Kultur des Respekts fördern Montag, 30. November 2020

Die geladenen Gastrednerinnen Uschi Baaken (o.l.), Dr. Carolin Wiedemann (Mitte, l.) und Stefanie Lohaus (u.) sowie Hochschulvertreter*innen diskutieren virtuell zum Thema „Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen – Bundesweite Entwicklungen“. Foto: Hochschule Osnabrück

Campus Lingen beteiligt sich am Aktionstag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

 

Sexualisierte Diskriminierung, Belästigung und Gewalt gehören zu den Alltagserfahrungen vieler Mädchen und Frauen. Auf diesen Missstand machen seit 1981 jedes Jahr zum 25. November weltweite Initiativen am „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ aufmerksam. Auch die Hochschule Osnabrück hat sich an dem Aktionstag beteiligt, um für das Thema sexualisierte Belästigung und Gewalt an Hochschulen zu sensibilisieren.

Unter dem Motto „Kultur des Respekts fördern“ haben viele Akteur*innen in enger Abstimmung mit dem Gleichstellungsbüro der Hochschule Osnabrück verschiedene Online-Programmpunkte angeboten. In ihrem virtuellen Grußwort stellten zunächst Hochschulpräsident Prof. Dr. Andreas Bertram, die zentrale Gleichstellungsbeauftragte Bettina Charlotte Belker, Dekan der Fakultät Management, Kultur und Technik Prof. Dr. Ingmar Ickerott und die dezentrale Gleichstellungsbeauftragte am Campus Lingen Prof. Dr. Rosa Mazzola die Bedeutung des Themas heraus. „Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit und offene Kommuniktion möchte die Hochschule Osnabrück Handlungsperspektiven eröffnen und zur dringend gebotenen Enttabuisierung, Sensibilisierung und Aufklärung beitragen“, so Belker.

Kernvortrag und Podiumsdiskussion mit ausgewiesenen Gastrednerinnen

Die Einführung in den Kernvortrag und die Podiumsdiskussion „Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen – Bundesweite Entwicklungen“ moderierte die Professorin für zeitgenössische Theaterpraxis am Campus Lingen Margarita Tsomou. In dem Vortrag und der rund zweistündigen Diskussion wurden unter anderem grundlegende Bergrifflichkeiten erklärt und das gesellschaftliche Rollenverständnis thematisiert.

Zu den Redner*innen gehörten neben der zentralen Gleichstellungsbeauftragten Uschi Baaken von der Universität Bielefeld auch die Journalistin und Soziologin Dr. Carolin Wiedemann sowie Stefanie Lohaus, Leiterin der Kommunikation der Europäischen Akademie für Frauen Diversity in Leadership (EAF) in Berlin. Lohaus ist darüber hinaus Autorin sowie Mitbegründerin und Mitherausgeberin des Missy Magazines und leitet aktuell das Projekt Dialogforen gegen Sexismus, eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Kooperation mit der EAF Berlin.

Sie strebt eine Unternehmenskultur an, in der sich Menschen dazu ermutigt fühlen, Probleme offen anzusprechen. So müsse man beispielsweise an Hochschulen regelmäßige Anlässe mit verschiedenen Aktionen sowie generelle Sensibilisierungsmaßnahmen schaffen. Letztendlich spiele vor allem die Selbstreflexionsfähigkeit eine große Rolle. Die Haltung und der respektvolle Umgang miteinander sowie die Stärkung des Mitgefühls seien entscheidend.

„Es ist wichtig, dass wir uns klarmachen, dass die Hochschule kein diskriminierungsfreier Raum ist und als Bildungseinrichtung eine besondere Verantwortung hat. Es gilt, eine Kultur des wechselseitigen Respekts zu fördern, in der Diskriminierung sichtbar und von möglichst allen begegnet wird. Sensibilisierung und Professionalisierung sind hier die zentralen Aufgaben. Das bedeutet eine kritische Wahrnehmung des eigenen Verhaltens, Mut zum Widerspruch und einen offenen und systematischen Zugang zu den strukturellen Bedingungen, die Diskriminierung fördern könnten. Dies muss - und wird - auch Eingang bei der Förderung des eigenen wissenschaftlichen Nachwuchses finden“, so Hochschulpräsident Bertram. Durch Diskriminierung werde Teilhabe auf Augenhöhe verhindert und die Gesellschaft verschenke diese Potentiale für die Bewältigung ihrer Zukunftsaufgaben.

Interaktive Darstellung aus Lingen

Einen sichtbaren Beitrag zum Aktionstag lieferten Studentinnen und Mitarbeitende des Campus Lingen im Begleitprogramm. In der Online-Performance „Bei uns passiert sowas nicht!“ widmeten sie sich der Frage: „Wie erleben eigentlich Frauen* ihren Alltag?“ und entwickelten eine interaktive Darstellung in Bild, Ton und Video zum selbst Entdecken. Dabei wurden in vier Tagesabläufen echte Geschichten von Frauen* der Hochschule gezeigt.

Die begleitende Medienausstellung zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ist noch bis zum 5. Dezember 2020 an den Bibliotheksstandorten Lingen, Westerberg und Haste zu sehen. Eine Bücherliste rund um das Thema ist online abrufbar.