Höranalyse Neue Musik

Fakultät

Institut für Musik

Version

Version 6.0 vom 07.09.2016

Modulkennung

66B1150

Modulname (englisch)

Listening to and analysing new music

Studiengänge mit diesem Modul

Musikerziehung (B.A.)

Niveaustufe

4

Kurzbeschreibung

Die intensive Beschäftigung mit Neuer Musik ist für Studierende mit Hauptfach Komposition und Musiktheorie ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. In diesem Modul wird das hörende Verstehen komplexer musikalischer Zusammenhänge sowie die differenzierte Wahrnehmung von Musik unterschiedlicher kompositionstechnischer und ästhetischer Richtungen aus dem 20. und 21. Jahrhundert geschult. Aufbauend auf die in der Gehörbildung entwickelten Fähigkeiten des strukturellen Hörens (Entwicklung der inneren Hörvorstellung, Hörkontrolle und -korrektur) werden größere musikalische Kontexte wie formale, kompositionstechnische und instrumentatorische Prozesse in Werken der Neuen Musik höranalytisch untersucht und ihre strukturellen und ästhetischen Wesensmerkmale kritisch reflektiert.

Lehrinhalte
  • Hörbeispiele aller Stile und Genres der Musik des 20./21. Jahrhunderts. Hörendes Erkennen von formalen, instrumentatorischen, kompositionstechnischen, stilistischen und interpretatorischen Gegebenheiten eines Werkes. Sprachlich angemessene Darstellung der Ergebnisse.

    1 Neue Formkonzeptionen – neue Hörweisen
    1.1 Atonale motivisch-thematische Bezüge (Schönberg, Webern)
    1.2 Serielle Konzeptionen – Gruppen und Dichtegrade (Stockhausen, Boulez, …)
    1.3 Offene Form (Boulez)
    1.4 Klangmassen (Xenakis)
    1.5 Aleatorik und Improvisation (Cage)
    1.6 Klangfelder - statisch und bewegt (Ligeti, Penderecki)
    1.7 Pluralismus und Polystilistik (Zimmermann, Berio, Schnittke)
    1.8 Minimalmusic (Reich u. a.)
    1.9 „Meditative Musik“ (Pärt, Scelsi, Feldman)
    1.10 „Sich selbst wahrnehmende Wahrnehmung“ (Lachenmann)

    2 Neue Kompositionstechniken
    2.1 Zwölftontechnik und serielle Kompositionstechnik
    2.2 Modale Kompositionstechnik (Messiaen)
    2.3 Experimentelle Musik
    2.4 Clusterkomposition
    2.5 Zitat, Collage und Montage
    2.6 Polyrhythmik und Polymetrik (Ligeti)
    2.7 Statistisch-stochastische Musik (Xenakis)
    2.8 Spektralismus (Grisey u. a.)
    2.9 Postmoderne - „Neue Einfachheit“
    2.10 „New Complexity“ (Ferneyhough)

    3 Neue Instrumentationen/Klangkörper
  • 3.1. Zunahme von Schlaginstrumenten; Klavier als Orchesterinstrument
    3.2 Kammerorchester mit variabler Besetzung
    3.4 „New musical resources“ (Cowell) und präpariertes Klavier (Cage)
    3.3 Klang und Geräusch, Musique concrète, elektronische Musik
    3.4 Gesang und Geräusch, entsemantisierte Sprache, Phonetik
    3.5 Klanginstallationen, Computermusik, neue Medien
Lernergebnisse / Kompetenzziele

Wissensverbreiterung
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich studiert haben, kennen eine Vielfalt an Werken der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts.
Wissensvertiefung
Die Studierenden dieses Moduls vertiefen ihr musikwissenschaftliches Wissen: Die in der Musikwissenschaft (Musikgeschichte, Formenlehre, Instrumentenkunde) erlernten Fakten werden in Höranalyse auditiv angewandt. Durch das hörende Erkennen des zuvor kognitiv erworbenen Wissens wird ein implizites Wissen über Musik und somit eine Wissensvertiefung erreicht.
Können - instrumentale Kompetenz
Die Studierenden können Hörbeispiele unterschiedlicher Stile und Genres der Musik des 20./21. Jahrhunderts stilistisch zuordnen sowie ihre spezifischen Merkmale hinsichtlich Form, Tonmaterial, Satztechnik, Instrumentation, Ästehtik und Interpretation/Aufführungspraxis selbständig erkennen.
Können - kommunikative Kompetenz
Die Studierenden können die Ergebnisse ihrer Höranalysen zu Hörbeispielen unterschiedlicher Stile und Genres der Musik des 20./21. Jahrhunderts formulieren und sprachlich adäquat präsentieren.
Können - systemische Kompetenz
Die Studierenden dieses Moduls wenden die im Schwerpunktfach Gehörbildung erworbenen Fähigkeiten nun auf größere musikalische Zusammenhänge in Musikwerken der Neuen Musik an: Das hörende Erkennen musikalischer Detailstrukturen wird innerhalb eines gesamtmusikalischen Kontextes unter Einbeziehung weiterer Hörebenen (Form, Tonmaterial, Satztechnik, Instrumentation, Stil, Interpretation) angewandt und ausgewertet.

Lehr-/Lernmethoden

Seminar/Übung, studentische Referate, Gruppenarbeit, Hausarbeiten – Hörprotokolle, Hörpartituren, ggf. Diktat- und Transkribieraufgaben

Empfohlene Vorkenntnisse

Abgeschlossenes Modul Höranalyse. Sicherheit auf allen Gebieten der Höranalyse im Bereich tonal komponierter Musik (Hauptfachniveau).

Modulpromotor

Brockmann, Irmgard

Lehrende
  • Gorji, Ali
  • Brockmann, Irmgard
Leistungspunkte

5

Lehr-/Lernkonzept
Workload Dozentengebunden
Std. WorkloadLehrtyp
48Vorlesungen
Workload Dozentenungebunden
Std. WorkloadLehrtyp
72Veranstaltungsvor-/-nachbereitung
15Referate
15Prüfungsvorbereitung
Literatur

1) Erlebte Geschichte Aufbrüche, Rückblicke, Zeitläufte. 46-teilige SWR2-Sendereihe von Armin Köhler (3.April 2006 bis 28. Mai 2007, montags, 23 Uhr in SWR2 KLANGRAUM: JETZTMUSIK)
2) Vom Innen und Außen der Klänge – Die Hörgeschichte der Musik des 20. Jahrhunderts. 2 DVDs bzw. 1 CD-Rom. Hrsg. Armin Köhler und Rolf W. Stoll. Produktion des SWR, Stuttgart und Schott Musik International, Mainz 2004. (123 Rundfunksendungen von 1999 – 2002)
3) Haas, Bernhard (2004), Die neue Tonalität von Schubert bis Webern. Hören und Analysieren nach Albert Simon, Wilhelmshaven: Noetzel
4) Brockmann, Irmgard: Das Klavierstück Torre di Si von Violeta Dinescu – erarbeitet im Fach Höranalyse. In: Houben, Eva-Maria (Hrsg.), Saarbrücken 2004, Pfau-Verlag
5) Moßburger, Hubert: Hörbarkeit der Musik des 20. Jahrhunderts dargestellt am Beispiel der Dodekaphonie. Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie, 1. Jahrgang 2003
6) Kabisch Th. / Wehinger R., Analysieren und Hören Neuer Musik - Erhard Karkoschka zum 70. Geburtstag gewidmet, in: Musiktheorie 12.Jg. Heft 1 1997
7) Lachenmann, H. Hören ist wehrlos ohne Hören - über Möglichkeiten und Schwierigkeiten, in: Musik Texte Nr. 10, 1985, S.7-16
8) Karkoschka E. / Haas H., Neue Musik hören, Rohrdorf 1981
9) Karkoschka, E. Eine Hörpartitur elektronischer Musik, in: MuB 4, 1972, s. 221 ff.
10) Karkoschka, E. Gehörbildung mit ausschließlich neuer Musik, in: Musik und Bildung, 1, 1969, 114f.

Prüfungsleistung
  • Mündliche Prüfung
  • Klausur 1-stündig
Unbenotete Prüfungsleistung

Erfolgreiche Teilnahme

Bemerkung zur Prüfungsform

Mündliche Prüfung (20 Min) oder Einstündige Klausur

Die Erfolgreiche Teilnahme beinhaltet einen durch die Lehrkraft gewährleisteten Kompetenzerwerb der jeweiligen Niveaustufe.

Prüfungsanforderungen

Mündliche Prüfung: Vorbereitete Höranalyse (sieben Tage Arbeitszeit) oder Klausur: Aufgabe zu einem Werk(ausschnitt) aus dem 20. oder 21. Jahrhundert

Dauer

2 Semester

Angebotsfrequenz

Wintersemester und Sommersemester

Lehrsprache

Deutsch

 

Kontakt

Hochschule Osnabrück
University of Applied Sciences
Albrechtstr. 30
49076 Osnabrück
Telefon: +49 541 969-0
Fax: +49 541 969-2066
E-Mail: webmaster@hs-osnabrueck.de

© 2020 HOCHSCHULE OSNABRÜCK
UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES

Besuchen sie uns

Logo 50 Jahre Hochschulen für Angewandte Wissenschaften