Modulares Gehäuse
Ein Gehäuse, das mitdenkt.
Teammitglied: Daniel Fengler
Studiengang: B.Sc. Informatik – Medieninformatik (B.Sc.)
Die Idee:
Stell dir vor, dein Computergehäuse entsteht durch ein intelligentes System, das deine Anforderungen versteht. Statt stundenlang Maße zu vergleichen und Kompatibilität zu prüfen, analysiert ein automatisierter Prozess deine geplante Hardware und entwickelt daraus optimal abgestimmte Gehäusekonzepte.
Mit wenigen Angaben zu Kühlung, Komponenten und Designpräferenz entstehen passgenaue Layouts. Jedes nutzt den verfügbaren Raum effizient und integriert alle Bauteile zuverlässig. Maximale Kompatibilität, minimaler Aufwand. Der Fokus liegt dabei auf kompakten, präzise geplanten Gehäusen. So groß wie nötig, so klein wie möglich.
Materialien, Farben und Oberflächen bleiben frei wählbar. Eine durchdachte, platzsparende Verpackung sorgt dafür, dass beim Transport weniger Emissionen entstehen. Technische Präzision, kreative Freiheit und ökologisches Denken vereinen sich zu einem langlebigen, nachhaltigen Konzept.
Weil dein Gehäuse so einzigartig sein sollte wie du.
Wie viel Förderung hast du genutzt und wofür?
Im Rahmen der Förderung konnte ein Großteil des verfügbaren Budgets in Höhe von 7.500,00 € planmäßig eingesetzt werden. Der größte Anteil der Fördermittel entfiel auf Gehäusematerialien, insbesondere Acrylglas, Holz, Metall sowie Filament. Ein weiterer wesentlicher Teil wurde für verschiedene Montagekomponenten verwendet, darunter Magnete, Gewindeeinsätze sowie spezielle Klebstoffe für Acrylglas.
Ein geringer Anteil der Mittel war für Verpackungsmaterialien wie Wellpappe vorgesehen. Dieser konnte jedoch nicht vollständig ausgeschöpft werden, da die Entwicklung der Verpackung im Projektverlauf noch nicht abgeschlossen wurde.
Außerdem wurde ein bedeutender Teil des Budgets in leistungsstarke Hardware investiert, um das Gehäuse hinsichtlich Luftstrom, Wärmeentwicklung und weiterer technischer Anforderungen umfassend testen zu können.
Darüber hinaus wurde ein kleiner Teil des Budgets für Werkzeuge verwendet, insbesondere für spezielle Fräser zur Bearbeitung von Acrylglas. Ein weiterer, vergleichsweise geringer Anteil der Mittel wurde für die externe Fertigung von Spezialteilen eingeplant, jedoch nicht vollständig in Anspruch genommen.
Im Verlauf des Projekts zeigte sich, dass die präzise und vorausschauende Planung der Ausgabeposten bereits vor Beginn der Förderung von großer Bedeutung war, da eine nachträgliche Anpassung nur eingeschränkt möglich blieb. Insbesondere größere Konzeptänderungen führten zu Herausforderungen im Umgang mit dem vereinbarten Finanzierungsrahmen.
Was war ursprünglich geplant – und was ist tatsächlich in den 6 Monaten passiert?
Zu Beginn des Projekts bestand das Ziel in der Entwicklung eines vollständig modularen Computergehäuses. Das Konzept sollte ein hohes Maß an Individualisierung mit effizienter Fertigung sowie platzsparender Verpackung vereinen. Die Grundidee basierte auf einem System standardisierter Bauelemente, das eine flexible Gestaltung der Gehäusestruktur sowie die Anpassung an unterschiedliche Anforderungen ermöglichen sollte.
Die Zielgruppe bestand primär aus technikaffinen Anwendern, insbesondere Gamern und Enthusiasten, die ihre Computer selbst zusammenstellen. Darüber hinaus wurde auch im Bildungsbereich ein entsprechendes Marktpotenzial gesehen. Neben der funktionalen Anpassbarkeit stand die gestalterische Freiheit im Vordergrund. Nutzer sollten sowohl das äußere Erscheinungsbild als auch die interne Struktur des Gehäuses beeinflussen können.
Der Projektverlauf war stark iterativ geprägt und basierte auf kontinuierlicher Weiterentwicklung, Marktanalyse sowie praktischer Erprobung von Materialien und Fertigungsansätzen. Im Verlauf wurden mehrere grundlegende konzeptionelle Anpassungen vorgenommen.
Ein wichtiger Entwicklungsschritt war die Fokussierung auf kompaktere Formfaktoren. Marktanalysen zeigten, dass kleinere Systeme eine attraktivere Nische mit höherem Innovationspotenzial darstellen als stark umkämpfte Standardlösungen im größeren Segment.
Parallel dazu wurde das Konzept der Nutzerinteraktion grundlegend vereinfacht. Statt einer vollständigen freien Konfiguration wurde der Fokus auf eine systemgestützte Generierung gelegt. Nutzer sollten nur wenige zentrale Parameter definieren, aus denen das System optimal geeignete Gehäusevarianten ableitet. Die Individualisierung sollte dabei über definierte Gestaltungsoptionen im äußeren Erscheinungsbild erhalten bleiben.
Im weiteren Verlauf wurde das Verhältnis zwischen Modularität und Standardisierung neu ausbalanciert. Statt maximaler Offenheit wurde ein strukturierter Ansatz gewählt, der gezielt flexible Elemente dort einsetzt, wo sie funktionalen Mehrwert bieten, während der Rest über validierte Lösungen abgedeckt wird. Dadurch konnte die Komplexität des Projekts deutlich reduziert und die technische Umsetzbarkeit verbessert werden.
Ein ursprünglich sehr offener und simulationsgetriebener Generierungsansatz wurde zugunsten eines stärker abgesicherten, regelbasierten Systems verworfen. Dieser Schritt erhöhte die Zuverlässigkeit und Planbarkeit der Ergebnisse.
Abschließend zeigte ein funktionaler Prototyp die grundsätzliche Realisierbarkeit des Gesamtkonzepts. Dabei bestätigten sich sowohl die strukturelle Stabilität als auch die prinzipielle Anwendbarkeit der gewählten Konstruktionsstrategie. Gleichzeitig wurden Erkenntnisse gewonnen, die in die zukünftige Optimierung der Produktionsprozesse einfließt.
Was hast du gelernt (fachlich & persönlich)?
Im Verlauf der Förderperiode hat sich das Projekt sowohl fachlich als auch persönlich deutlich weiterentwickelt. Eine zentrale Erkenntnis war, dass das ursprüngliche Konzept ohne klar definiertes Marktproblem gestartet wurde. Die tatsächliche Nutzeranforderung nach einfacher und sicherer Kompatibilität der Komponenten ergab sich erst im späteren Verlauf.
Dabei hat sich auch das Verständnis von Produktentwicklung verändert: Während zu Beginn ein sehr technikorientierter Ansatz im Vordergrund stand, wurde später deutlich, dass sich erfolgreiche Produkte stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen der Nutzer orientieren. Insbesondere hat sich gezeigt, dass maximale Flexibilität nicht automatisch zu besserer Benutzerfreundlichkeit führt, sondern häufig klare und geführte Lösungen bevorzugt werden.
Gleichzeitig wurde die Komplexität des Projekts unterschätzt, da es zahlreiche Disziplinen von Konstruktion und Fertigung bis hin zu Design und Software vereint. Die Umsetzung als Einzelperson stellte dabei eine besondere Herausforderung dar und erforderte ein strukturiertes Vorgehen sowie gutes Zeitmanagement.
Neben den inhaltlichen Erkenntnissen konnten auch praktische Kompetenzen aufgebaut werden, insbesondere im Bereich digitaler Fertigung, iterativer Produktentwicklung und der Arbeit mit realen Prototypen. Besonders wertvoll war zudem die Erfahrung, Rückmeldungen frühzeitig in die Entwicklung einzubeziehen und das Konzept kontinuierlich daran auszurichten.
Wie geht es mit deiner Idee jetzt weiter, bzw. soll es überhaupt mit der Idee weitergehen?
Im Verlauf der Förderung hat sich das Produktkonzept deutlich weiterentwickelt und geschärft. Die zugrunde liegende Idee bietet inzwischen ein klar erkennbares Marktpotenzial und wird daher konsequent weiterverfolgt.
Im nächsten Schritt liegt der Fokus auf der Entwicklung und Erprobung weiterer Prototypen. Dabei werden unterschiedliche Designs und Fertigungsansätze getestet, um die Produktion weiter zu optimieren und effizienter zu gestalten.
Darauf aufbauend soll eine digitale Lösung zur Konfiguration entwickelt werden, sobald die grundlegenden Produktstrukturen final definiert sind. Ergänzend dazu werden Aspekte wie Verpackung und Markenauftritt ausgearbeitet. Auch mögliche Kooperationen mit externen Fertigungspartnern werden in diesem Zusammenhang geprüft.
Langfristig ist die Gründung eines Unternehmens sowie der Aufbau einer gezielten Marktstrategie vorgesehen.
Warum würdest du anderen empfehlen, sich für KickStart zu bewerben?
Die Förderung ist sehr zu empfehlen, da sie einen sehr praxisnahen und gut begleiteten Rahmen bietet, um eigene Ideen von der ersten Skizze bis zum Prototyp weiterzuentwickeln.
Besonders hilfreich ist die Kombination aus fachlicher Unterstützung, Seminaren und der direkten Möglichkeit, an konkreten Prototypen zu arbeiten. Dadurch lassen sich Ideen nicht nur theoretisch ausarbeiten, sondern direkt testen und verbessern.
Gleichzeitig wird ein starkes Netzwerk innerhalb der Hochschule sowie Zugang zu unterschiedlichen Kompetenzen und Perspektiven geboten. Gerade für frühe Projektphasen ist dieser Austausch sehr wertvoll, um Konzepte zu hinterfragen und realistisch weiterzuentwickeln.
Insgesamt schafft das Programm einen guten Rahmen, um Innovationen strukturiert voranzubringen und gleichzeitig eigene unternehmerische Ideen praxisnah zu erproben.
Warum würdest du anderen empfehlen, die Unterstützungsangebote des RISE in Anspruch zu nehmen?
Auch die generellen Unterstützungsangebote sind sehr empfehlenswert, da sie eine sehr gute Verbindung aus fachlicher Begleitung und praktischer Umsetzung bieten. Ideen werden nicht nur theoretisch weiterentwickelt, sondern können direkt im Austausch mit erfahrenen Ansprechpartnern konkretisiert und erprobt werden.
Besonders wertvoll ist dabei die Möglichkeit, frühzeitig Rückmeldung aus unterschiedlichen Perspektiven zu erhalten und dadurch eigene Konzepte realistisch weiterzuentwickeln. Die Kombination aus Beratung, praxisnahen Angeboten und Zugang zu Infrastruktur erleichtert es, Projekte strukturiert voranzubringen und typische Anfangsfehler zu vermeiden.
Insgesamt helfen die Unterstützungsangebote dabei, aus einer ersten Idee ein tragfähiges Konzept zu entwickeln und dabei sowohl fachlich als auch unternehmerisch dazuzulernen.