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            <title>Neuigkeiten an der Hochschule Osnabrück</title>
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                <copyright>Hochschule Osnabrück</copyright>
            
            
            <pubDate>Thu, 02 Jul 2026 17:55:04 +0200</pubDate>
            <lastBuildDate>Thu, 02 Jul 2026 17:55:04 +0200</lastBuildDate>
            
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                        <pubDate>Wed, 01 Jul 2026 08:00:00 +0200</pubDate>
                        <title>Sicherheit in der Landwirtschaft: Wie können Kinder in der Nähe von Landmaschinen zuverlässig erkannt werden?</title>
                        <link>https://www.hs-osnabrueck.de/nachrichten/2026/07/sicherheit-in-der-landwirtschaft-wie-koennen-kinder-in-der-naehe-von-landmaschinen-zuverlaessig-erkannt-werden/</link>
                        <description>Forschungsprojekt der Hochschule Osnabrück arbeitet an der Validierung KI-gestützter Kamerasysteme, um Kinder auf landwirtschaftlichen Betrieben besser zu schützen </description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Die Hochschule Osnabrück startet in Kooperation mit der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) das Forschungsprojekt KIdSafeSense - Ausführung einer Machbarkeitsanalyse zur Integration des Schutzes von Kindern in den Prüfgrundsatz GS BAU-71. Das Projekt soll die Sicherheit von Kindern in der Landwirtschaft durch die Validierung von KI-gestützten Kamerasystemen erhöhen. Im Fokus steht die Frage, wie zuverlässig diese Systeme Kinder in der Nähe von Landmaschinen erkennen.&nbsp;</p>
<h4><strong>Toter Winkel bei Landmaschinen: ein Risiko besonders für Kinder&nbsp;</strong></h4>
<p>„Auf landwirtschaftlichen Betrieben leben häufig Familien und Kinder spielen auf dem Gelände. Gleichzeitig werden zunehmend schwerere Maschinen eingesetzt: Traktoren, Mähdrescher, Lader und andere Geräte. Die Abmessungen moderner Landmaschinen werden immer größer. Dadurch kommt es zu toten Winkeln, also Bereichen, die die Fahrer*innen nur eingeschränkt sehen können. Hier können Kinder leicht übersehen werden“, sagt Prof. Dr.-Ing. Christian Meltebrink, Professor für Autonome, kollaborative Agrar- und Sensorsysteme an der Hochschule Osnabrück und Leiter von KIdSafeSense.&nbsp;</p>
<p>Sensoren wie beispielsweise KI-gestützte Kamerasysteme können dabei helfen, diese toten Winkel zu reduzieren. „Die SVLFG hat daher ein besonderes Interesse daran, die Kindererkennung in Kamerasystemen zu verbessern und wissenschaftlich zu validieren. Denn jeder Unfall mit einem Kind ist einer zu viel", so Robin Hilker, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt KIdSafeSense.&nbsp;</p>
<p>Doch bereits existierende Förderrichtlinien für Rückfahr- und Rundumsichtkameras nach dem Prüfprotokoll GS Bau 71 wurden bisher primär für den Bausektor entwickelt und berücksichtigen Kinder daher nur unzureichend. Diese Lücke möchte das Projektteam schließen. „Kinder stellen eine besonders schützenswerte Gruppe auf Höfen dar. Mit KIdSafeSense verfolgen wir das Ziel, Unfälle zu vermeiden. Das motiviert unser gesamtes Team", sagt Hilker.</p>
<h4><strong>Automatisierte Tests für Kamerasysteme</strong></h4>
<p>Das Projekt baut auf der Arbeit von Christian Meltebrink auf, der bereits in seiner Promotion die REDA-Methode entwickelt hat, ein automatisiertes Prüfverfahren zur Bewertung von Sensorsystemen. Das Team arbeitet aktuell daran die Eignung dieser Methode für die Kindererkennung nachzuweisen.</p>
<p>Dabei kommt dem Team die umfangreiche Forschungsinfrastruktur im Agro-Technicum, dem interdisziplinären Zentrum für innovative Agrartechnologien der Hochschule Osnabrück, zugute. Dem Team steht beispielsweise ein Prüfstand zur Verfügung, an dem Kamerasysteme unter realistischen Bedingungen getestet werden können. Im Gegensatz zu manuellen Tests ermöglicht der Prüfstand reproduzierbare, automatisierte Testzyklen. So können nicht nur die Genauigkeit der Kindererkennung, sondern auch Umweltfaktoren wie Regen, Lichteinstrahlung oder Fremdlicht zum Beispiel durch Scheinwerfer systematisch untersucht werden.&nbsp;</p>
<h4><strong>Objektivität und Akzeptanz</strong></h4>
<p>„Eine der größten Herausforderungen liegt darin, die Objektivität der Tests zu gewährleisten. Wir wollen vermeiden, dass Hersteller ihre Systeme gezielt auf die Prüfkörper ‚trainieren‘. Um die Akzeptanz und Umsetzbarkeit der neuen Prüfstandards zu sichern, möchten wir außerdem direkt die Hersteller von Kamerasystemen in unsere Untersuchungen einbinden“, so Projektmitarbeiter Mario Jenz.&nbsp;</p>
<p>Langfristig strebt das Projekt an, die REDA-Methode in Normungsgremien zu etablieren – etwa im VDMA oder dem Netzwerk Baumaschinen, das vom Bundesministerium für Arbeitsschutz initiiert wurde und Berufsgenossenschaften sowie Industriepartner*innen vereint.</p>
<h4><strong>Hintergrund</strong></h4>
<p>KIdSafeSense läuft noch bis zum 31. Januar 2027 und wird von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau mit 99.993 Euro gefördert. Das Projekt kooperiert eng mit der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau), der Entwicklerin des GS Bau 71-Prüfprotokolls, und dem Netzwerk Baumaschinen, der Plattform für den Austausch mit weiteren Berufsgenossenschaften, Betreiber*inne und Industriepartner*innen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>Weitere Informationen&nbsp;</strong></h4>
<p>Prof. Dr.-Ing. Christian Meltebrink<br>Hochschule Osnabrück<br>Telefon: 0541 969 2945<br>E-Mail:&nbsp;<a href="mailto:c.meltebrink@hs-osnabrueck.de">c.meltebrink@hs-osnabrueck.de</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                        <pubDate>Tue, 30 Jun 2026 13:46:15 +0200</pubDate>
                        <title>Osnabrück wieder Weltmeister in Feldrobotik</title>
                        <link>https://www.hs-osnabrueck.de/nachrichten/2026/06/osnabrueck-wieder-weltmeister-in-feldrobotik/</link>
                        <description>Gemeinsames Team der beiden Osnabrücker Hochschulen setzt sich beim Internationalen Feldroboter-Wettbewerb 2026 durch und holt den zweiten Weltmeistertitel in Folge.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Im Maisfeld genau navigieren, den Boden gezielt behandeln sowie Tierarten und kranke Pflanzen auf dem Feld richtig erkennen – diesen Aufgaben stellten sich autonome Feldroboter beim diesjährigen Field-Robot-Event. Das Team Acorn des Osnabrücker Robotervereins Osnabotics hat dabei den Gesamtsieg geholt.&nbsp;</p>
<p><br><strong>Weltmeister aus Osnabrück – zum zweiten Mal in Folge</strong></p>
<p>Dem Siegerteam gehören 22 Studierende und Promovierende der Hochschule Osnabrück und der Universität Osnabrück an. Sie gewannen vier der fünf Disziplinen und verteidigten damit ihren Weltmeistertitel aus dem Vorjahr. Den zweiten Platz belegte das Team Robatic Bullseye der Universität Wageningen (Niederlande), Rang drei ging an das Team FREDT der TU Braunschweig.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>16 Teams aus zehn Ländern&nbsp;</strong></p>
<p>Beim internationalen Field-Robot-Event treten Hochschulteams mit ihren selbstentwickelten Robotern gegeneinander an. Der diesjährige Wettbewerb brachte während der DLG-Feldtage 16 Teams auf dem Internationalen DLG-Pflanzenbauzentrum in Bernburg (Sachsen-Anhalt) zusammen. 135 Teilnehmende aus China, Deutschland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Portugal, Slowenien und der Türkei stellten ihr technisches Können, Teamgeist und Kreativität unter Beweis. Bei meist sonnigem Wetter mit angenehmen 25 Grad standen vier Tage lang unterschiedliche Disziplinen auf dem Programm, übernachtet haben die Teams auf dem Messe-Zeltplatz in der Nähe. In den wenigen freien Stunden konnten sich die Teilnehmenden auf der Messe ihren persönlichen Interessen widmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Zwei Sieger-Roboter made in Osnabrück</strong></p>
<p>Die Osnabrücker haben sich seit März auf den Wettbewerb im Juni vorbereitet. Dafür haben Andreas Klaas, Arthur Schreiber, Fabian Buitkamp, Frederik Hartmann, Isaak Ihorst, Jan Carstens, Jannik Jose, Julian Kronenberg, Justus Braun, Justus Klingner, Lena Schötker, Luca Otto, Malte Klöpping, Natalie Puls, Nico Thiessen, Philipp Gehricke, Philipp Schein, Philipp Schlinge, Simon Balzer und Marco Tassemeier eigenständig zwei Roboter entwickelt, gebaut, programmiert und getestet. Im Fokus standen vor allem Stabilisierungen der Navigation und die erste Integration eines vollständig autonomen Roboterarms auf einer fahrenden Plattform – ein großer Schritt in der Komplexität des Roboters.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Acorn hat eine besonders schmale Fahrspur und einen 3D‑Laserscanner, der die freie Fahrspur von den Pflanzen unterscheidet. Zudem kann er mit zwei seitlich angebrachten Tiefenkameras sowohl kranke Pflanzen als auch Insekten zuverlässig erkennen“, erzählt der studentische Teamkapitän Fabian Buitkamp, der im Informatik-Master an der Universität studiert.&nbsp;<br><br>&nbsp;</p>
<p>Der zweite Osnabrücker Feldroboter, Bcorn, ist speziell für die Bodenbehandlung ausgerüstet: Er trägt einen präzisen Roboterarm mit einem Bohrer. Eine Tiefenkamera am Arm sorgt für die exakte Positionierung des Bohrers, während die Rundumsicht der 270‑Grad‑Kamera ein rasches Auffinden der Markierungen gewährleistet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Teambetreuer: „Vielversprechende Zukunft der Feldrobotik in Osnabrück“</strong></p>
<p>„Besonders auffällig war für mich dieses Jahr unser Engagement für den Wettbewerb“, erzählt Christopher Sieh. Der Promovend und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Osnabrück hat zusammen mit seinem Hochschul-Kollegen Eduard Gode das Siegerteam betreut: „Während andere Teams Probleme bei der Suche nach Teilnehmenden hatten, wuchs unser Team weiter an, was eine vielversprechende Zukunft der Feldrobotik in Osnabrück und Umgebung erwarten lässt.“ Gerade diese Kombination aus Routiniers und neuen Studierenden habe es dem Team ermöglicht, in kürzester Zeit komplexe Systeme zu bauen, während stets neue Ideen eingeflossen sind. Deshalb freue es Christopher Sieh sehr, dass alle Teilnehmenden ihren Teil zum Sieg beitragen und dadurch ihr gelerntes Wissen aus dem Studium deutlich vertiefen konnten: „Gerade in der Robotik ist Erfahrung ein sehr wichtiger Teil, der über Vorlesungen oder Übungen kaum vermittelt werden kann.“&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Studierende: „Eingespieltes Team, funktionierender Roboter und wertvoller Austausch“</strong></p>
<p>Das bestätigen auch Studierende: „Es hat Spaß gemacht, mit spontanen Problemen konfrontiert zu werden und sie in einem begrenzten Zeithorizont mit anderen Menschen zu lösen“, sagt Justus Klingner, Masterstudent der Wirtschaftsinformatik an der Universität: „Für eine erfolgreiche Teilnahme wird weitaus mehr benötigt, als einen funktionierenden Roboter zu haben. Ein eingespieltes Team und Vertrauen ineinander sind Voraussetzungen für den Erfolg.“&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ähnlich sieht es Natalie Puls, Bachelorstudentin der Agrarsystemtechnologien an der Hochschule: „Ich war das erste Mal dabei und habe gelernt, wie wichtig es ist, den Spaß – besonders unter Zeitdruck – nicht aus den Augen zu verlieren. Das Mitfiebern während der einzelnen Aufgaben beim Wettkampf, die Spannung, ob alles klappt, aber natürlich auch der Austausch mit den anderen Teams – das hat mir am meisten Spaß gemacht.“&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Engagierter Verein betreut das erfolgreiche Team</strong></p>
<p>Bereits im Vorjahr, nach dem Sieg beim Wettbewerb in Mailand, hat das Weltmeisterteam angekündigt, einen eigenen Verein ins Leben zu rufen. Inzwischen ist es Realität geworden: Im Herbst 2025 wurde Osnabotics e. V. gegründet, der seither die Betreuung des Teams übernimmt. Dem Verein gehören Studierende, Alumni, Forschende und Praxispartner*innen im Bereich Robotik an. Ziel des Vereins ist es, gemeinsame Entwicklungsprojekte zu organisieren, die Teilnahme an Wettbewerben zu koordinieren und den fachlichen Austausch in der Region dauerhaft zu strukturieren.&nbsp;<br><br>&nbsp;</p>
<p>Im Verein sind Studierende der beiden Hochschulen aus allen Fachrichtungen willkommen. Das reine Interesse für Robotik reicht zum Start aus. „Wir haben auch Themen abseits von Ingenieurstudiengängen – etwa Medienarbeit oder Projektplanung“, sagt Christopher Sieh. Interessierte können sich über die Mailadresse&nbsp;<a href="mailto:info@osnabotics.org">info@osnabotics.org</a> beim Verein melden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Dank an die Unterstützer</strong></p>
<p>Das Osnabrücker Team dankt herzlich den AMAZONEN-WERKEN H. DREYER SE &amp; Co. KG, Allied Vision Technologies GmbH, Nature Robots GmbH, iotech GmbH und weiteren Spendern für ihre Unterstützung. Nur dank ihrem Engagement war die Finanzierung der Fahrt und der Teilnahmegebühren möglich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kontakt für die Medien:</strong><br><br>Osnabotics e. V.&nbsp;<br>Christopher Sieh<br>Tel.: 0541 44012792, E-Mail: <a href="mailto:info@osnabotics.org">info@osnabotics.org</a> &nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                        <pubDate>Tue, 30 Jun 2026 12:58:38 +0200</pubDate>
                        <title>Neues EIP-Agri-Projekt bewilligt: „Grashähnchen“ eröffnet neue Perspektiven für Dauergrünland</title>
                        <link>https://www.hs-osnabrueck.de/nachrichten/2026/06/neues-eip-agri-projekt-bewilligt-grashaehnchen-eroeffnet-neue-perspektiven-fuer-dauergruenland/</link>
                        <description>Die Arbeitsgruppe Tierernährung der Hochschule Osnabrück unter der Leitung von Prof. Dr. Heiner Westendarp koordiniert ab dem 1. Juli 2026 das EIP-Agri-Projekt „Grashähnchen“. In enger Kooperation mit dem Deutschen Institut für Lebensmittel-technik e. V. in Quakenbrück, wird gemeinsam mit Prof. Dr. Kemal Aganovic und seinem Team untersucht, ob Grünlandprotein künftig als regionale Eiweißquelle in der Broilerfütterung eingesetzt werden kann. Gefördert wird das Projekt mit insgesamt 483.272 Euro.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p class="text-justify"><strong>Grashähnchen – Alternative Nutzungskonzepte für Dauergrünlandflächen im Raum Niedersachsen</strong></p>
<p class="text-justify">Dauergrünland prägt viele Regionen Niedersachsens. Wiesen und Weiden gehören zum Landschaftsbild, bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen, schützen Böden vor Erosion, speichern Kohlenstoff und helfen dabei, Wasser in der Landschaft zu halten. Damit diese Flächen jedoch langfristig erhalten bleiben, benötigen sie nicht nur ökologische Wertschätzung. Sie benötigen auch eine wirtschaftliche Perspektive. Genau hier setzt das neue EIP-Agri-Projekt „Grashähnchen“ an.&nbsp;</p>
<p class="text-justify">Das auf drei Jahre angelegte Projekt untersucht den Einsatz von Grünlandprotein in der Broilerfütterung. Das Ziel besteht darin, ein alternatives, regionales Verwertungskonzept für Dauergrünland zu entwickeln und dessen ökologische und wirtschaftliche Effekte entlang der Prozesskette zu bewerten. Das Vorhaben wird über EIP-Agri Niedersachsen mit Mitteln der Europäischen Union gefördert. Damit greift „Grashähnchen” zwei zentrale Fragen auf. Wie lässt sich Dauergrünland künftig vielseitiger und wirtschaftlich tragfähiger nutzen? Und wie kann die Eiweißversorgung in der Tierhaltung regionaler und ressourcenschonender gestaltet werden?</p>
<p class="text-justify"><strong>Grünlandprotein für die Broilerfütterung</strong></p>
<p class="text-justify">Für eine bedarfsgerechte Fütterung von Broilern sind gut verwertbare Proteinquellen entscheidend. Bisher stammt ein großer Teil dieser Eiweißversorgung aus importiertem Soja. Gleichzeitig wächst auf niedersächsischen Grünlandflächen eine Ressource, die bisher vor allem in der Rinderfütterung genutzt wird. Broiler können diese faserreichen Grünlandpflanzen jedoch nicht direkt verwerten. Sie müssen zunächst so aufgeschlossen werden, dass die enthaltenen Proteine für die Tiere nutzbar werden. Das daraus gewonnene Proteinkonzentrat kann aufgrund seiner Aminosäurezusammensetzung eine interessante Alternative zu Soja darstellen. Genau hier setzt der Lösungsansatz des Projekts an.</p>
<p class="text-justify">Der Prozess beginnt mit der Ernte der Grünlandpflanzen. Die Pflanzen werden gepresst, wodurch ein eiweißreicher Pflanzensaft und ein faserreicher Presskuchen entstehen. Der Pflanzensaft wird anschließend weiter aufbereitet und getrocknet, sodass ein Proteinextrakt entsteht, der dem Futter beigemischt werden kann. Auch der Presskuchen bleibt als Koppelprodukt erhalten und kann regional weiterverwertet werden. So wird die Pflanze möglichst umfassend genutzt. Im Projekt wird unter Praxisbedingungen untersucht, ob und in welchem Umfang das gewonnene Grünlandprotein Soja in der Broilerfütterung ersetzen kann. Das Projekt „Grashähnchen“ begleitet dafür die gesamte Prozesskette von der Bewirtschaftung des Dauergrünlands bis zur Bewertung des Endprodukts. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob sich Grünlandprotein unter praktischen Bedingungen sinnvoll in der Broilerfütterung nutzen lässt.</p>
<p class="text-justify"><strong>Kreislaufwirtschaft in der Region stärken</strong></p>
<p class="text-justify">Das Projekt „Grashähnchen“ verfolgt über die Fütterung hinaus das Ziel, die regionale Kreislaufwirtschaft zu stärken. Wenn Protein aus regionalem Dauergrünland gewonnen und in der Region eingesetzt wird, können Transportwege verkürzt und die Abhängigkeit von internationalen Rohstoffmärkten verringert werden. Gleichzeitig bleiben Nährstoffe dort, wo sie entstehen und gebraucht werden. Nebenprodukte werden weitergenutzt und die anfallenden Nährstoffe können wieder auf landwirtschaftliche Flächen zurückgeführt werden. So wird Dauergrünland nicht nur erhalten, sondern es wird aktiver Teil einer regionalen Wertschöpfungskette. Das Projekt „Grashähnchen” steht somit für einen Perspektivwechsel. Dauergrünland wird dabei nicht nur als Landschaftselement oder als Futter für Rinder betrachtet, sondern auch als mögliche Eiweißquelle für Tiere, die Grünlandpflanzen normalerweise nicht direkt verwerten können. Wenn sich dieser Ansatz bewährt, könnte Grünlandprotein dazu beitragen, die Broilerfütterung regionaler und ressourcenschonender zu gestalten und dem Dauergrünland eine zusätzliche produktive Funktion zu verleihen. Entscheidend ist dabei, ob ökologische Vorteile und wirtschaftliche Tragfähigkeit zusammenkommen.</p>
<p class="text-justify"><strong>Praxis, Forschung und Verarbeitung greifen ineinander</strong></p>
<p class="text-justify">Die Umsetzung des Projekts ist eng mit der landwirtschaftlichen Praxis verbunden. Der Betrieb Ögens in Nordenham bringt Dauergrünland, praktische Erfahrung und Anknüpfungspunkte aus früheren Arbeiten zur Gewinnung von Grünlandprotein ein. Die Hochschule Osnabrück begleitet das Vorhaben wissenschaftlich und untersucht dabei unter anderem die Bereiche Fütterung, Tierwohl, Leistung sowie ökologische und ökonomische Effekte. Die AGRAVIS AG unterstützt die Rationsoptimierung und bringt Erfahrung aus der praktischen Tierernährung ein.&nbsp;</p>
<p class="text-justify">Von besonderer Bedeutung ist zudem die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik e. V. &nbsp;in Quakenbrück. Das Institut verfügt über Erfahrung in der Verarbeitung von Grünlandpflanzen und der Gewinnung pflanzlicher Proteine. Ergänzend bringt es seine Expertise in die Bewertung der Fleischqualität ein, sodass neben dem Futtermittel auch das erzeugte Lebensmittel berücksichtigt wird. So werden landwirtschaftliche Praxis, Verarbeitung, Fütterung und wissenschaftliche Bewertung miteinander verbunden. Am Ende steht nicht nur die Frage, ob ein neues Futtermittel hergestellt werden kann, sondern auch, ob sich daraus ein praxistaugliches Nutzungskonzept entwickeln lässt.</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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