Versorgungsübergänge (neu) gestalten Dienstag, 14. Juni 2016

Wie Versorgungsübergänge innovativ gestaltet werden können, um demographischem Wandel, Fachkräftemangel und veränderten Krankheitsverläufen zu begegnen, darüber diskutierten die Referenten der Fachkonferenz „Versorgungsübergänge (neu) gestalten an der Hochschule Osnabrück. V.l.: Prof. Dr. Ursula-Eva Wiese, Petra Herder, Prof. Dr. Thomas Altenhöner, Prof. Dr. Sabine Eggers, Jacob Bijkerk, Moderator Jan-Felix Simon, Wolfgang Hentrich und Christoph Schwerdt.

Fachkonferenz zum Management im Gesundheitswesen an der Hochschule Osnabrück

(Osnabrück, 13. Juni 2016) Im Juni lud die Hochschule Osnabrück, unter Leitung von Prof. Dr. Ursula-Eva Wiese, zu einer hochkarätig besetzten und gut besuchten Fachkonferenz zum Thema „Versorgungsübergänge (neu) gestalten“ ein, auf der die gegenwärtige und künftige Ausgestaltung der Gesundheitsversorgung diskutiert wurde. Sozioökonomische Veränderungsprozesse und demografisch bedingte Faktoren, wie die zunehmende Überalterung der Bevölkerung, standen neben anderen Einflüssen auf Versorgungsübergänge im Fokus.

„Insbesondere die Zunahme multimorbider und chronischer Krankheiten sowie der Pflegebedürftigkeit erfordern neue Konzepte und Wege“, verdeutlichte Wiese zu Beginn. Die jährliche Fachkonferenz der Masterstudiengänge Management im Gesundheitswesen (MIG) und Gesundheitsmanagement/Health Management sei der passende Rahmen, um über einige innovative und vielversprechende Ansätze für die Weiterentwicklung der Versorgungsübergänge zu diskutieren.

Als „hochrelevant“ stufte Dekanin Prof. Dr. Sabine Eggers das Thema zur Begrüßung ein. Die demografische Entwicklung erfordere ein intensives Nachdenken über Formen bedarfsgerechter Versorgung. Ein Schlüssel dazu sei sicherlich ein interdisziplinärer Ansatz, der im Kern die Zusammenarbeit aller Beteiligten zum Wohle des Patienten fördere und zugleich die Bündelung der regionalen Akteure. Modellhaft stehe dafür, so die Dekanin, der „Gesundheitscampus Osnabrück“, den Hochschule und Universität als Impulsgeber für die künftige Gesundheitsversorgung in der Region ins Leben gerufen haben.

Ob nach einem stationären Aufenthalt oder bei bestehender medizinischer Behandlung und Pflege, „die Mehrzahl der Betroffenen wünscht sich, möglichst lange zu Hause bleiben zu können oder wieder dahin zurückzukehren. Und, wer im Heim lebt, erwartet selbstverständlich eine gute Pflege und gesicherte medizinische Versorgung“, konkretisierte Wiese in ihrem einleitenden Referat.

Welche neuen Wege bereits gegangen werden und welche interdisziplinären Lösungen im Sinne eines „sektorenübergreifenden Kooperationsgedankens“ es bislang gibt, wurde anhand unterschiedlicher Modelle deutlich.

Am Modell der Poststationären Laienunterstützung für Patienten (+P) zeigte Prof. Dr. Thomas Altenhöner von der Fachhochschule Bielefeld Chancen und Grenzen sozialer Unterstützung von Patienten nach stationärem Aufenthalt auf.

Jakob Bijkerk, von der Unternehmensberatung Bijkerk Management, verdeutlichte anhand der aktuellen Innovationsbedarfe die Notwendigkeit, auch in der stationären Versorgung Denkregime zu verändern und innovative Wege in der Patientenversorgung zu gestalten.

Vom Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises Osnabrück berichtete Petra Herder zur Vernetzung der Versorgungsübergänge in ländlichen Regionen. Anhand eines Beispiels verdeutlichte die Referentin die Bedarfe der Überleitungsversorgung im ländlichen Raum und die Notwendigkeit einer umfänglichen Koordination für sichere Versorgungsübergänge im Sinne des Case Managements. Dabei sei vor allem eine gute Zusammenarbeit von Professionellen und Akteuren in der Gesundheitsversorgung mit den Laienhelfern und Ehrenamtlichen sowie mit den Institutionen und Kommunen von grundlegender Bedeutung.

Wolfgang Hentrich, Vorstandsvorsitzender der genial eG Lingen, ein Ärztenetzwerk im Altkreis Lingen, sowie der Geschäftsführer der Genossenschaft, Christoph Schwerdt, stellten das innovative Modell einer regionalen, übergreifenden Kooperation von Ärzten vor. Am Beispiel der ärztlichen Versorgung in Heimen und am Beispiel eines Projektes, das sich der interdisziplinären Begleitung ambulant behandelter Patienten widmet, verdeutlichten sie, wie durch regionale Ärztenetze und berufsgruppenübergreifende Kooperationen eine Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum gestaltet werden kann.

Begleitet wurde die Veranstaltung durch eine Poster-Session der Studierenden des Masterstudiengangs Management im Gesundheitswesen. Die Studierenden stellten hier eigens für die Veranstaltung konzipierte Plakate aus, die das  Thema „Versorgungsübergänge“ übersichtlich und strukturiert abbildeten und gleichzeitig Problemstellungen enthielten, die gemeinsam mit den Tagungsteilnehmern diskutiert werden konnten.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Ursula-Eva Wiese
Studiengangsbeauftragte Management im Gesundheitswesen

Telefon: 0541 969-3004
E-Mail: u.wiese@hs-osnabrueck.de

Von: Ursula-Eva Wiese / Isabelle Diekmann

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