Naturschutz und Gesellschaft

Fakultät

Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur (AuL)

Version

Version 1 vom 03.07.2025.

Modulkennung

44B0849

Niveaustufe

Bachelor

Unterrichtssprache

Deutsch

ECTS-Leistungspunkte und Benotung

5.0

Häufigkeit des Angebots des Moduls

nur Wintersemester

Dauer des Moduls

1 Semester

 

 

Kurzbeschreibung

Naturschutz beruht auf Wertentscheidungen und ist daher eine gesellschaftliche Vereinbarung. Erfolge des Naturschutzes hängen davon ab, ob und inwieweit es gelingt, die Sicherung der Natur als gesellschaftliches und politisches Ziel zu verankern und in das naturbezogene Handeln gesellschaftlicher Gruppen und Milieus zu integrieren. Erfolgreiche Naturschutzpraxis, die von Menschen gemacht wird, setzt daher Kenntnisse über die individuellen und gesellschaftlichen Bedingungen, Handlungspotentiale und Restriktionen im Hinblick auf die Durchsetzung von Naturschutzzielen voraus. Entsprechend existiert eine große Vielzahl unterschiedlicher Konzepte oder Schwerpunktsetzungen. Über die jeweilige Präferenz treffen Menschen Wertentscheidungen, eine Ableitung aus allgemeingültigen Regeln, etwa der Ökologie, scheidet aus. Vor diesem Hintergrund sollen Beispiele von Strategien, Konzepten und Vorgehensweisen des Naturschutzes mit dem Ziel einer nachhaltigen Raumentwicklung hinterfragt und einer kritischen Wertung unterzogen werden.

Lehr-Lerninhalte

  1. Befunde zum aktuellen Zustand von Natur und Landschaft;
  2. Naturschutzhandeln im Spannungsfeld von Umwelt- und Naturschutzethik (Begründungen des Naturschutzes), ökologischen Wissen und Naturschutzpolitik;
  3. Paradigmen des Naturschutzes und existierende soziokulturelle Leitbilder (Verständnis von Wildnis, Kulturlandschaft etc.);
  4. Naturbewusstsein (Mensch-Natur-Verhältnis / persönliche Naturbedeutung, Bewertung der Naturgefährdung, Einstellungen zu Schutz und Nutzung der Natur);
  5. Umweltsoziologie (unterschiedliche Bewertung von Naturschutzzielen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus; Diskrepanz zwischen prinzipieller Akzeptanz allgemeiner und faktischer Akzeptanz konkreter Naturschutzziele);
  6. Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung von Naturschutzzielen; Kooperation und Kommunikation; die Rolle der Akteure im Naturschutz;
  7. Hinterfragen von Argumentationslinien und Prioritäten in Naturschutz- und Klimastrategien;
  8. Zusammenhang von Lebensstilen und Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen;
  9. Internationaler Naturschutz.

Gesamtarbeitsaufwand

Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").

Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
10Vorlesung-
10Seminar-
8betreute Kleingruppen-
12Exkursion-
Dozentenungebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
25Literaturstudium-
25Arbeit in Kleingruppen-
60Referatsvorbereitung-
Benotete Prüfungsleistung
  • Präsentation oder
  • mündliche Prüfung
Bemerkung zur Prüfungsart

benotete Leistung: Standardprüfungsform ist die Präsentation (alternative Prüfungsform ggf. von der prüfenden Person auszuwählen und bei Veranstaltungsbeginn bekannt zu geben)

Prüfungsdauer und Prüfungsumfang

mündliche Prüfung: lt. ATPO i.d.R. 20-30 Min. je Prüfling

Empfohlene Vorkenntnisse

absolviertes Praxisprojekt

Wissensverbreiterung

Studierende gewinnen einen Überblick und ein Verständnis zu aktuellen Naturschutzbegründungen, -strategien und -konzepten.

Wissensvertiefung

Studierende können eigene Strategien, Konzepte und Begründungen sowie solche anderer Fachleute kritisch hinterfragen, in die aktuelle gesellschaftliche Debatte einordnen und Ansätze zum planerischen Umgang mit den komplexen Herausforderungen entwickeln.

Wissensverständnis

Studierende verstehen die Kontextabhängigkeit von (politischen) Entscheidungen und dem mit ihnen verbundenem Wissen.

Nutzung und Transfer

Die Studierenden lernen den Umgang mit Naturschutzstrategien in Deutschland und dem europäischen Ausland kennen und diskutieren den Transfer von planerischem Handeln in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten.

Wissenschaftliche Innovation

Studierende rezipieren und reflektieren aktuelle wissenschaftliche Debatten rund um das Themenfeld "Naturschutz und Gesellschaft"

Kommunikation und Kooperation

Studierende können über Naturschutz als eine gesellschaftliche Aufgabe kommunizieren und sich an einem Diskurs über verschiedene Naturschutzstrategien beteiligen.

Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität

Studierende lernen die gängige Planungspraxis im Naturschutz in einen größeren gesellschaftlichen Kontext zu stellen und dabei ihre Rolle als Landschaftsplanende zu hinterfragen und zu reflektieren.

Literatur

BFN / Eser, U. (2024): BfN-Schriften 693 - Naturschutzkommunikation mit Wirkung. Menschen erreichen, überzeugen und motivieren

Ott, K. (2021): Umweltethik zur Einführung; Junius, Hamburg

Bartels, A. (2023): Grundprobleme der modernen Naturphilosophie; Springer, Berlin

Breuste, J. (2022): Die wilde Stadt - Stadtwildnis als Ideal, Leistungsträger und Konzept für die Gestaltung von Stadtnatur. Springer Fachmedien, Wiesbaden

Kirchhoff, T. et al (Hrsg.) (2020): Naturphilosophie – ein Lehr- und Studienbuch. UTB, Tübingen

Hetzel, A. (2024): Vielfalt achten. Eine Ethik der Biodiversität. Transcript-Verlag 

Prominski, M. et al (2014): Urbane Natur gestalten. Entwurfsperspektiven zur Verbindung von Naturschutz und Freiraumnutzung. Birkhäuser, Basel

Schuster, K. (2008): Gesellschaft und Naturschutz – Empirische Grundlagen für eine lebensstilorientierte Naturschutzkommunikation. 

Ibisch, P.L., Kreft, S. (2008): Anpassung an den Klimawandel: eine systematische Analyse von Handlungsoptionen für den Naturschutz

Anders, K.; Fischer, L. (2020): Landschaftskommunikation. Ein kleines Handbuch. Oekom.

Verwendbarkeit nach Studiengängen

  • Landschaftsentwicklung
    • Landschaftsentwicklung B.Eng. (01.09.2025)

  • Freiraumplanung
    • Freiraumplanung B.Eng. (01.09.2025)

    Modulpromotor*in
    • Schultz, Henrik
    Lehrende
    • Schultz, Henrik
    • Hanusch, Marie Luise