und diese auf reale Praxisbeispiele anwenden.

Wissenschaftliche Innovation

Die Studierenden überprüfen selbstständig selbst konstruierte Lösungen und hinterfragen diese kritisch.

Kommunikation und Kooperation

Die Studierenden können ihre Arbeitsergebnisse mündlich und schriftlich in klar strukturierter Form präsentieren. Die Studierenden können selbstständig Probleme in der Gruppe diskutieren, eine Entscheidung herbeiführen und diese präsentieren und vertreten.

Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität

Die Studierenden können sicherheitskritische Sachverhalte selbständig erkennen, diese professionell sachbezogen begründen und Lösungen herbeiführen.

Literatur

Ehrlenspiel, K., Kiewert, A., Lindemann, U., Mörtl, M.: Kostengünstig Entwickeln und Konstruieren. Berlin: Springer 2013

Neudörfer, A.: Konstruieren sicherheitsgerechter Produkte. Berlin: Springer 2011.

C.r M. Schlick, R. Bruder, H .Luczak : Arbeitswissenschaft. Berlin: Springer 2010

Verwendbarkeit nach Studiengängen

  • Fahrzeugtechnik (Bachelor)
    • Fahrzeugtechnik B.Sc. (01.09.2025)

  • Maschinenbau im Praxisverbund
    • Maschinenbau im Praxisverbund B.Sc. (01.03.2026)

  • Maschinenbau (Bachelor)
    • Maschinenbau B.Sc. (01.09.2025)

    Modulpromotor*in
    • Schäfer, Jens
    Lehrende
    • Schäfer, Jens