"Gut informiert in die Digitalisierung" Donnerstag, 22. März 2018
Auftakt des Forschungsprojekts "Location Based Services in der regionalen Medienkommunikation"
Gut 60 Personen, darunter Vertreterinnen und Vertreter aus dem Handel und Apotheken, Studierende sowie Politikerinnen und Politiker waren am Mittwoch ins Stadthaus in Osnabrück zur Tagung "Gut informiert in die Digitalisierung" gekommen. Die Veranstaltung wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts am Institut für Kommunikationsmanagement der Hochschule Osnabrück (IKM) gemeinsam mit dem Projektpartner Osnabrücker Marketing und Tourismus GmbH (OMT) organisiert.
Was bedeutet Digitalisierung für den Einzelhandel? Können regionale und lokale Händlerplattformen Online-Platzhirschen wie Amazon, eBay oder Zalando die Stirn bieten? Was haben Webseiten mit Sinnlichkeit zu tun? Und wie tickt eigentlich die heutige Kundschaft? Auf diese und mehr Fragen gaben insgesamt fünf Referierende aus Wissenschaft und Praxis Antworten.
Den Auftakt gestalteten Professor Dr. Sabine Kirchhoff und Julia Küter, die wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt und Doktorandin an der Hochschule Osnabrück ist. In ihrem Vortrag zeigten sie nicht nur, dass Digitalisierung ein omnipräsentes Thema ist, das auch den Einzelhandel etwas angeht, sondern sie präsentierten auch ein erstes Ergebnis ihrer Forschung: In den vergangenen Monaten haben sie die Digitalisierungsmöglichkeiten im Einzelhandel kategorisiert, gebündelt und in einer Grafik zusammengefasst. Die Visualisierung bildet den Grundstein dafür, ein einheitliches Verständnis über Digitalisierung und eine Kommunikationsbasis mit dem Handel zu schaffen. Die Grafik soll Händlerinnen und Händlern die Möglichkeit geben, sich selbst zu verorten und dabei herauszufinden, welche Digitalisierungsmöglichkeiten für sie interessant sind. "Digitalisierung im Einzelhandel ist ein überaus komplexer Begriff. Er kann sich sowohl auf interne Prozesse im Handel beziehen, wie zum Beispiel die Einführung und Pflege eines Warenwirtschaftssystems, aber auch auf digitalisierte Kundenansprache oder die Unterstützung des Einkaufs mit neuen Technologien wie etwa Augmented Reality", erläutert Küter.
Nach diesem Überblick hieß es: Bühne frei für Stephan Lamprecht, freier Journalist und Berater, der aus Hamburg angereist war, um dem Publikum zu zeigen, welche Chancen und Risiken mit regionalen und lokalen Handelsplattformen verbunden sind. Sein Vortrag entfachte anschließend eine Diskussion nicht nur über die Auffindbarkeit des Handels im Internet, sondern auch die Notwendigkeit einer Website oder eines eigenen Onlineshops ist vom Publikum kritisch hinterfragt worden. Eine Webseite könne ja nicht das Erleben im stationären Geschäft ersetzen, wo bleibe da die Menschlichkeit, so der Tenor einiger Wortbeiträge. An diesem Punkt setzte der Vortrag von Mandy Nuszbaum, Professorin für Wirtschaftspsychologie an der FOM Hochschule für Ökonomie und Management für Berufstätige und Beraterin zu Themen der Markt-, Werbe- und Konsumentenpsychologie, an. Sie illustrierte, wie Webseiten sinnliche Momente bescheren können. Christian Adam von der Firma inventorum stellte anschließend den Nutzen eines digitalen Warenwirtschafts- und Kassensystems für den Einzelhandel heraus. Einen ebenso praxisnahen Vortrag lieferte Kristoph Siemens, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ostfalia Hochschule in Salzgitter, ab: Er zeigte dem Publikum sowohl kostengünstige Möglichkeiten auf, wie man als Händlerin oder Händler online auffindbar werden und Waren präsentieren könne, als auch Technologien, die in der Lage sind, ein digital unterstütztes Einkaufserlebnis zu schaffen.
Mit diesem Vortrag endete die Tagung „Gut informiert in die Digitalisierung“ und fand seinen Ausklang in einem Get together, bei dem noch offene Fragen geklärt und die ein oder andere Visitenkarte ausgetauscht wurden. Professorin Sabine Kirchhoff, Julia Küter und Petra Rosenbach, Geschäftsführerin der OMT, zeigten sich zufrieden mit der Veranstaltung: Die Tagung sei ein toller Auftakt des Projekts gewesen und die rege Beteiligung des Publikums habe gezeigt, wie wichtig das Thema für den Handel derzeit sei und wo noch Aufklärungsbedarf bestehe. In den nächsten Monaten wird das Forscherinnen-Team der Hochschule Osnabrück gemeinsam mit den Händlerinnen und Händlern versuchen, mit an das Design Thinking angelehnten Methoden herauszufinden, welche digitalen Möglichkeiten es gibt, die Attraktivität der Innenstadt in Osnabrück und der in Lingen zu erhalten.
Das wissenschaftliche Projekt "Location Based Services in der regionalen Medienkommunikation" wird mit Mitteln des europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.
Von: Julia Küter