Gesundheitsmanagement



Version

Version 5.0 vom 16.04.2015

Modulkennung

22M0701

Modulname (englisch)

Management in Healthcare

Studiengänge mit diesem Modul

Manuelle Therapie (OMT) (M.Sc.)

Niveaustufe

4

Kurzbeschreibung

Vor dem Hintergrund sich stetig verändernder gesundheitspolitischer und gesellschaftlich-sozialer Rahmenbedingungen wird der Wandel des Gesundheitswesens beleuchtet. In diesem Modul wird die Vernetzung von makro- und mikroökonomischen Ebenen bis hin zu einzelwirtschaftlichen, konkreten Managementbezügen hergestellt. Außerdem werden die Studierenden mit institutionsökonomischen Besonderheiten aus der nationalen und globalen Gesundheitswirtschaft vertraut gemacht.

Lehrinhalte

Zielsetzung dieses Lehr- und Ausbildungsmoduls ist die Vermittlung fundierter gesundheitsökonomischer und managementbezogener Grundkenntnisse vor dem Hintergrund der prognostizierten tektonischen Verschiebungen der bundesdeutschen Gesundheits- und Sozialsysteme. In diesem Kontext gilt es, die Brücke von der makro- und wohlfahrts-ökonomischen Ebene zur meso- und mikroökonomischen Ebene zu schlagen, um letztlich auch auf der einzelwirtschaftlichen Ebene konkrete Managementbezüge herstellen zu können. So stellt sich für Institutionen der Gesundheitswirtschaft die Frage, mit welchen Geschäftsmodellen auf die Veränderungen des rechtlichen Regulierungsrahmens und der dadurch induzierten Wettbewerbsvolatilität reagiert werden soll. Neben allgemeinspezifischen Ökonomie- und Managementkenntnissen werden die Teilnehmer dieses Lehrmoduls mit den industrie- und institutionenökomischen Besonderheiten der Gesundheitswirtschaft vertraut gemacht.

Die Studierenden dieses Moduls sollen in die Lage versetzt werden gesundheitsökonomische Themen in die spezifischen Zusammenhänge einordnen zu können und daraus ihre eigenen Interpretationen ziehen zu können. Voraussetzung hierfür ist das Verständnis der „ökonomischen Theorie“ im Kontext der Gesundheitswirtschaft – und zwar auf der makro- wie auch auf der mikroökonomischen Ebene. Besonderes Augenmerk wird zudem auf die Vermittlung fundierter Managementexpertise gelegt, die im hier verstandenen Sinne den Terminus des Managements in Health Care, d. h. die „Gesundheitsökonomie“ und das „Management im Gesundheitswesen“ integriert.

Zum Abschluss der Veranstaltung sollen die Studierenden imstande sein, konkrete Problemstellungen der Gesundheitswirtschaft aus unterschiedlichen Perspektiven zu lösen. Hierzu kommen neben dem Planspiel, Seminararbeiten, Gruppenarbeiten auch Fallstudien und Stehgreifübungen in Betracht. Neben der Vermittlung fachspezifischer Kompetenzen sollen gezielt die Moderations- und Präsentationstechniken der Studierenden verbessert werden, um die erarbeiteten Ergebnisse einem kritische Publikum gegenüber qualifiziert vertreten zu können. Zudem soll unter den Teilnehmern der kritische Dialog untereinander gefördert werden, wobei zwischen der Fach- und Sachebene einerseits und der Macht- und Politikebene differenziert wird. Großen Wert wird auf die Anwendung der vermittelten Kenntnisse im Rahmen von Planspiel, Fallstudien und Rollenspielen gelegt, um den Umgang mit sozialpsychologischen Widerständen bei der Realisierung organisatorischer Veränderungen zu erlernen. Alle vermittelten Kenntnisse sollen an den Anforderungen der Praxis gespiegelt werden. Ein gezielter Praxistransfer lässt sich erfahrungsgemäß über Praxisprojekte und Fallstudien herstellen.

Folgende fachliche Inhalte sollen vermittelt werden:

(1) Makro- und Mikroökonomie des Gesundheitswesens, (2) Industrie- und institutionenökonomische Besonderheiten des Gesundheitswesens, (3) einzelwirtschaftliche Aspekte der Gesundheitswirtschaft, (4) strategische Führung und Steuerung von Gesundheitsunternehmen, (5) operative Führung und Steuerung von Gesundheitsunternehmen, Tools und Techniken des Gesundheitsmanagements,(6) Grundlagen des organisatorischen Wandels.

Folgende methodische Inhalte sollen vermittelt werden:

(1) Theoriegeleitete Modelle der Gesundheitsökonomie sowie des Managements im Gesundheitswesen, (2) Methoden, Heuristiken und Entscheidungstechniken der Gesundheitsökonomie sowie des Managements in Gesundheitsinstitutionen, (3) Quellenstudium und Literaturarbeit,(4) empirische Grundkenntnisse im Kontext der Gesundheitswirtschaft,(5) Fallstudien und Projektarbeit.

Folgende fachpraktische und fächerübergreifende Inhalte sollen vermittelt werden:

(1) Denken und Handeln in gesamtökonomischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen, (2) Kooperationen mit Unternehmen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft, (3) praxisinduzierte Seminar- und Belegarbeiten, (4) Vermittlung einer holistischen, multiparadigmatischen Gesamtsicht unter Einbeziehung angrenzender wissenschaftlicher Fachdisziplinen, insbesondere der Physiotherapie. Darüber hinaus werden auch die Fachdisziplinen, wie z. B. Rechtswissenschaft, Soziologie, Medizin, Pflegewissenschaft tangiert.

Im Rahmen dieses Moduls kommen unterschiedliche Lehr- und Lernformen zum Einsatz, um eine didaktische Varianz zu erzielen. Neben Vorlesungen, Planspielen und Übungen wird dem Selbststudium (z. B. Literaturarbeit, Quellenstudium) sowie der Fallstudienarbeit ein großer Stellenwert beigemessen. Studienbegleitende Projekte ergänzen die o. g. Lehrformen zum Ziel der Erlangung berufspraktischer Qualifikationen. Eine weitere wichtige Lehrform besteht in der Co-Edukation der Studierenden durch moderierte Gruppenpräsentationen.

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IFOMPT-Kriterien:A1, 2, 3, 4, 5;D1, 6, 7, 10;K4;S5, 6

Lernergebnisse / Kompetenzziele

Wissensverbreiterung
Die Studierenden verstehen und interpretieren gesundheitsökonomische Gesamtzusammenhänge auf der Grundlage eines tiefgehenden Verständnisses der „basisökonomischen Theorie“ im Kontext der Gesundheitswirtschaft. Sie verfügen über erweiterte Managementexpertise im Bereich des Gesundheitswesens.

Sie sind in der Lage, konkrete Problemstellungen der Gesundheitswirtschaft auf der Basis gesundheitsökonomischer Theorien aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, zu lösen und zu reflektieren.
Wissensvertiefung
Die Studierenden verfügen über ein vollständiges und integriertes Wissen bezogen auf die allgemeinen Theorien und Techniken des strategischen Gesundheitsmanagements, der Priorisierung und Akzentuierung der für den Gesundheitssektor relevanten Führungs- und Steuerungstechniken des strategischen Managements sowie der Diskussion, Anwendung und kritischen Reflexion der Tools und Techniken der Strategieumsetzung.
Können - instrumentale Kompetenz
Die Studierenden transferieren ihr theoriegeleitetes Wissen auf konkrete praktische Anwendungsfelder und Managementprobleme in der Gesundheitswirtschaft. Sie wenden spezifische Tools zur Führung von Gesundheitsunternehmen an und verfügen über methodisches Selektionsvermögen in Abhängigkeit von der relevanten Problemstellung.
Können - kommunikative Kompetenz
Die Studierenden verfügen über Moderations- und Präsentationstechniken, mit denen sie ihre erarbeiteten Ergebnisse gegenüber einem kritischen Fachpublikum qualifiziert vertreten. Sie treten auf unterschiedlichen Ebenen in einen kritischen Dialog mit anderen Studenten, Kollegen und Fachexperten. In Planspielen, Fallstudien und Rollenspielen wenden sie ihre kommunikativen und kooperativen Kompetenzen an, um mit sozialpsychologischen Widerständen bei der Realisierung organisatorischer Veränderungen umzugehen.
Können - systemische Kompetenz
Die Studierenden integrieren ihr Wissen über Theorien der Gesundheitsökonomie in die Bearbeitung komplexer Praxisprobleme und lösen diese eigenständig unter Anwendung einschlägiger Tools und Techniken des strategischen Managements. In der Bearbeitung von Praxisprojekten, Planspielen und Fallbeispielen eignen sie sich selbstständig neues Wissen und Problemlösestrategien an und beschaffen sich notwendige Informationen.

Lehr-/Lernmethoden

Vorlesung, Übungen, Fallstudien, Planspiel, Rollenspiele

Empfohlene Vorkenntnisse

keine

Modulpromotor

Braun von Reinersdorff, Andrea

Lehrende

Braun von Reinersdorff, Andrea

Leistungspunkte

5

Lehr-/Lehrkonzept
Workload Dozentengebunden
Std. WorkloadLehrtyp
30Vorlesungen
Workload Dozentenungebunden
Std. WorkloadLehrtyp
120Veranstaltungsvor-/-nachbereitung
Literatur
  • Braun von Reinersdorff A (2007): Strategisches Krankenhausmanagement, Bern, Göttingen, Toronto, Seattle.
  • Braun von Reinersdorff A, Heitele S, Rasche C (2010): Pluralistischer Kompetenz- und Netzwerkwettbewerb als strategisches Paradigma der Gesundheitswirtschaft. In: Kähler R, Schröder S (Hrsg.): Ökonomische Perspektiven von Sport und Gesundheit, Sportökonomie 11, herausgegeben vom Arbeitskreis Sportökonomie e.V., S. 213 – 227.
  • Braun A, Rasche C (2002): Human-Capital-Management im Krankenhaus – Von der Behörde zum professionellen Dienstleister. In: Hinterhuber HH, Stahl HK (Hrsg.): Erfolg durch Dienen? – Beiträge zur wertsteigernden Führung von Dienstleistungsunternehmen - Innsbrucker Kolleg für Unternehmensführung, Band 4, Renningen, S. 306 – 336.
  • Ginter PM, Swayne LM, Duncan WJ (1998): Strategic Management of Health Care Organizations, 3rd Edition, Malden/Oxford.
  • Margaria T, Rasche C, Braun von Reinersdorff A, Steffen B (2009): Value delivery through IT-based healthcare architectures - Towards a competence-based view of service networks, eingereicht im Rahmen des Call for Papers Special Issue on "eHealth and Services Computing in Healthcare", Working Paper.
  • Oberender P, Hebborn A (1994): Wachstumsmarkt Gesundheit – Therapie des Kosteninfarkts, Bayreuth.
  • Rasche C, Braun, A (2003): Trends in der Sport-, Freizeit- und Healthcarebranche – Gestaltungsoptionen für „undermanaged industries“ – In: Rasche C, Wagner D (Hrsg.): Professional Services – „Mismanaged industries – Chancen und Risiken“, München, Mering, S. 3 – 30.
  • Rasche C, Margaria, T, Braun von Reinersdorff A (2010): Value delivery through IT-based architectures – Towards a competence based view of services, In: Stephan M, Kerber W, Kessler T, Lingenfelder M (Hrsg.): 25 Jahre resourcen- und kompetenzorientierte Forschung: Der kompetenzbasierte Ansatz auf dem Weg zum Schlüsselparadigma in der Managementforschung, Wiesbaden, S. 419 – 441.
  • Specke HK (2005): Der Gesundheitsmarkt in Deutschland – Daten, Fakten, Akteure, 3. vollständig überarbeitete Auflage, Bern, Göttingen, Toronto, Seattle.
Prüfungsleistung

Hausarbeit

Bemerkung zur Prüfungsform

Als konkretisierte Form der Hausarbeit kann als Prüfungsform auch eine Fallstudie gewählt werden.

Dauer

1 Semester

Angebotsfrequenz

Nur Sommersemester

Lehrsprache

Deutsch

 



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49076 Osnabrück
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Fax: +49 541 969-2066
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