Korrosion und Schadensanalyse

Fakultät

Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik (IuI)

Version

Version 1 vom 19.12.2025.

Modulkennung

11B0252

Niveaustufe

Bachelor

Unterrichtssprache

Deutsch

ECTS-Leistungspunkte und Benotung

5.0

Häufigkeit des Angebots des Moduls

nur Wintersemester

Dauer des Moduls

1 Semester

 

 

Kurzbeschreibung

Reklamationsbearbeitungen sind sowohl für viele MaterialtechnologInnen oder DentaltechnologInnen Bestandteil des täglichen Arbeitslebens. Die anwendungsbedingten Veränderungen an den technischen Werkstoffen können zu ungewollter Leistungsminderung bzw. zum Versagen der Konstruktionen, Maschinen und anderen technischen Objekte führen. Metalle für Bauteile in diversem Einsatz aber auch Zahnersatz ist durch die täglichen Kaubelastungen in dem "Biotop" Mundhöhle besonderen korrosiven und/oder erosiven Beanspruchungen ausgesetzt. Das Wissen um die elektrochemischen Voraussetzungen für Korrosionsvorgänge und die Ausbildung unterschiedlicher Korrosionselemente und Erosionsprozesse, sowie deren Korrelation mit der Mikrostruktur eines Werkstoffs ist für die Nutzung der technischen Produkte und Konstruktionen von großer Bedeutung.

Die entstandene Schäden und das Versagen von Bauteilen verschiedener Materialklassen verstehen und zu deuten hilft die Lebensdauer der Produkte, Anlagen und Geräte zu verlängern und Fehler zukünftig zu vermeiden. Desweiteren lassen sich mithilfe des Wissens über Schadensursachen und Bedingungen und Vermeidung optimierte Materialien entwickeln.

Lehr-Lerninhalte

  1. Korrosion
    1.1 Grundgesetze der Korrosion, Wasserstoff- und Sauerstoffkorrosion, inter- und transkristalline Korrosion, Lokalelemente
    1.2 Erscheinungsformen der Korrosion, Passivität der Metalle
    1.3 Reaktionen in korrosiven Medien und Alterungserscheinungen an Keramiken
    1.4 Alterungserscheingungen an Kunststoffen
    1.5 Korrosionsprüfmethoden und Normen für die verschiedenen Werkstoffklassen

  2. Schadensanalyse
    2.1 Bruchverhalten und -arten
    2.2 Beeinflussung des Versagens durch Oberflächenbeschaffenheit
    2.3 tribologische Systeme
    2.4. Erkennen und Bewerten von Brüchen und Klassifizierung von Schäden
    2.4 systematische Schadenfallbearbeitung, Gutachtenerstellung

Gesamtarbeitsaufwand

Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").

Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
45VorlesungPräsenz-
15betreute KleingruppenPräsenz-
Dozentenungebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
30Prüfungsvorbereitung-
30Arbeit in Kleingruppen-
15Erstellung von Prüfungsleistungen-
15Veranstaltungsvor- und -nachbereitung-
Weitere Erläuterungen

Das Praktikum beinhaltet ca. 4 Versuche.

Benotete Prüfungsleistung
  • Klausur
Unbenotete Prüfungsleistung
  • experimentelle Arbeit
Prüfungsdauer und Prüfungsumfang

  • Klausur: siehe jeweils gültige Studienordnung
  • Experimentelle Arbeit: Entsprechend des Umfangs der Labor-Aktivitäten

Empfohlene Vorkenntnisse

Grundlagenkenntnisse in Chemie, Physik, Werkstofftechnik, grundlegende Werkstoffkenntnisse bspw. Metallkunde, Glas und Keramik. Desweiteren ist Wissen aus dem Bereich der Werkstoff- und Produktanalytik empfohlen, da analytische Techniken selbstständig ausgewählt und z.T. auch angewendet werden müssen.

Wissensverbreiterung

Die Studierenden der Hochschule Osnabrück, die dieses Modul erfolgreich studiert haben,

- werden grundlegende elektrochemische Vorgänge beschreiben und unterscheiden können.
- werden viele praktische Korrosions- und Erosionserscheinungen aus dem täglichen Leben erklären können.
- werden grundlegende Brucharten und Bruchverhalten erkennen und deuten können.

Wissensvertiefung

Nach Abschluss des Moduls verfügen die Studierenden über ein vertieftes Wissen auf dem Gebiet Schadenserkennung und Schadensfallbearbeitung.

Wissensverständnis

Nach Abschluss des Moduls sind die Studierenden in der Lage, grundlegende elektrochemische Vorgänge systematisch aufzubereiten und zu beschreiben. Zudem können sie basierend auf einer Analyse der Umgebungsbedingungen und Belastungen geeignete korrosionsbeständige Materialien und Schutzmaßnahmen gegen Korrosion entwickeln.

Grundlegende Brucharten und Bruchverhalten werden erkannt und gedeutet. Erosions- und korrosionsbedingte Oberflächenschädigungen können identifiziert werden. Schadensfälle werden mit Hilfe werkstoffkundlicher und rechnerischer Methoden bearbeitet und entsprechende Berichte über die Befunde erstellt.

Nutzung und Transfer

Nach Abschluss des Moduls sagen die Studierenden die unterschiedlichen Versagensarten voraus, ebenso die daraus resultierenden Versagensbilder und sind in der Lage die Versagensgründe zu ermitteln. Des Weiteren können je nach Anwendung korrosionsgerechte Lösungen erarbeitet werden.

Kommunikation und Kooperation

Nach Abschluss des Moduls können die Studierenden bei ausgewählten Schadensfällen Analysen und Messungen durchführen und die Ergebnisse aufbereiten, darstellen und diskutieren.

Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität

Sie können geeignete Schutzmaßnahmen identifizierten und passende Untersuchungsmethoden im Hinblick auf technische Herausforderungen empfehlen oder entwickeln sowie wirtschaftliche Auswirkungen diskutieren.

Literatur

1. Grosch, J. (2017). Schadenskunde im Maschinenbau. utb GmbH.

2. Schmitt-Thomas, K. G. (2016). Integrierte Schadenanalyse: Technikgestaltung und das System des Versagens. Springer-Verlag.

3. Tödt, F., & Althof, F. C. (Eds.). (2020). Korrosion und Korrosionsschutz. Walter de Gruyter GmbH & Co KG.

4. Tostmann, K. H. (2001). Korrosion. John Wiley & Sons.

5. Danzer, R., Lube, T., Supancic, P., & Damani, R. (2008). Fracture of ceramics. Advanced engineering materials, 10(4), 275-298.

6. Fontana, M. G. (1986), Corrosion Engineering, McGraw-Hill.

7. Roberge P. R. (1999), Handbook of Corrosion Engineering, McGraw-Hill.

Verwendbarkeit nach Studiengängen

  • Dentaltechnologie
    • Dentaltechnologie B.Sc. (01.09.2025)

  • Nachhaltige Materialtechnologie und Produktentwicklung im Praxisverbund
    • Nachhaltige Materialtechnologie und Produktentwicklung im Praxisverbund B.Sc. (01.09.2025)

  • Nachhaltige Materialtechnologie und Produktentwicklung
    • Nachhaltige Materialtechnologie und Produktentwicklung B.Sc. (01.09.2025)

    Modulpromotor*in
    • Strickstrock, Monika
    Lehrende
    • Mola, Javad
    • Strickstrock, Monika