Mentoring.INTERKULT

Programm

Das Mentoring.INTERKULT bietet internationalen Studierenden mit und ohne Fluchtgeschichte Unterstützung bei den Herausforderungen und Chancen, die der Übergang in das Berufsleben mit sich bringen kann. Mit Hilfe von One-to-One-Mentoring mit berufserfahrenen Mentor*innen, Networking und Weiterbildungsworkshops werden Mentees auf ihrem individuellen Weg begleitet und unterstützt.

In den bereits zu unserem Programm erschienenen Pressemitteilungen erhalten Sie Einblick in unseren ersten Mentoring-Durchgang (erschienen im Oktober 2021) und den Programmauftakt in 2020 (erschienen im Dezember 2020).

 

Erfolgsgeschichten

August 2022 - Eine internationale Karriere starten, arbeiten in einer Fremdsprache oder ein Jobangebot schon vor dem Abschluss des Studiums - viele der Teilnehmenden des Mentoring.INTERKULT sind sehr erfolgreich in ihr Berufsleben gestartet. Im Pilotjahrgang 2020 wurden 15 Studierende aus 14 Ländern bei ihrem Berufseinstieg begleitet. Persönliche Mentor*innen, vielseitige Weiterbildungsangebote und regelmäßige Vernetzungsveranstaltungen sorgten für persönliche Erfolgsgeschichten, von denen drei hier erzählt werden.

 

Kompetenzen für das Leben lernen

„Am Anfang meines Masters konnte ich mir nicht vorstellen auf Deutsch zu arbeiten. Ich habe gedacht, das ist unmöglich. Aber das Programm hat mir gezeigt, dass ich das schaffen kann“, sagt Fernanda Costa Meneses Nunes aus Goiânia, Brasilien. Sie hat an der Hochschule Osnabrück ihren Master in Management in Nonprofit-Organisationen gemacht und parallel am Mentoring.INTERKULT teilgenommen. „Ich habe aus den Workshops sehr viel mitgenommen“, sagt Nunes. Workshops zu Themen wie Karriereplanung, der deutschen Arbeitsmarktkultur, Bewerbungstraining oder Bewerbungsunterlagen sind, neben dem One-to-One Mentoring, ein weiterer Bestandteil des Programms. „Das war für mich sehr wichtig. Denn das läuft hier ganz anders als in Brasilien. Deswegen musste ich das noch mal ganz neu lernen. Motivationsschreiben sind in Brasilien zum Beispiel drei bis vier Seiten lang. Auch mein brasilianischer Lebenslauf hat vier Seiten. Deswegen waren die Workshops für mich super hilfreich, weil ich gleich wusste, welche Kerninformationen in deutschen Bewerbungen wichtig sind“, so Nunes. 

Auch ihre Mentorin Caroline Girard habe ihr sehr geholfen. „Sie hat meine Bewerbungsunterlagen korrigiert und wir haben zusammen für Vorstellungsgespräche geübt“, sagt die 29-Jährige. Mit Erfolg: Im April startete sie ihr Trainee-Programm beim House of Resources, einem Projekt, das aus Mitteln des Bundesministeriums für Inneres finanziert wird und die Selbstorganisation von Migrant*innen durch verschiedenste Angebote, wie Beratung und Qualifizierungsangebote, unterstützt. Anschließend wurde sie als Projektmitarbeiterin übernommen. „Die interkulturellen Kompetenzen, die ich dank Mentoring.INTERKULT gelernt habe, helfen mir jeden Tag in meinem Arbeitsalltag“, sagt Nunes.

 

 

Netzwerken, unterstützen und austauschen

„Das Programm ist eine super Möglichkeit für internationale Studierende einen Eindruck davon zu bekommen, wie die Arbeitswelt hier funktioniert“, resümiert Josefa Davalos, die für ihr Studium aus Ecuador nach Osnabrück gekommen ist. „Mir wurde außerdem bewusst, dass ich nicht alleine bin und dass viele vor den gleichen Herausforderungen stehen, wie ich. Wir internationalen Studierenden haben uns gegenseitig ausgetauscht und unterstützt“. Denn regelmäßige Vernetzungsveranstaltungen sind genauso Teil des Mentoring.INTERKULT, wie enger Austausch in einer kleinen Peer-Group. „Der Einstieg in den Arbeitsmarkt funktioniert in Deutschland häufig völlig anders, als wir es aus unseren Heimatländern kennen. Da kommen natürlich Selbstzweifel auf und man fühlt sich in dem Prozess häufig allein. Zu sehen, dass es den anderen genauso geht und sich über diese Erfahrung auszutauschen, hat mir wirklich geholfen“, sagt Davalos. So sind aus dem Programm auch Freundschaften und ein berufliches Netzwerk für das Leben entstanden.

Ein Netzwerk, das Josefa Davalos schon vor ihrem Masterabschluss im Studiengang Management in Nonprofit-Organisationen ein Jobangebot bescherte. Dank des Programms ist sie mit der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück (HHO) in Kontakt gekommen und konnte dort ein Praktikum machen. Im Anschluss wurde ihr direkt eine Stelle angeboten. Bis heute arbeitet sie im Marketing und Fundraising-Team der HHO - ihrem Wunschgebiet. Möglich geworden ist das durch die Betreuung und Beratung ihrer Mentorin Pia Röhner, Bereichsleiterin bei der HHO.

 

 

Mentor und Mentee – eine Bereicherung für beide Seiten

In vielen Lieferketten gab es im vergangenen Jahr Schwierigkeiten. Die Corona-Pandemie und andere Faktoren haben in vielen Unternehmen für Engpässe gesorgt. Auch bei Andre Schulte-Südhoffs Metall-Zulieferern gab es Probleme. „Da habe ich den Kontakt zu Zulieferern in Mexiko hergestellt. Die Metallindustrie in Mexiko ist wirklich groß“, erklärt Miguel Rivera. Er kommt aus Guadalajara, Mexiko, und hat an der Hochschule Osnabrück Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Über Mentoring.INTERKULT kamen die beiden in Kontakt. In dem Programm werden internationale Studierende von einer Mentorin oder einem Mentor aus einem beteiligten Unternehmen oder einer Organisation individuell beim Einstieg in das Berufsleben unterstützt. „Wir haben uns ausgezeichnet verstanden – von Anfang an“, sagt Rivera.

Zu Beginn haben sie sich regelmäßig getroffen, aber zwischendurch auch häufig über WhatsApp oder über Telefon Kontakt gehabt. „Wann immer ich eine Frage hatte, konnte ich ihn kontaktieren“, so Rivera. „Ich empfand das Mentoring.INTERKULT Programm als wirklich spannend, da wir auch als Familienunternehmer Kontakte in die "große weite Welt" bekommen. Meinerseits konnte ich vielleicht den ein oder anderen Hinweis geben oder auch mal einen Kontakt vermitteln,“ beschreibt Andre Schulte-Südhoff seine Erfahrung. Als Miguel Rivera mitten in der Corona-Pandemie auf der Suche nach einem Praktikumsplatz war, habe sein Mentor ihn mit vielen Menschen in Kontakt gebracht. So habe er die Chance gehabt mit Geschäftsführer*innen oder Unternehmensberater*innen zu sprechen und ein gutes Netzwerk aufgebaut.

Auch heute sind die beiden noch in Kontakt. Aus dem Programm ist eine Freundschaft entstanden. Miguel Rivera hat sein Studium an der Hochschule mittlerweile erfolgreich beendet und macht einen berufsbegleitenden Dual Degree Master an der Steinbeis University und der Post University in Waterbury, USA. In seinem aktuellen Job baut er für seinen Arbeitgeber einen Standort in der chinesischen Stadt Shanghai auf. „Der Plan ist, dass ich irgendwann auch dorthin ziehe“, sagt er. Nach Mexiko, Deutschland und den USA wird dann China der nächste Schritt auf Miguel Riveras internationalem Karriereweg.

 

 

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