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            <title>Neuigkeiten an der Hochschule Osnabrück</title>
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                <copyright>Hochschule Osnabrück</copyright>
            
            
            <pubDate>Sun, 18 Oct 2026 02:02:08 +0200</pubDate>
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                        <pubDate>Fri, 09 Oct 2026 09:10:32 +0200</pubDate>
                        <title>VDI zeichnet herausragende Abschlussarbeiten der Hochschule Osnabrück aus</title>
                        <link>https://www.hs-osnabrueck.de/nachrichten/2026/10/vdi-zeichnet-herausragende-abschlussarbeiten-der-hochschule-osnabrueck-aus/</link>
                        <description>Kartoffelkrebs, Simulations-Software, Diabetes-Sensorik und neue Blicke auf Geschichte: Fünf Studierende erhalten Förderpreise des VDI-Bezirksvereins Osnabrück-Emsland.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Der VDI-Bezirksverein Osnabrück-Emsland hat vier herausragende Abschlussarbeiten der Hochschule Osnabrück ausgezeichnet. „Ob die Rettung der landwirtschaftlichen Produktion, die Modernisierung der Lehre, die Verbesserung der medizinischen Versorgung oder das Aufbrechen veralteter Geschichtsbilder – diese Arbeiten beweisen eindrucksvoll, wie praxisnah und zukunftsorientiert das Studium an der Hochschule Osnabrück ist“, betonte die VDI-Vorstandsvorsitzende Prof. Angela Hamann-Steinmeier bei der Preisverleihung.</p>
<p><strong>Beste Masterarbeit: Beitrag zur Lösung eines jahrhundertealten Agrarproblems</strong></p>
<p>Achmed El‑Etri, Absolvent des Masterstudiengangs <a href="/studium/studienangebot/master/angewandte-nutztier-und-pflanzenwissenschaften-msc/">Angewandte Nutztier- und Pflanzenwissenschaften</a>, erhielt den VDI‑Preis für die beste Masterarbeit. Darin hat er sich mit der Bekämpfung der Quarantäneerkrankung Kartoffelkrebs auseinandergesetzt. Dieser wird durch einen hartnäckigen Pilz ausgelöst, dessen Sporen jahrzehntelang im Boden überleben.</p>
<p>Die Arbeit war eingebunden in das Forschungsprojekt „SYNergie“ der Hochschule Osnabrück und des renommierten Julius-Kühn-Instituts. Das Projektteam entwickelte ein neues Verfahren, das die mit Pilzsporen belastete Kartoffelerde mithilfe von Branntkalk desinfiziert. Im Fokus der Masterarbeit stand die konkrete Optimierung dieses Prozesses unter realen Praxisbedingungen. El-Etri untersuchte dafür präzise, wie Wassergehalt der zu behandelnden Erden, Mischintensität und organische Anteile den Kalkbedarf beeinflussen. Die Ergebnisse des ausgezeichneten Absolventen liefern ein praxistaugliches Modell, das die Kosten der Erdreinigung von 40 Euro auf unter zwei Euro pro Tonne senkt.</p>
<p>Mit Biotests und neu entwickelten, hochpräzisen Gen-Analysen (sogenannten qPCR-Tests) hat das Julius-Kühn-Institut bestätigt, dass die behandelten Sporen nicht mehr ansteckend sind. Damit steht der Praxis eine umweltfreundliche und zugleich preiswerte Lösung für ein jahrhundertealtes Problem zur Verfügung, um die Kartoffelproduktion abzusichern.</p>
<p><strong>Beste Bachelorarbeit: Erweiterte Simulations-Software für die Ingenieurausbildung</strong></p>
<p>Der erste Preis für herausragende Bachelorarbeiten ging an Daniel Mendricks. Der <a href="/studium/studienangebot/bachelor/maschinenbau-bsc/">Maschinenbau</a>-Absolvent hat das Lehrprogramm namens „Exp*FEM“ für die Ingenieurausbildung umfassend weiterentwickelt. Das Programm vermittelt Studierenden die Finite-Elemente-Methode – ein Verfahren, mit dem sich das Verhalten von Bauteilen unter Belastung berechnen lässt. Die Arbeit erweitert das Programm um die realitätsnähere Darstellung veränderlicher Belastungen sowie unterschiedlicher Lagerungs- und Verbindungssituationen.&nbsp;</p>
<p>Der Absolvent hat die neuen Funktionen sorgfältig überprüft und mit einem kommerziellen Berechnungsprogramm verglichen. Mendricks‘ Erweiterungen bilden nun die Basis des Lehrprogramms.</p>
<p><strong>Zweiter Preis: Smarter Sensor zur Unterstützung von Menschen mit Diabetes</strong></p>
<p>Moritz Kampe, ebenfalls Absolvent des Maschinenbaus, erhielt den zweiten Förderpreis. Er entwickelte eine kostengünstige, mit Sensoren ausgestattete Schuheinlage, die fortlaufend den Fußdruck von Menschen mit Diabetes misst. Da es auf dem Markt keinen passenden Sensor gab, entwarf und baute der angehende Ingenieur den biegsamen Drucksensor einfach selbst. Er stimmte ihn genau auf das Gewicht eines menschlichen Fußes ab und webte ihn direkt in den Stoff der Einlegesohle ein. Ergänzt wird das System durch eine winzige, selbst entwickelte Elektronik-Platine und ein Computerprogramm, das die Messwerte sofort auswertet und auf einem Bildschirm anzeigt.</p>
<p>Für dieses Projekt hat Kampe tiefes Fachwissen aus der Textiltechnik, Elektronik, Informatik und Materialwissenschaft kombiniert – ein Paradebeispiel für moderne, fachübergreifende Ingenieurarbeit. Die smarte Einlegesohle hat das Interesse von Arztpraxen und dem Osnabrücker Healthcare Accelerator (OHA) geweckt; erste Gespräche über die Gründung eines eigenen Start-ups laufen bereits.</p>
<p><strong>Dritter Preis: Vergessene weibliche Perspektiven historisch sichtbar machen</strong></p>
<p>Stina Föhrder und Marie Thiele erhielten eine Auszeichnung für ihre gemeinsame Bachelorarbeit. Die beiden Absolventinnen des Studiengangs <a href="/studium/studienangebot/bachelor/media-interaction-design-ba/">Media &amp; Interaction Design</a> haben ein interaktives Ausstellungsexponat entwickelt, das Museumsgästen einen völlig neuen Blick auf die Geschichte ermöglicht.&nbsp;</p>
<p>Ihr Projekt „Die Welt germanischer Frauen“ hinterfragt die klassische, oft sehr männlich geprägte Geschichtsschreibung. Da es nur wenige direkte Funde oder Berichte über germanische Frauen gibt, haben die beiden Designerinnen historische, archäologische und medienwissenschaftliche Erkenntnisse geschickt miteinander verknüpft. Sie untersuchten alte Rollenbilder und machten die Lücken in der Geschichtsforschung sichtbar. Durch ihr interaktives Exponat kann das Publikum die Lebenswelt der Germaninnen neu erleben und Vorurteile kritisch hinterfragen – ein gelungenes Beispiel dafür, wie interdisziplinär geprägtes Interaction Design gesellschaftliche Debatten anstoßen kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Zum Hintergrund</strong></p>
<p>Der VDI-Förderpreis wird jährlich an besonders innovative und praxisrelevante&nbsp; Abschlussarbeiten der Absolvent*innen der Hochschule Osnabrück im technischen Bereich vergeben. Ziel ist es, talentierte Nachwuchskräfte zu fördern und deren Leistungen einer breiten Öffentlichkeit sichtbar zu machen.<strong>&nbsp;</strong></p>
<p><strong>Weitere Informationen&nbsp;</strong></p>
<p>Prof. Dr. Angela Hamann-Steinmeier<br>Vorstandsvorsitzende des VDI-Bezirksvereins Osnabrück-Emsland&nbsp;<br>Professorin für Bioverfahrenstechnik der Hochschule Osnabrück<br>Telefon: +49(0)541 969-2902<br>E-Mail: <a href="mailto:a.hamann@hs-osnabrueck.de" class="mail">a.hamann@hs-osnabrueck.de</a>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                        <pubDate>Wed, 30 Sep 2026 14:40:32 +0200</pubDate>
                        <title>Von Sydney bis Arusha: Wissenschaftler*innen der Hochschule Osnabrück forschen im Ausland</title>
                        <link>https://www.hs-osnabrueck.de/nachrichten/2026/09/von-sydney-bis-arusha-wissenschaftlerinne-der-hochschule-osnabrueck-forschen-im-ausland/</link>
                        <description>Neue Perspektiven für Lehre und Wissenschaft</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Wie bereichern internationale Aufenthalte die Lehre und Wissenschaft? Und welche Chancen bieten Forschungsaufenthalt im Ausland für die persönliche und akademische Entwicklung? Zwei Forschende der Hochschule Osnabrück berichten von ihren Erfahrungen in Tansania und Australien, die nicht nur ihre eigene Arbeit, sondern auch die internationale Vernetzung der Hochschule stärken.</p>
<h4>Nachhaltigkeit in australischen Museen</h4>
<p>Von Januar bis Juli 2026 verbrachte Prof. Dr. Gesa Birnkraut, Professorin für Strategisches Management in Nonprofit-Organisationen an der Hochschule Osnabrück, ein Forschungssemester an der University of Sydney. Im Fokus stand die Frage, wie Museen die Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel in ihre Ausstellungen integrieren und welche Wirkung dies auf Besucher*innen hat. In 18 Interviews mit Kurator*innen und Direktor*innen verschiedener Museen in Australien sammelte sie Daten, die in eine Publikation einfließen werden.&nbsp;</p>
<p>Besonders beeindruckt hat Gesa Birnkraut das akademische und soziale Leben in Sydney und an der University of Sydney: „Hier habe ich das erste Mal in meinem Leben eine traditionelle Graduation mitmachen dürfen und durfte in einer eigenen Robe mit den anderen Professor*innen in die eindrucksvolle Great Hall der Universität einlaufen“, so die Professorin.&nbsp;</p>
<h4>Biodiversitätsmonitoring und Brandfrüherkennung in Tansania</h4>
<p>Prof. Dr. Clemens Westerkamp, Professor für Informatik an der Hochschule Osnabrück, nutzte sein Forschungssemester, um eine Lehr- und Forschungskooperation mit dem Nelson Mandela African Institution of Science and Technology (NM-AIST) in Arusha in Tansania aufzubauen. Dort beschäftigte er sich mit Sensorik und Weitverkehrsnetzwerken für Biodiversitätsmonitoring und Brandfrüherkennung. „Die Studierende des NM-AIST arbeiten auf hohem Niveau und konnten direkt in Forschungsprojekte eingebunden werden“, sagt Westerkamp.&nbsp;</p>
<p>Außerdem wurden mit Lehrenden aus Arusha gemeinsame Module entwickelt, für ein Wahlfach, das zukünftig sowohl in Osnabrück als auch in Tansania angeboten werden soll.</p>
<h4>Persönlicher und akademischer Gewinn&nbsp;</h4>
<p>„Der Aufwand, für einige Zeit ins Ausland zu gehen, ist hoch – organisatorisch, emotional und finanziell. Aber all das bekommt man vielfach durch die gewonnenen Erfahrungen und die intensiven kulturellen und akademischen Momente zurück“, fasst Clemens Westerkamp sein Forschungssemester zusammen.&nbsp;</p>
<p>Die Hochschule Osnabrück fördert daher internationale Forschungskooperationen und ermöglicht Professor*innen, ein Forschungssemester im Ausland zu verbringen. Diese Freistellung von Lehr- und Verwaltungsaufgaben bietet die Chance, neue wissenschaftliche Netzwerke aufzubauen, Forschungsprojekte voranzutreiben und interkulturelle Erfahrungen zu sammeln.&nbsp;</p>
<p>„Für einige Monate in eine andere Kultur und akademische Welt eintauchen, ist gewinnbringend für die eigene Persönlichkeit, aber auch für Lehre und Forschung im eigenen Land“, sagt Gesa Birnkraut.</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                        <pubDate>Mon, 21 Sep 2026 13:32:00 +0200</pubDate>
                        <title>Bundesverdienstkreuz für ehemalige Pflege-Professorin der Hochschule Osnabrück</title>
                        <link>https://www.hs-osnabrueck.de/nachrichten/2026/09/bundesverdienstkreuz-fuer-ehemalige-pflege-professorin-der-hochschule-osnabrueck/</link>
                        <description>Prof. Dr. Doris Schiemann ist für ihre jahrzehntelange Pionierarbeit in der Pflegewissenschaft mit der höchsten staatlichen Auszeichnung geehrt worden</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>(Osnabrück, 21.09.2026) Ehrung für ihr Lebenswerk: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Prof. Dr. Doris Schiemann (i.R.) das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (kurz Bundesverdienstkreuz) verliehen. Für ihr jahrzehntelanges Engagement in der Pflegewissenschaft ist sie mit der höchsten Anerkennung ausgezeichnet worden, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Damit würdigt das Land ihre wissenschaftliche Pionierarbeit, die bis in die Gegenwart hineinwirkt. Bei einer Feierstunde im Osnabrücker Rathaus überreichte Oberbürgermeisterin Katharina Pötter der ehemaligen Professorin der Hochschule Osnabrück die Medaille sowie die Verleihungsurkunde.</p>
<p><strong>„Gute Pflege darf nicht an der Kassenlage scheitern“</strong></p>
<p>„Wissenschaft wird für die Menschen vor allem dort lebendig, wo sie unser konkretes Leben berührt – wo sie Probleme anpackt und wo sie den Alltag spürbar besser und menschlicher macht.“ Doris Schiemann sei das personifizierte Vorbild für diesen Anspruch, so die Oberbürgermeisterin. Zudem betonte Pötter, dass es Schiemann bei der Standardisierung von Pflege nie zuvorderst um Effizienz oder Kostenreduktion gegangen sei, sondern vielmehr um die Würde des Menschen: „Gute Pflege darf nicht an der Kassenlage scheitern“, fasste Pötter Schiemanns Haltung zusammen. Die Oberbürgermeisterin dankte der Wissenschaftlerin für ihren langjährigen Einsatz als Mahnerin und Beraterin in bundesweiten Expertengremien sowie auf regionaler Ebene.</p>
<p><strong>Pionierin bei der Entwicklung der ersten Pflegestudiengänge in Deutschland</strong></p>
<p>„Prof. Dr. Doris Schiemann hat mit ihrer Pionierarbeit Maßstäbe bei der Akademisierung der Pflege in Deutschland gesetzt“, so Hochschul-Präsident Prof. Dr. Alexander Schmehmann. „Sie hat maßgeblich die Entwicklung und Umsetzung der bundesweit ersten Pflegestudiengänge an der Hochschule Osnabrück vorangetrieben. Mit ihrem unermüdlichen Engagement, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis zu bringen, hat sie nicht nur für unsere Hochschule einen unschätzbaren Beitrag geleistet. Sie hat auch bundesweit einen großen Beitrag zur Professionalisierung und Qualitätssteigerung der Pflege geleistet. Ich gratuliere herzlich zu dieser bedeutsamen und sehr verdienten Auszeichnung.“</p>
<p>Doris Schiemann zeigte sich über die Auszeichnung im Kreis geladener Gäste im Rathaus tief bewegt. „Während meiner Berufspraxis in der Universitätsmedizin Anfang der Siebzigerjahre war ich erschüttert von teils menschenverachtenden Praktiken in der Gynäkologie, Geburtshilfe und der Herzchirurgie. Die Pflege mit ihrem damaligen Bildungsstand hatte dem wenig entgegenzusetzen. Außer den Ärzten gab es noch keinen weiteren Gesundheitsberuf mit einer akademischen Qualifizierung und daher auch keine interkollegiale Kontrolle in der Gesundheitsversorgung. Das war mein Antrieb“, erinnerte sie sich und fuhr fort: „Ich sehe mich heute auch stellvertretend für meine Kolleginnen und Kollegen an der Hochschule Osnabrück geehrt, die mit mir über drei Jahrzehnte mit viel Sachverstand und Engagement den Stein für die Akademisierung und Professionalisierung der Pflege ins Rollen gebracht haben.“<br><br>Bereits 1981 begann Schiemann als wissenschaftliche Mitarbeiterin mit der curricularen Entwicklung des Faches Pflegewissenschaft für die Studienprogramme „Pflegedienstleitung im Krankenhaus“, „Krankenpflegemanagement“ und „Pflegewissenschaft“ an der damaligen Fachhochschule Osnabrück. „Als ich damals die Stelle antrat, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können, welche Entfaltungsmöglichkeiten ich für die Pflege im damaligen Fachbereich Wirtschaft an der Fachhochschule Osnabrück bekommen würde“, sagte die ehemalige Pflege-Professorin in ihrer Dankesrede.<br><br><strong>Gründerin des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP)</strong><br><br>Von 1992 bis 2012 war Schiemann als Professorin für Pflegewissenschaft an der Hochschule Osnabrück tätig. 1992 wurde sie als deutsche Vertreterin in den Lenkungsausschuss des Europäischen Netzwerks für Qualitätssicherung in der Pflege (EuroQUAN) berufen. Im selben Jahr begann sie mit dem Aufbau des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) an der Hochschule Osnabrück und leitete das Netzwerk bis zu ihrer Emeritierung 2012.&nbsp;<br><br>Ende der Neunzigerjahre startete sie im DNQP mit der Entwicklung der ersten evidenzbasierten Expertenstandards in Kooperation mit dem Deutschen Pflegerat und finanzieller Unterstützung des Bundesgesundheitsministeriums. Bis 2012 konnten sieben Expertenstandards auf den Weg gebracht werden zu Themen, die ein besonders großes Qualitätsrisiko in der Pflege darstellen, wie unter anderem zu Dekubitalgeschwüren (sogenanntem Wundliegen), Stürzen, Schmerzzuständen und chronischen Wunden. Das DNQP ist bis heute bundesweit der wichtigste Motor für die Professionalisierung der Pflegepraxis.<br><br><strong>Gefragte Expertin auf nationaler sowie internationaler Bühne</strong><br><br>Schiemann war zudem Mitglied im Ethikrat des Bundesministeriums für Gesundheit (1999-2002) sowie in zahlreichen weiteren nationalen wie auch internationalen Beiräten, Expert*innengruppen und Gremien tätig, wie dem wissenschaftlichen Beirat des deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (2001-2004). Außerdem arbeitete sie als Beraterin und Berichterstatterin der Weltgesundheitsorganisation WHO sowie als Kommissionsmitglied beim Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF).<br>2005 wurde die Osnabrücker Pflegewissenschaftlerin mit der Agnes Karll Medaille des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) ausgezeichnet. 2007 erhielt sie den Deutschen Pflegepreis vom Deutschen Pflegerat (DPR).</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                        <pubDate>Fri, 11 Sep 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
                        <title>Bundesweite Studie zur Qualität und Akzeptanz der Kita- und Schulverpflegung gestartet</title>
                        <link>https://www.hs-osnabrueck.de/nachrichten/2026/09/bundesweite-studie-zur-qualitaet-und-akzeptanz-der-kita-und-schulverpflegung-gestartet/</link>
                        <description>Wie die Qualität und Akzeptanz der Kita- und Schulverpflegung in Deutschland erfasst und langfristig verbessert werden können, untersucht eine gemeinsame Studie der Hochschule Osnabrück, der Universität Konstanz und der Universität Göttingen.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Osnabrück/Konstanz/Göttingen, 10. September 2026. Rund sechs Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland essen täglich in Kitas und Schulen. Mit dem Ausbau der Ganztagsbetreuung wird die Gemeinschaftsverpflegung weiter an Bedeutung gewinnen. Doch ein aus-gewogener Speiseplan allein reicht nicht aus, wenn das Essen am Ende nicht gegessen wird. Wie Verpflegungsangebote gestaltet sein müssen, damit sie gesundheitlichen und fachlichen Anforderungen entsprechen und zugleich von Kindern und Jugendlichen gerne angenommen werden, untersucht nun das bundesweite Forschungsprojekt KiSMo - Kita- und Schulverpflegungsmonitoring.</p>
<p>Das Verbundprojekt wird von der Hochschule Osnabrück geleitet; Partner sind die Universität Konstanz und die Georg-August-Universität Göttingen. Gefördert wird KiSMo vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über den Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Das Projekt läuft von September 2026 bis August 2028. Die Ergebnisse sollen eine aktuelle und belastbare Grundlage schaffen, um die Kita- und Schulverpflegung in Deutschland datenbasiert weiterzuentwickeln.</p>
<p><br>„Kita- und Schulessen begleitet Millionen Kinder durch ihren Alltag. Umso wichtiger ist es, verlässlich zu wissen, was gut funktioniert und wo Verbesserungen nötig sind. Dafür brau-chen wir aktuelle bundesweite Daten“, sagt Prof. Dr. Melanie Speck, Professorin für Sozio-ökonomie in Haushalt und Betrieb an der Hochschule Osnabrück und Leitung des Verbundprojekts.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was entscheidet, ob Kinder und Jugendliche das Essen annehmen?</strong></p>
<p>Ein besonderer Schwerpunkt von KiSMo liegt auf der Akzeptanz und Nutzung der Verpfle-gung. Dafür werden alle Beteiligten befragt: von Schülerinnen und Schülern sowie Eltern über die Leitungen der Kitas und Schulen bis hin zu den Verpflegungsverantwortlichen. So lassen sich die unterschiedlichen Perspektiven auf Angebot, Nutzung, Zufriedenheit, Kosten und organisatorische Rahmenbedingungen für jede Einrichtung miteinander verknüpfen.</p>
<p>„Ob Kinder und Jugendliche das Angebot in Kita und Schule nutzen, hängt nicht allein davon ab, was auf dem Teller liegt. Entscheidend ist die gesamte Ernährungsumgebung: Wie ist die Essenssituation gestaltet, was kostet das Essen, wie läuft die Organisation - und welche Alternativen gibt es auf dem Schulweg oder um die Ecke? Mit KiSMo wollen wir diese Umgebung erstmals bundesweit systematisch erfassen und verstehen, unter welchen Bedingungen Schulverpflegung eine echte Chance hat“, erklärt Prof. Dr. Britta Renner, Professorin für Psychologische Diagnostik und Gesundheitspsychologie an der Universität Konstanz.</p>
<p>Die Universität Konstanz bringt im Verbund insbesondere ihre Expertise in die schulbezogenen Befragungen ein und verantwortet die Analyse der schulischen Ernährungsumgebung. Dabei werden Befragungsdaten zur Nutzung und Akzeptanz der Schulverpflegung mit Daten zur schulischen Ernährungsumgebung verknüpft.</p>
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<p><strong>Mehrstufiges Design für belastbare Daten</strong></p>
<p>Um möglichst belastbare Aussagen für Deutschland treffen zu können, ist KiSMo mehrstufig angelegt. Zunächst entsteht eine bundesweite Übersicht aller Kitas, Kitaträger und allge-meinbildenden Schulen. Darauf aufbauend erfasst ein digitales Kurzscreening zentrale Fak-toren - etwa, ob das Essen vor Ort zubereitet oder aus einer Zentralküche angeliefert wird und wie viele Kinder mitessen. Diese Informationen bilden die Grundlage für die Auswahl re-präsentativ angelegter Stichproben für die vertiefenden Befragungen.<br><br>„Wir streben an, mit mehreren aufeinander abgestimmten Befragungen an Kitas und Schulen ein möglichst verlässliches Bild für ganz Deutschland zu gewinnen. Nur so können praxisnahe und belastbare Empfehlungen für die Kita- und Schulverpflegung abgeleitet werden“, sagt Prof. Dr. Achim Spiller, Professor für Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte an der Georg-August-Universität Göttingen.<br>Die Erhebungsinstrumente für Kitas und Schulen werden gemeinsam im Verbund entwickelt und abgestimmt. Die Universität Göttingen bringt dabei insbesondere Expertise zur Erfassung zielgruppenspezifischer Akzeptanzfaktoren, zur Fragebogenentwicklung und zur me-thodischen Vergleichbarkeit der Befragungen ein.<br><br>Die Hochschule Osnabrück verantwortet neben der Gesamtleitung die Erhebungen in den Kitas sowie die vertiefenden Analysen in ausgewählten Einrichtungen. Durch die langjährige Arbeit im Bereich der indikatorbasierten Nachhaltigkeitsbewertung kann das entsprechende Wissen in diesem Feld eingebracht werden. Das Forschungsteam untersucht Speisepläne, Rezepturen, Portionsgrößen und, soweit verfügbar, Betriebs- und Warenwirtschaftsdaten. Dabei geht es unter anderem darum, inwieweit die Qualitätsstandards der Deutschen Gesell-schaft für Ernährung (DGE) umgesetzt werden. Neben der Nährstoffzusammensetzung wer-den auch Nachhaltigkeitsaspekte und Kosten berücksichtigt. So verbindet KiSMo die Frage, was auf den Teller kommt, mit der Frage, unter welchen Bedingungen das Angebot von Kin-dern und Jugendlichen tatsächlich angenommen und genutzt wird.<br>Monitoring für die Zukunft<br><br>KiSMo soll nicht nur eine Momentaufnahme liefern. Auf Grundlage der bundesweiten Erhe-bungen entwickelt das Forschungsteam ein standardisiertes Monitoring-Konzept. Damit soll es künftig möglich werden, zentrale Kennzahlen zur Kita- und Schulverpflegung - etwa Nut-zung, Angebotsqualität, Nachhaltigkeit und Ernährungsumgebung - regelmäßig, vergleichbar und mit vertretbarem Aufwand zu erfassen. Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Stefan Stiene, Professor für Intelligente Agrarsysteme an der Hochschule Osnabrück, bringt dafür Expertise zu Datenstrukturierung und KI-gestützten Verfahren ein.<br><br>Die Ergebnisse des Projekts sollen in den 16. DGE-Ernährungsbericht einfließen.</p>
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<p><strong>Weitere Informationen</strong></p>
<p><strong>Prof. Dr. Melanie Speck&nbsp;</strong><br>Professur Sozioökonomie in Haushalt und Betrieb Arbeitsgruppe Transformative Ernährungs- und Konsumsysteme Hochschule Osnabrück 0541 969-5090 <a href="mailto:m.speck@hs-osnabrueck.de">m.speck@hs-osnabrueck.de</a></p>
<p><strong>Prof. Dr. Britta Renner&nbsp;</strong><br>Professorin für Psychologische Diagnostik und Gesundheitspsychologie Universität Konstanz<br>07531 88-4679 <a href="mailto:britta.renner@uni-konstanz.de">britta.renner@uni-konstanz.de</a>&nbsp;</p>
<p><strong>Prof. Dr. Achim Spiller&nbsp;</strong><br>Professur für Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte Georg-August-Universität Göttingen</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                        <pubDate>Tue, 18 Aug 2026 07:53:59 +0200</pubDate>
                        <title>Landwirtschaft als Stromnetz-Stabilisator: Wie Bauernhöfe das Netz entlasten können</title>
                        <link>https://www.hs-osnabrueck.de/nachrichten/2026/08/landwirtschaft-als-stromnetz-stabilisator-wie-bauernhoefe-das-netz-entlasten-koennen/</link>
                        <description>Neues Forschungsprojekt der Hochschule Osnabrück und Technischen Universität Braunschweig </description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Wie können landwirtschaftliche Betriebe durch intelligente Energieerzeugung und -nutzung das Stromnetz entlasten und sich selbst besser vor Stromengpässen schützen? Dieser Frage geht ein neues Forschungsprojekt nach, das die Hochschule Osnabrück gemeinsam mit der Technischen Universität Braunschweig durchführt. Das Vorhaben wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) im Rahmen der Förderinitiative „Speicher und Netze“ finanziert.&nbsp;</p>
<h3>Herausforderung und Chance: Energie aus der Landwirtschaft</h3>
<p>Landwirtschaftliche Betriebe leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende: Durch Photovoltaik-, Biogas- und Windkraftanlagen sowie den Einsatz alternativer Antriebe in Maschinen tragen sie zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bei. Gleichzeitig belasten die unregelmäßige Einspeisung erneuerbarer Energien und der schwankende Eigenverbrauch das Stromnetz. Genau hier setzt das Projektteam an und untersucht, wie landwirtschaftliche Betriebe durch flexible Erzeugung, Speicherung und Laststeuerung das Netz entlasten und gleichzeitig ihre Energieautarkie erhöhen können.</p>
<p>„Landwirtschaftliche Betriebe bergen großes Potenzial für netzdienliches Verhalten. Durch erneuerbare Energien und alternative Antriebe können sie nicht nur Emissionen senken, sondern auch das Stromnetz stabilisieren – und so einen essenziellen Beitrag zur Energieversorgung der Zukunft leisten“, sagt Prof. Dr. Hans-Jürgen Pfisterer, Leiter des Labors Elektrische Antriebs- und Energiewandlungssysteme an der Hochschule Osnabrück.&nbsp;</p>
<h3>Energieflüsse verstehen, ausgleichen, sichern</h3>
<p>Dafür verfolgen die Forschenden drei zentrale Ziele: Zunächst erfassen sie systematisch die Energieflüsse in der Landwirtschaft. Am Beispiel eines Milchviehbetriebs werden alle Energiequellen sowie Verbraucher wie Melkroboter oder die Milchkühlung analysiert. Dabei betrachtet das Team nicht nur den aktuellen Zustand, sondern auch die zunehmende Elektrifizierung landwirtschaftlicher Maschinen und den damit künftig noch steigenden Strombedarf.&nbsp;</p>
<p>Im nächsten Schritt gleicht das Team Angebot und Nachfrage ab.&nbsp;Mit dem Braunschweiger Verfahrensrechner kann durch Simulationen landwirtschaftlichen Verfahren und der Energieerzeugungsmodelle der mögliche lokale Ausgleich von Stromangebot und -bedarf aufgezeigt werden.&nbsp;Dabei werden auch Möglichkeiten der Direktvermarktung, wie beispielswiese E-Fahrzeugstrom und Speicherlösungen für die Landwirt*innen berücksichtigt.</p>
<p>Zum Schluss evaluiert das Projekt, welche technischen Voraussetzungen nötig sind, um den Betrieb auch bei Netzausfällen aufrechterhalten zu können, um im Krisenfall auch lokale Einrichtungen der kritischen Infrastruktur oder Einsatzkräfte unterstützen zu können.</p>
<h3>Hintergrund</h3>
<p>Das Projekt wird mit einem Fördervolumen von 173.735 Euro im Rahmen der Förderinitiative „Netze und Speicher“ durch die DBU unterstützt und läuft noch bis zum 16. Juni 2027. Neben den beiden Hochschulen sind zwei Milchviehbetriebe sowie das AgroTech Valley Forum als Praxispartner eingebunden, um eine realitätsnahe Abbildung der Betriebsprozesse zu gewährleisten.</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                        <pubDate>Thu, 09 Jul 2026 07:54:00 +0200</pubDate>
                        <title>Grünland statt Soja? Hochschule Osnabrück erforscht neue Eiweißquelle für die Hähnchenfütterung</title>
                        <link>https://www.hs-osnabrueck.de/nachrichten/2026/07/neues-eip-agri-projekt-bewilligt-grashaehnchen-eroeffnet-neue-perspektiven-fuer-dauergruenland/</link>
                        <description>Forschungsprojekt eröffnet wirtschaftliche Möglichkeiten für Grünland   </description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>(Osnabrück, 9. Juli 2026) Dauergrünland prägt viele Regionen Niedersachsens. Wiesen und Weiden gehören zum Landschaftsbild, bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen, schützen Böden vor Erosion, speichern Kohlenstoff und helfen dabei, Wasser in der Landschaft zu halten. Damit diese Flächen jedoch langfristig erhalten bleiben, benötigen sie nicht nur ökologische Wertschätzung. Sie benötigen auch eine wirtschaftliche Perspektive. Genau hier setzt das neue Forschungsprojekt „Grashähnchen“ an. Die Arbeitsgruppe Tierernährung der Hochschule Osnabrück unter der Leitung von Prof. Dr. Heiner Westendarp koordiniert seit dem 1. Juli 2026 in enger Kooperation mit Prof. Dr. Kemal Aganovic und seinem Team vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) e. V. in Quakenbrück das auf drei Jahre angelegte Projekt. Konkret wird der Einsatz von Grünlandprotein in der Broilerfütterung untersucht. Das Ziel besteht darin, ein alternatives, regionales Verwertungskonzept für Dauergrünland zu entwickeln und dessen ökologische und wirtschaftliche Effekte entlang der Prozesskette zu bewerten. Das Vorhaben wird mit 483.272 Euro aus Mitteln der Europäischen Union gefördert.&nbsp;</p>
<p><strong>Grünlandprotein für die Broilerfütterung</strong></p>
<p>Für eine bedarfsgerechte Fütterung von Broilern, der Fachbegriff für Hähnchen, sind gut verwertbare Proteinquellen entscheidend. Bisher stammt ein großer Teil dieser Eiweißversorgung aus importiertem Soja. Gleichzeitig wächst auf niedersächsischen Grünlandflächen eine Ressource, die bislang vor allem in der Rinderfütterung genutzt wird. Broiler können diese faserreichen Grünlandpflanzen jedoch nicht direkt verwerten. Sie müssen zunächst so aufgeschlossen werden, dass die enthaltenen Proteine für die Tiere nutzbar werden. Das daraus gewonnene Proteinkonzentrat kann aufgrund seiner Aminosäurezusammensetzung eine interessante Alternative zu Soja darstellen. Genau hier setzt der Lösungsansatz des Projekts an.</p>
<p>Der Prozess beginnt mit der Ernte der Grünlandpflanzen. Die Pflanzen werden gepresst, wodurch ein eiweißreicher Pflanzensaft und ein faserreicher Presskuchen entstehen. Der Pflanzensaft wird anschließend weiter aufbereitet und getrocknet, sodass ein Proteinextrakt entsteht, der dem Futter beigemischt werden kann. Auch der Presskuchen bleibt als Koppelprodukt erhalten und kann regional weiterverwertet werden. So wird die Pflanze möglichst umfassend genutzt.<br>Im Projekt wird unter Praxisbedingungen untersucht, ob und in welchem Umfang das gewonnene Grünlandprotein Soja in der Broilerfütterung ersetzen kann. Das Projekt „Grashähnchen“ begleitet dafür die gesamte Prozesskette – von der Bewirtschaftung des Dauergrünlands über die Verarbeitung bis hin zur Bewertung des Endprodukts. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob sich Grünlandprotein unter praktischen Bedingungen sinnvoll in der Broilerfütterung nutzen lässt.</p>
<p><strong>Regionale Kreislaufwirtschaft stärken</strong></p>
<p>Das Projekt „Grashähnchen“ verfolgt über die Fütterung hinaus das Ziel, die regionale Kreislaufwirtschaft zu stärken. Wenn Protein aus niedersächsischem Dauergrünland gewonnen und in der Region eingesetzt wird, können Transportwege verkürzt und die Abhängigkeit von internationalen Rohstoffmärkten verringert werden. Gleichzeitig bleiben Nährstoffe dort, wo sie entstehen und gebraucht werden. Nebenprodukte werden weitergenutzt und die anfallenden Nährstoffe können wieder auf landwirtschaftliche Flächen zurückgeführt werden.</p>
<p>So wird Dauergrünland nicht nur erhalten, sondern aktiver Teil einer regionalen Wertschöpfungskette. Das Projekt „Grashähnchen“ steht damit für einen Perspektivwechsel: Dauergrünland wird nicht nur als Landschaftselement oder als Futter für Rinder betrachtet, sondern auch als mögliche Eiweißquelle für Tiere, die Grünlandpflanzen normalerweise nicht direkt verwerten können. Wenn sich dieser Ansatz bewährt, könnte Grünlandprotein dazu beitragen, die Broilerfütterung regionaler und ressourcenschonender zu gestalten und dem Dauergrünland eine zusätzliche produktive Funktion zu verleihen. Entscheidend ist dabei, ob ökologische Vorteile und wirtschaftliche Tragfähigkeit zusammenkommen.</p>
<p><strong>Forschung, Praxis und Verarbeitung arbeiten Hand in Hand</strong></p>
<p>Das Projekt bringt Partner aus Wissenschaft, Landwirtschaft und Wirtschaft in Niedersachsen zusammen. Die Hochschule Osnabrück übernimmt die wissenschaftliche Koordination und untersucht unter anderem Fütterung, Tierwohl, Leistung sowie ökologische und ökonomische Effekte.&nbsp;<br>Das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik e. V. (DIL) in Quakenbrück bringt seine langjährige Expertise in der Verarbeitung von Grünlandpflanzen und der Gewinnung pflanzlicher Proteine ein. Darüber hinaus bewertet das Institut die Fleischqualität und ergänzt damit die wissenschaftliche Betrachtung entlang der gesamten Prozesskette.<br>Der landwirtschaftliche Betrieb Ögens in Nordenham bringt Dauergrünland, praktische Erfahrung und Anknüpfungspunkte aus früheren Arbeiten zur Gewinnung von Grünlandprotein ein. Die AGRAVIS AG unterstützt die Rationsoptimierung und steuert ihre Expertise aus der praktischen Tierernährung bei.</p>
<p>So werden landwirtschaftliche Praxis, Lebensmitteltechnologie, Tierernährung und wissenschaftliche Forschung eng miteinander verzahnt. Ziel ist nicht nur die Entwicklung eines neuen Futtermittels, sondern eines praxistauglichen Nutzungskonzepts, das neue Perspektiven für die Landwirtschaft in Niedersachsen eröffnen kann.</p>
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