Kampf der Verpackungsflut – Hochschule Osnabrück besetzt mit Lasermarkierung von Obst und Gemüse auf der Grünen Woche in Berlin ein gesellschaftliches Thema Dienstag, 28. Januar 2020

Auch Schriftzüge zur Grünen Woche können auf Äpfeln gelasert werden.
Auch Schriftzüge zur Grünen Woche können auf Äpfeln gelasert werden.

Wie kann an der Gemüse- und Obsttheke im Supermarkt Verpackung eingespart werden? Mit dem Verfahren der Kennzeichnung von losen Lebensmittel mit Lasern kann dies gelingen.

Auf der weltweit größten verbraucherorientierten Lebensmittel- und Agrarmesse, der Grünen Woche 2020 in Berlin, informierte ein Team vom Labor für Biosystemtechnik der Hochschule Osnabrück über neue Ergebnisse und Möglichkeiten pflanzliche Produkte mit Laserlicht zu kennzeichnen und zu markieren. Zusammen mit dem Obsthof Lührs, einem Spezialisten für die Lasermarkierung von Äpfeln, und dem Max-Rubner-Institut aus Karlsruhe, einem Bundesforschungsinstitut zur Bewertung der Sicherheit von Lebensmitteln, wurden Messebesucherinnen und -besucher aufgeklärt, wie Produkte gelasert werden können und wie hierdurch eventuell Verpackungsmaterialien eingespart werden können.

Technisch ist das Verfahren der Direktlasermarkierung von Pflanzenprodukten aufwändig, da das Laserlicht, mit dem etwas in das Produkt eingebrannt wird, hochpräzise gesteuert werden muss. Die Produkte dürfen nicht so stark beschädigt werden, dass sie an Haltbarkeit verlieren, Angriffsfläche für Mikroorganismen darstellen oder starke Wasserverluste entstehen. Allerdings müssen die Markierungen dauerhaft gut lesbar sein, eventuell sogar mit Handys oder Lesegeräten maschinell ausgewertet werden können und auf keinen Fall die geschmackliche Qualität beeinflussen. Hierzu sind kameragesteuerte Lasereinrichtungen notwendig, die je nach Produktoberfläche und -beschaffenheit einen optimalen Laserstrahl erzeugen. So ist es kein Wunder, dass viele technischen und biologischen Zusammenhänge zurzeit noch nicht geklärt sind und besonders bei Früchten und Gemüsen mit hauchdünner Schale weiter erforscht werden müssen. Nicht nur Äpfel oder Zitrusfrüchte können gut gelasert werden, auch bei Blattgemüse wie zum Beispiel Kopfsalat oder Kohl konnte das Team vom Labor für Biosystemtechnik erfolgreich produktschonende Lasermarkierungen realisieren. Das automatische Aufbringen von maschinell lesbaren QR-Codes in Kleinformat ist jedoch bei vielen Produkten nach wie vor eine Herausforderung. Handelsketten wie z.B. REWE haben das Potential der Laserproduktkennzeichnung mittlerweile erkannt und beginnen Produkte entsprechend auszuzeichnen.

Auf der Grünen Woche fanden die Osnabrücker Forscher ein sehr interessiertes Publikum, welches sich sowohl über die Technologie als auch den möglichen wichtigen Beitrag zur spürbaren Eindämmung der Verpackungsflut in Supermärkten. Das Team des Labors für Biosystemtechnik (BLab) hat in den zahlreichen Diskussionen erfahren können, dass neue Technologieverfahren vom Verbraucher akzeptiert und gefordert werden, wenn dadurch eine Abkehr von ökologisch umstrittenen und oft abgelehnten Verfahren gelingen kann. Insgesamt zeigte die Beteiligung das hohe Maß an Problembewusstsein bei Verbraucherinnen und Verbrauchern bei der Thematik Mikroplastik und Verpackungsmüll.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Thomas Rath
Leitung Labor für Biosystemtechnik (BLab)
Technik im Gartenbau
Telefon +49 541 969 5176
E-Mail t.rath@hs-osnabrueck.de

 

Von: Thomas Rath / Ralf Garten

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