Neue Technologien und Informatiklösungen für die Altenpflege Freitag, 20. Februar 2015
Europa-Abgeordneter informiert sich über Forschungsprojekte der Hochschule Osnabrück und neue Kooperations-Plattform Living Lab
(Osnabrück, 20. Februar 2015) Weniger Hausärzte, mehr Patienten und weniger Geld sind zukünftige Herausforderungen im Pflegebereich. Elektronische oder mobile Gesundheitslösungen (eHealth & mHealth) bieten hier enormes Potential; Ärzte können Patientendaten zum Beispiel per Ferndiagnose auswerten und Gesundheitsempfehlungen aussprechen. Jens Gieseke, Mitglied des Europäischen Parlamentes, hat sich auf Einladung des Caritasverbandes in Osnabrück unter anderem über neue Technologien in der Altenpflege und das neu eingerichtete „Living Lab - Wohnen und Pflege“ informiert.
Gieseke besuchte mit Vertretern des Caritasverbandes sowie mit Martin Schnellhammer, Geschäftsbereichsleiter des Living Lab, und Prof. Dr. Ursula Hübner, Leiterin der Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen an der Hochschule Osnabrück, das Seniorenheim St. Franziskus in Bad Iburg. Gemeinsam diskutierten sie dort über die größte Herausforderung für die Altenhilfe: den demographischen Wandel.
Hübner stellte dem Europa-Abgeordneten vor, wie man mithilfe von Informatiklösungen die Arbeit der Pflegenden neu strukturieren und die Lebensqualität von pflegebedürftigen Menschen erhöhen könnte: „Es geht um eine Neuausrichtung der Pflege, um einen Umbruch im Gesundheitswesen. Technologie und Gesundheitsinformatik schaffen dazu die Rahmenbedingungen. Unser Ziel ist die Entwicklung kluger Konzepte unter Einbindung von eHealth, um die tägliche Arbeit der Pflegenden zu erleichtern, die Steuerungsmöglichkeiten des Trägers zu verbessern und Wissenszuwachs für Verwaltung und Politik zu erhöhen.“
Die gerade neu eingerichtete Plattform Living Lab ist dazu ein Scharnier zwischen Forschung, Arbeitspraxis und neuen Techniken, die in innovativen Unternehmen entwickelt werden. Martin Schnellhammer sieht es als seine Aufgabe an, vorhandenes Know-how zu vernetzen und so neue Produkte zu entwickeln, die pflegebedürftigen Menschen ein Maximum an Selbstständigkeit schenken und Pflegende entlasten können.
Diese Arbeit ist international ausgerichtet, so Hübner: „Europa ist auch deshalb sehr gut, weil man so viel voneinander lernen kann!“
Jens Gieseke, der im Europaparlament unter anderen den Bereich eHealth bearbeitet, betonte: „Wichtige Voraussetzungen für Ihre Arbeit liegen in der Infrastruktur. Eine grundlegende Voraussetzung ist eine flächendeckende Konnektivität!“ Daran müsse in vielen Regionen Europas noch gearbeitet werden.
Die gesamte Pressemitteilung der Caritas Osnabrück finden Sie unter http://www.caritas-os.de/os/aktuelles/besuch-mdep-jens-gieseke