Online, hybrid oder blended?

Im Themenfeld E-Learning spielen verschiedene Fachbegriffe eine Rolle, die zum Teil Interpretationsspielraum lassen. Aus diesem Grund haben wir als eLearning Competence Center die wichtigsten Begriffsdefinitionen für unsere tägliche Arbeit hier zusammengefasst. Für weitere Begriffsdefinitionen möchten wir auf das umfangreiche Glossar von e-teaching.org verweisen.

 

Der Begriff „Blended Learning“ beschreibt eine Kombination aus Präsenzelementen und medienbasierten Lernangeboten. Er lässt jedoch offen, wie eine solche Kombination im Detail aussieht (vgl. Kerres, 2018).

Eine Ausgestaltungsmöglichkeit für ein Blended Learning Szenario ist das Inverted-Classroom-Modell (ICM), auch Flipped Classroom genannt. Es besteht zum einen aus Online-Phasen, in denen sich die Teilnehmenden Inhalte zuhause aneignen, zum Beispiel mithilfe von Videos und Materialien zur eigenständigen Bearbeitung. Zum anderen sind synchrone (Präsenz- oder Online-)Veranstaltungen Teil des ICM. Diese dienen der Diskussion, der gemeinsamen Bearbeitung von Aufgaben und der Präsentation von Lösungen (vgl. Kerres, 2018 und Handke, 2020).

Mit dem Begriff „synchrones Lernen“ ist gemeint, dass eine Gruppe von Personen zur gleichen Zeit gemeinsam lernt. Allerdings wird der Begriff in der Regel nicht verwendet, wenn sich die Personen am selben Ort befinden (etwa in einer Präsenzveranstaltung an einer Hochschule vor Ort), sondern bezieht sich auf ortsverteiltes zeitgleiches Lernen in einer Online-Umgebung (vgl. e-teaching.org, 2021).

Unter dem Begriff „asynchrones Lernen“ werden Lernprozesse zusammengefasst, bei denen - im Gegensatz zum synchronen Lernen - die Wissensvermittlung und die Aufnahme des Wissens sowie die Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden zeitlich versetzt stattfinden (asynchrone Kommunikation). Die Lehrenden stellen Lerninhalte in unterschiedlichen Formaten zur Verfügung, vom klassischen Skript bis hin zu (multimedialen) Lehrmaterialien. Die Kommunikation findet z. B. auf der Lernplattform, in Foren oder per Mail statt. Vorteile des asynchronen Lernens liegen vor allem darin, dass die Lernenden in ihrem eigenen Tempo arbeiten und Inhalte beliebig oft wiederholen können; auch Antworten, z. B. auf Fragen in Foren, können sorgfältiger durchdacht werden als in Präsenz-Lernsituationen. (vgl. e-teaching.org, 2021).

Hybride Lehrveranstaltungskonzepte ermöglichen die synchrone Verbindung verschiedener Lernorte. Dadurch können Studierendengruppen an verschiedenen Lernorten – sowohl vor Ort im Hörsaal als auch an anderen Orten – gemeinsam und synchron an einer Präsenz-Lehrveranstaltung aktiv teilnehmen sowie miteinander auch über räumliche Entfernungen hinweg kommunizieren und kollaborieren. Dieser hybride, ortsunabhängige Austausch beschränkt sich nicht auf die Angehörigen der Hochschule Osnabrück, sondern öffnet sich auch für kooperative Lehrveranstaltungen anderer Hochschulen sowie für den Einbezug hochschulexterner Akteure wie Vertreter*innen von Unternehmen und anderen praxisrelevanten Organisationen. (vgl. Projektantrag DIA.BUND (digital.verbunden – synchrones Verknüpfen von Lernorten durch hybride Lehrveranstaltungen) der Hochschule Osnabrück, 2021)

 

 

 

Asynchrones Lernen (2021, 27. August). E-teaching.org URL: https://www.e-teaching.org/materialien/glossar/asynchrones-lernen

Handke, J. (2020). Gelingensbedingungen für Inverted Classroom Formate. Kontext 51 (2).

Kerres, M. (2018). Mediendidaktik. Konzeption und Entwicklung mediengestützter Lernangebote. München: Oldenbourg.

Synchrones Lernen (2021, 27. August).  E-teaching.org URL: https://www.e-teaching.org/materialien/glossar/synchrones-lernen

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