Umweltprüfungen bei Eingriffen in die Landschaft

Fakultät

Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur (AuL)

Version

Version 1 vom 21.08.2025.

Modulkennung

44B0824

Niveaustufe

Bachelor

Unterrichtssprache

Deutsch

ECTS-Leistungspunkte und Benotung

5.0

Häufigkeit des Angebots des Moduls

nur Wintersemester

Dauer des Moduls

1 Semester

 

 

Kurzbeschreibung

Die Abschätzung von Umweltfolgen durch Planungen und Vorhaben sowie Maßnahmen zur Verminderung der negativen Folgen für die Umwelt bilden einen wichtigen Aufgabenbereich im Berufsfeld der Landschaftsplanung. Das Umwelt- und Naturschutzrecht sieht verschiedene, teils ineinander greifende Prüfverfahren und -instrumente dafür vor. Dieses Modul vermittelt die jeweilige Aufgabenstellung (abgeleitet aus den aktuellen Rechtsgrundlagen), die fachlichen Bearbeitungsschritte und die methodischen Vorgehensweisen sowie die Integration der Prüfinstrumente in die entsprechenden Planungs- und Entscheidungsverfahren.

Lehr-Lerninhalte

  1. Verfahren und Instrumente der Umweltfolgenabschätzung und -bewältigung
    1.1 Strategische Umweltprüfung von Plänen und Programmen (SUP);
    1.2 Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP);
    1.3 FFH-Verträglichkeitsprüfung;
    1.4 Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung, Landschaftspflegerische Begleitplanung;
    1.5 spezielle Artenschutzprüfung;
    1.6 Fachbeitrag Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)
    1.7 Fachbeitrag Klimaschutz
  2. Zuordnung der umweltplanerischen Beiträge zu Verfahren, die der Entscheidung über die Zulässigkeit von Vorhaben dienen.
  3. Verhältnis (Abgrenzung und Gemeinsamkeiten) zwischen SUP, UVP, FFH-Verträglichkeitsprüfung, Eingriffsregelung und spezieller Artenschutzprüfung;
  4. Methoden zur Ermittlung, Beschreibung und Bewertung der Auswirkungen von Eingriffen auf die Schutzgüter im Rahmen von Umweltprüfungen, der Eingriffsregelung und der Artenschutzprüfungen;
  5. Ermittlung von Art und Umfang erforderlicher Vermeidungs-, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, kohärenzsichernden Maßnahmen;
  6. Planung und Umsetzung von Artenschutz- und Kompensationsmaßnahmen;
  7. Erfolgskontrolle in Eingriffsregelung, FFH- und Artenschutzprüfung sowie Monitoring in SUP und UVP
  8. Anwendungsbeispiele der Umweltprüfung und Eingriffsregelung am Beispiel verschiedener Planungs- und Vorhabenstypen auf verschiedenen Verfahrensebenen.

Gesamtarbeitsaufwand

Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").

Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
30Vorlesung-
30Seminar-
Dozentenungebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
30Arbeit in Kleingruppen-
30Prüfungsvorbereitung-
30Veranstaltungsvor- und -nachbereitung-
Benotete Prüfungsleistung
  • mündliche Prüfung oder
  • Klausur
Unbenotete Prüfungsleistung
  • Hausarbeit
Bemerkung zur Prüfungsart

Standardprüfungsleistung: mündliche Prüfung mit ausgewählten Instrument als Einstieg (alternative Prüfungsform ggf. von der prüfenden Person auszuwählen und bei Veranstaltungsbeginn bekannt zu geben)

unbenotete Prüfungsleistung: Hausarbeit mit Präsentation

Prüfungsdauer und Prüfungsumfang

Mündliche Prüfung, alternativ Klausur 2-stündig

Empfohlene Vorkenntnisse

Kartier- und Bewertungsmethoden, GIS; Projekt Bestand und Bewertung; Grundlagen der Landschaftsplanung

Wissensverbreiterung

Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich studiert haben, verfügen über das nötige Grundlagenwissen der gängigen umweltplanerischen Prüfverfahren und -instrumente.

Wissensvertiefung

Die Studierenden beherrschen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Prüfverfahren, kennen die dazugehörigen Prüfinstumente und die erforderlichen fachlichen Bearbeitungsschritte.

Wissensverständnis

Vor allem Ziel- und Methodenwissen werden rezipiert, generiert und reflektiert. 

Nutzung und Transfer

Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich studiert haben, setzen eine Reihe von Standardmethoden ein, um für Aufgaben der Umweltfolgenabschätzung und -bewältigung Daten zu verarbeiten und strukturiert darzustellen, Umweltrisiken zu prognostizieren und entsprechende Vermeidungs- und Kompensationsmaßnahmen nachvollziehbar zu entwickeln und auf entsprechende Anwendungsfälle zu übertragen.

Wissenschaftliche Innovation

Gerade im Kontext der aktuell ständig novellierten Gesetze im Kontext von Landwende, Planungsbeschleunigung etc. diskutieren Studierende die Wirksamkeit der Instrumente der Umweltplanung.

Kommunikation und Kooperation

Studierende können verschiedene mündliche und schriftliche Kommunikationsformen in Zusammenhang mit Instrumenten der Umweltfolgenprüfung und Umweltfolgenbewältigung einsetzen.

Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität

Studierende vergägenwärtigen sich die Rolle von Planenden und lernen den gekonnten Umgang mit einem professionellen Methodenkasten der formellen Landschaftsplanung. 

Literatur

  • KIEMSTEDT, H., OTT, S., MÖNNECKE, M., 1996: Methodik der Eingriffsregelung - Gutachten zur Methodik der Ermittlung, Beschreibung und Bewertung von Eingriffen in Natur und Landschaft, zur Bemessung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sowie von Ausgleichszahlungen, im Auftrag der Länderarbeitsgemeinschaft Naturschutz, Landschaftspflege und Erholung (LANA), Stuttart (3 Teile), im Netz: http://www.xfaweb.baden-wuerttemberg.de/nafaweb/
  • KÖPPEL, J., PETERS, W., WENDE, W.: Einriffsregelung, Umweltverträglichkeitsprüfung, FFH-Verträglichkeitsprüfung. E. Ulmer, Stuttgart (UTB 2512), 2004
  • KÖPPEL, J., FEICKERT, U., SPANDAU, L. & H. STRAßER, 1998: Praxis der Eingriffsregelung – Schadensersatz an Natur und Landschaft?, Stuttgart (Hohenheim): Ulmer (Praktischer Naturschutz)
  • JESSEL, B. & K. TOBIAS, 2002 : Ökologisch orientierte Planung – Eine Einführung in Theorien, Daten und Methoden ; Stuttgart (Ulmer UTB 2280) Storm, P.C.; Bunge, T. (Hrsg.): Handbuch der Umweltverträglichkeitsprüfung; Berlin
  • GASSNER, E., WINKELBRANDT, A., BERNOTAT, D. (2010): UVP und strategische Umweltprüfung - Rechtliche und fachliche Anleitung für die Umweltverträglichkeitsprüfung; C.F.Müller Verlag Heidelberg aktuelle Infoportale der Bundesämter (UBA; BfN), Landesumweltverwaltungen, NGO's (UVP-Gesellschaft) Fachzeitschriften: UVP-report; Natur + Recht; UPR ...

Verwendbarkeit nach Studiengängen

  • Landschaftsentwicklung
    • Landschaftsentwicklung B.Eng. (01.09.2025)

    Modulpromotor*in
    • Hanusch, Marie Luise
    Lehrende
    • Hanusch, Marie Luise