Effizienz der Fertigungsverfahren

Fakultät

Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik (IuI)

Version

Version 1 vom 15.02.2026.

Modulkennung

11B2311

Niveaustufe

Bachelor

Unterrichtssprache

Deutsch

ECTS-Leistungspunkte und Benotung

5.0

Häufigkeit des Angebots des Moduls

nur Wintersemester

Dauer des Moduls

1 Semester

 

 

Kurzbeschreibung

Die Effizienz von Fertigungsverfahren ist für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens von entscheidender Bedeutung. Effiziente Fertigungsverfahren tragen dazu bei, die Produktivität zu steigern, Kosten zu reduzieren, die Qualität der hergestellten Produkte zu verbessern. Gleichermaßen geht hiermit eine Nachhaltigkeitsbetrachtung einher, so dass durch die richtige Auswahl und die Weiterentwicklung der Fertigungsverfahren Produkte mit minimiertem Rohstoff- und Energieeinsatz hergestellt werden können. Spanende, additive und umformende Fertigungsverfahren gehören zu den gesteuerten Fertigungsverfahren und weisen somit ein hohes Effizienzpotenzial bei der Prozessausführung auf. Die Kenntnisse über Möglichkeiten und Grenzen der verschiedenen Fertigungsverfahren und physikalischen Zusammenhänge sind die Grundlage für die Verfahrensauswahl und effektive Prozessgestaltung.

Mit den subtraktiv, mit einfachen Werkzeuggeometrien arbeitenden Spanungsverfahren wird der größte Teil der Wertschöpfung in der Produktion erzielt. Sie sind auf Grund ihres Genauigkeitspotenzials für die Bearbeitung komplexer Produkte mit zunehmend kleineren Toleranzen in den Maßen und Formen und wegen ihrer hohen Produktivität im gesamten Spektrum von Einzelfertigung bis Großserie unentbehrlich.

Additive Verfahren erlauben durch Zusammenfügen elementarer Volumenelemente – in dünnen Schichten oder kontinuierlich – die werkzeugfreie Fertigung von Geometrien, die keiner Restriktion durch Zugänglichkeit für Bearbeitungswerkzeuge unterliegen. Die Arbeitsgenauigkeit der additiven Verfahren ist dabei der spanenden Feinbearbeitung unterlegen, so dass hybride Verfahren mit einer spanenden Nacharbeit der Additivteile entwickelt werden.

Bei den umformenden Fertigungsverfahren werden die Formen von Werkstücken durch die Anwendung von Druck oder Zugkräften verändert, ohne dass dabei Material entfernt wird. Diese Verfahren spielen daher mit Blick auf eine materialeffiziente Produktherstellung eine wichtige Rolle.

Exkursionen werden bedarfsorientiert und begleitend zu der Lehrveranstaltung durchgeführt.

Lehr-Lerninhalte

1. Einführung und Zusammenhänge -> Abgrenzung spanender, additiver und umformender Fertigungsverfahren, Entwicklung der Verfahren mit Blick auf Energie- und Nachhaltigkeitsaspekte

2. Spanen mit geometrisch bestimmten Schneiden -> Bewegungen, Eingriffs- u. Spanungsgrößen, Schneidengeometrien, Spanbildung, Spanarten u. Spanformen, Kräfte, Energie u. Leistung beim Spanen, Spanungsverfahren, Schneidstoffe, Kühlschmierstoffsysteme

3. Spanen mit geometrisch unbestimmten Schneiden -> Verfahren, Berechnung der Wirkkriterien, Energie- u. Leistungsbetrachtungen

4. Hochleistungszerspanung -> HPC- u. HSC-Fräsen, Bearbeitung gehärteter Stähle u. Hartmetalle, Minimalmengenschmierung u. Trockenbearbeitung

5. Additive Fertigungsverfahren -> Verfahrensgrundlagen u. Verfahrensvarianten, Bauteilentwicklung u. Stützstrukturen, Aufbau der Additiven Fertigungsanlagen, laserbasierte Systeme, Effizienzpotenziale

6. Effizienzsteigerung bei Fertigungsverfahren -> Lean-Prinzipien, Automatisierung, Integration digitaler Technologien, Ermittlung und Verbesserung des CO2-Footprints

7. Planen und Kalkulieren von Fertigungsfolgen -> Kombinationsmöglichkeiten bei Fertigungsverfahren, Energieeffizienz einer Verfahrensverknüpfung

Gesamtarbeitsaufwand

Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 165 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").

Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
45VorlesungPräsenz-
15Labor-Aktivität-
Dozentenungebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
45Arbeit in Kleingruppen-
30Veranstaltungsvor- und -nachbereitung-
30Prüfungsvorbereitung-
Benotete Prüfungsleistung
  • Klausur
Unbenotete Prüfungsleistung
  • experimentelle Arbeit
Bemerkung zur Prüfungsart

Die benotete Prüfungsleistung wird von den Dozierenden festgelegt: Klausur oder mündliche Prüfung.

Prüfungsdauer und Prüfungsumfang

Benotete Prüfungsleistung:

  • Klausur: siehe jeweils gültige Studienordnung

Unbenotete Prüfungsleistung:

  • Experimentelle Arbeit: ca 3 bis 5 Versuchsaufgaben

Empfohlene Vorkenntnisse

Höhere Mathematik, Statik, Festigkeitslehre, Grundkenntnisse der Messtechnik, Grundkenntnisse der Fertigungstechnik, Windows Anwendungen

Wissensverbreiterung

Die Studierenden erkennen die Zusammenhänge im System moderner und additiver Verfahren, beurteilen das Arbeitsergebnis und analysieren die Wechselwirkung zwischen Eingangsgrößen, Wirkkriterien und technologischen Kenngrößen.

Wissensvertiefung

Die Studierenden verfügen über ein vollständiges und integriertes Wissen über die meisten Kerngebiete und grundsätzlichen Aspekte von Fertigungsverfahren.

Literatur

Dahl, W., Kopp, R., Pawelski, O.: Umformtechnik -Plastomechanik und Werkstoffkunde-, Springer Verlag, Berlin 1993 Doege, E., u.a.: Fließkurvenatlas metallischer Werkstoffe, Carl Hanser Verlag,, München, 1986 Lange, K. :Umformtechnik 1, Grundlagen, Springer-Verlag, Berlin 1984 Lange, K. :Umformtechnik 2, Massivumformung, Springer-Verlag, Berlin 1988 Lange, K. :Umformtechnik 3, Blechbearbeitung, Springer-Verlag, Berlin 1990 Lange, K. :Umformtechnik 3, Blechbearbeitung, Springer-Verlag, Berlin 1990 Lange, K. :Umformtechnik 4, Sonderverfahren, Prozeßsimulation, Produktion, Springer-Verlag, Berlin 1993 N.N.: Handbuch der Umformtechnik, Schuler GmbH, Springer-Verlag, Berlin 1996 König, W., Klocke, F.: Fertigungsverfahren 4, Massivumformung, Springer-Verlag, Berlin 1995 König, W., Klocke, F.: Fertigungsverfahren 5, Blechumformung, Springer-Verlag, Berlin 1996

Verwendbarkeit nach Studiengängen

  • Fahrzeugtechnik (Bachelor)
    • Fahrzeugtechnik B.Sc. (01.09.2025)

  • Maschinenbau im Praxisverbund
    • Maschinenbau im Praxisverbund B.Sc. (01.03.2026)

  • Maschinenbau (Bachelor)
    • Maschinenbau B.Sc. (01.09.2025)

    Modulpromotor*in
    • Sachnik, Peter
    Lehrende
    • Sachnik, Peter