Die Risiken im Web 2.0: Experte der Hochschule Osnabrück referiert an Ursulaschule Dienstag, 14. Oktober 2014

Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge elf und zwölf hörten in der voll besetzten Aula gebannt zu, als Prof. Dr. Volker Lüdemann unter anderem über Abmahnrisiken im Internet referierte.

„Die Facebook-Seite eines durchschnittlichen Teenagers ist für Abmahnanwälte 15.000 Euro wert.“ Mit Aussagen wie diesen hatte Prof. Dr. Volker Lüdemann von der Hochschule Osnabrück die volle Aufmerksamkeit der Schülerinnern und Schüler in den Jahrgängen elf und zwölf  der Ursulaschule. In der Aula referierte der Professor für  Wirtschafts- und Wettbewerbsrecht jetzt zum Thema „Urheberrecht im Web 2.0: Ist alles, was geht, auch erlaubt?"

Der Vortrag kam auf Initiative der Hochschule zustande. „Studierende gaben mir die Rückmeldung,  dieses Thema, dass Teil des Studiums ist, unbedingt auch an Schulen zu präsentieren“, berichtet Lüdemann. Er verstand es, mit eingängigen Beispielen und einer klaren, zugespitzten Sprache an der Schule einige wesentliche Botschaften zu transportieren. „Jedes Handy-Foto, egal wie verwackelt,  ist eigentumsrechtlich geschützt. Auch Texte sind – als geistiges Eigentum, das aus einem kreativen Schaffensprozess hervorgegangen ist – geschützt.“ Im Internet nehme man gern vieles wesentlich lockerer. „Aber grundsätzlich gilt: Das geistige Eigentum ist genauso geschützt wie mein Haus, mein Auto oder mein Garten.“

Auch in anderen Bereichen mahnte Lüdemann die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer, aufmerksam zu sein. „Wenn Sie Fotos veröffentlichen, auf denen andere Personen zu erkennen sind, müssen Sie diese im Grunde immer fragen. Ansonsten verletzen Sie das Recht der Person am eigenen Bild.“ Und das sei keine Lappalie. „Sie verstoßen damit gegen ein Grundrecht.“ Und: „Wenn Sie 800 Freunde bei Facebook haben, ist eine Kontrolle der Verbreitung von Inhalten kaum möglich.“

90 Minuten dauerte der Vortrag, in dem Lüdemann auch über das Hochladen von Musik oder Filmen bei YouTube sprach, über Profilbilder bei Facebook oder das Herunterladen von Kinofilmen. Er warnte: „Urheberrechtsverletzungen werden immer kompetenter und konsequenter verfolgt. Wenn Sie überhaupt keine Ahnung von diesen Dingen haben, kann es teuer werden.“ Der Professor der Hochschule Osnabrück gab abschließend noch praktische Tipps, wie man sich im Falle einer Abmahnung verhalten solle.

Der Vortrag an der Ursulaschule war Lüdemanns erster Auftritt zu diesem Thema an einer Schule. Weitere könnten folgen. „Wir sind vonseiten der Hochschule diesen Weg zu den Schülerinnen und Schülern bewusst gegangen, um für das Thema zu sensibilisieren.“
 

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Volker Lüdemann
Wirtschaftsprivatrecht, insbesondere Wettbewerbsrecht und Versicherungsrecht
Tel.: 0541/969-3889
E-Mail: V.Luedemann@hs-osnabrueck.de

Von: Holger Schleper