Nachruf Professorin Dr. Alrun Niehage Sonntag, 9. Juni 2013
Die Hochschule Osnabrück trauert um Professorin Dr. oec. troph. Alrun Niehage.
Die Hochschule Osnabrück trauert um Professorin Dr. oec. troph. Alrun Niehage, die nach schwerer Krankheit am 30. Mai 2013 verstarb. Mit ihr verliert die Hochschule eine hochgeschätzte Wissenschaftlerin, eine kompetente und engagierte Kollegin und eine warmherzige und hilfsbereite Freundin.
Alrun Niehage wurde 1956 in Vlotho geboren. Von 1975 bis 1979 studierte sie Haushalts- und Ernährungswissenschaften an der Justus-Liebig Universität in Gießen mit dem Schwerpunkt Haushaltswissenschaften. Nach dem Diplom bearbeitete sie am Institut für Wirtschaftslehre des Haushalts und Verbrauchsforschung der Universität Gießen als freie Mitarbeiterin bis 1982 ein Forschungsprojekt des hessischen Landwirtschaftsministeriums zur Förderung landwirtschaftlicher Betriebe in benachteiligten Gebieten Hessens. Die nachfolgende Anstellung als wissenschaftliche Mitarbeiterin im selben Institut beendete sie nach etwas mehr als einem Jahr, um 1983 als Referendarin in den Dienst der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe einzutreten. Ihre Dissertation zum Thema: "Die strategische Haushaltsplanung – ein Familienzyklusmodell ", reichte sie im November 1984 an der Uni Gießen ein.
1986 konnte die Hochschule Osnabrück sie als Professorin für „Ökonomie des Familienhaushalts und Methodik der hauswirtschaftlichen Beratung und Erwachsenenbildung“ gewinnen. Damals gerade 30 Jahre alt war Alrun Niehage eine der jüngsten Professorinnen Deutschlands. Den 1993 eingeführten grundständigen Diplomstudiengang Ökotrophologie hat sie maßgeblich mitgestaltet und auch die heute aktuellen Studiengänge Ökotrophologie (Bachelor) und konsekutives Bachelor-Masterstudium zum Lehramt an berufsbildenden Schulen, Teilstudiengang Ökotrophologie, sind eng mit ihrem Namen verknüpft.
Sie engagierte sich an der Hochschule stark in der Selbstverwaltung und war von 1995 bis 2003 Vizepräsidentin für Studium und Lehre. Sie setzte sich engagiert für die Frauenförderung ein und konnte damit maßgeblich an der Erhöhung der Zahl der Professorinnen mitwirken. Die Ziele „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ bzw. „Studieren mit Kind“ verfolgte sie unter anderem mit der von ihr 1994 geprägten Initiative, an der Hochschule Osnabrück die „Kindertagesstätte Fingerhut e.V.“ im ehemaligen Wachgebäude der „General von Stein-Kaserne“ zu etablieren. Vorrangig für Kinder von Mitgliedern der Hochschule gedacht, konnte eine sehr gute ortsnahe Betreuungsmöglichkeit angeboten werden. Sie war langjährige Vorsitzende des Vereins und engagierte sich damit maßgeblich für die Weiterentwicklung des Betreuungskonzepts.
Außerhalb der Hochschule war Professorin Alrun Niehage in zahlreichen Gremien und Fachgruppen geschätzt. So war sie Mitbegründerin des „Runden Tisches Hauswirtschaft“ in Niedersachsen und seit 2005 Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft. Ihr Interesse an gesellschaftlichen Themen und Entwicklungen und ihre Präsenz im Umfeld der Hochschule zeichnete sie in besonderem Maße aus.
In all ihren Positionen förderte sie Projekte und Forschungsvorhaben, es entstanden zahlreiche wissenschaftliche und praxisorientierte Publikationen. Viele Ideen in Lehre und Forschung hat sie auf den richtigen Weg geleitet.
Alrun Niehage war an der Hochschule Osnabrück sehr geschätzt und beliebt, sie wird unvergessen bleiben. Sie hinterlässt eine schmerzliche Lücke, wir werden sie sehr vermissen.
Von: Ralf Garten, M.A.