„Die Gelegenheit meines Lebens“ Donnerstag, 28. März 2013

Auf dem Bild sieht man einen jungen Mann mit dunklen Haaren vor dem Deutschen Bundestag.
Der Ägypter Yasser absolviert sein Praktikum im Büro des Bundestagspräsidenten. Foto: Timo Schmidt

Yasser Kosper, Absolvent des Master-Programms Management in Nonprofit-Organisationen, arbeitet im Büro des Bundestagspräsidenten – Das Jugendportal des Bundestages widmet dem Ägypter ein Porträt

(Osnabrück, 28. März 2013) Davon hätte er kaum zu träumen gewagt: Yasser Kosper aus Ägypten, Absolvent des Master-Programms Management in Nonprofit-Organisationen an der Hochschule Osnabrück und Stipendiat des DAAD-Programms Public Policy and Good Governance (PPGG), arbeitet jetzt im Büro des Bundestagspräsidenten Prof. Dr. Norbert Lammert. Mehr als vier Monate dauert sein Praktikum. Grund genug für „mitmischen.de“, das Jugendportal des Deutschen Bundestages im Internet, Yasser Kosper einmal genauer über die Schulter zu schauen:

„Für die 115 IPS-Stipendiaten beginnt jetzt das Praktikum im Bundestag. Einer von ihnen darf sogar im Büro des Bundestagspräsidenten Prof. Dr. Norbert Lammert (CDU/CSU) arbeiten. Wir haben mit Yasser Kosper aus Ägypten gesprochen.

Bis 31. Juli 2013 leben die Stipendiaten des Internationalen Parlaments-Stipendiums (IPS) in Berlin. In den fünf Monaten ihres Deutschland-Aufenthaltes lernen die internationalen Hochschulabsolventen die Arbeitsweise des Bundestages kennen. Sie besuchen Veranstaltungen und Seminare, in denen sie sich über die deutsche Wirtschaft und Kultur informieren können. Dieses Jahr kommen die IPSler aus den USA, Europa, Israel und dem arabischen Raum. Höhepunkt des Stipendiums ist aber die Arbeit im Büro eines Bundestagsabgeordneten.

„Sprachlos und ein bisschen überfordert", so beschreibt Yasser seinen aktuellen Gemütszustand. Gerade hat der junge Mann aus Ägypten zum ersten Mal seinen IPS-Paten getroffen. Mehr als vier Monate lang wird er ein Praktikum im Büro von Prof. Dr. Norbert Lammert machen. Der Präsident des Deutschen Bundestages hätte auf Yasser einen bodenständigen und sehr angenehmen Eindruck gemacht. Mit solch hohen Politikern direkt in Kontakt zu kommen, das sei in seinem Heimatland Ägypten undenkbar, sagt Yasser, der aus der Stadt Port Said im Norden stammt. Die viele Bürgerpost, die den Bundestagspräsidenten erreicht und dort sorgfältig beantwortet wird, das ist auch einer der positiven Eindrücke, die Yasser von seinen ersten Stunden in dem Büro im Reichstagsgebäude mitnimmt.

Post beantworten, Vorträge und Ausschusssitzungen, Debatten und Arbeitskreise besuchen und das vollgepackte IPS-Programm, das sind in den kommenden Wochen die Aufgaben von Yasser Kosper. „Ich muss mir erst mal einen Überblick verschaffen und entscheiden, wohin ich überall gehe", sagt er. Das Praktikum im Deutschen Bundestag dauert 15 Wochen und bildet das Kernstück des Stipendiums. In den sitzungsfreien Wochen fahren die Praktikanten mit in den Wahlkreis des Abgeordneten - im Fall von Prof. Dr. Lammert ist das die Stadt Bochum.

Seinen Themenschwerpunkt Entwicklungszusammenarbeit und Gleichstellungspolitik will Yasser, der in seiner Heimat Betriebswirtschaftslehre studiert hat, trotzdem nicht aus dem Blick verlieren. Er erhofft sich Eindrücke und Erfahrungen, die er mit in sein von der Revolution aufgerütteltes Land nehmen kann. „Ich sehe das als großartige Chance, wahrscheinlich sogar die Gelegenheit meines Lebens", sagt er und ist dankbar, dass Lammert sich für ihn entschieden hat.

Der Bundestagspräsident freue sich, dass in diesem Jahr auch junge Menschen aus dem arabischen Raum an dem Internationalen Parlaments-Stipendium teilnehmen, erzählt Yasser, und er hätte ihn ermuntert, weiter Fragen zu stellen. „Das will ich auf jeden Fall nutzen", sagt Yasser, der bei einem Sprachintensivkurs während seines ersten Deutschland-Aufenthalts im Apil 2010 Deutsch gelernt hat. Neben den Besuchen im Wahlkreis freut sich Yasser besonders auf die Stipendiaten-Abende, bei denen sich die IPS-Teilnehmer ungezwungen über ihre Erfahrungen austauschen können.

Neben Praktikum und Abendveranstaltungen können die IPSler auch Vorlesungen an der Berliner Humboldt Universität sowie an der Freien und Technischen Universität Berlin besuchen.“

 

Weitere Informationen:
Mechthild Gerdes
Studienprogrammkoordinatorin
B.A. Öffentliches Management
M.A. Management in Nonprofit-Organisationen

Telefon: 0541 969-3054
E-Mail: m.gerdes@hs-osnabrueck.de

Von: mitmischen.de, bearbeitet von Holger Schleper