Einführung in die Wirtschaftspsychologie

Fakultät

Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Version

Version 3.0 vom 15.01.2016

Modulkennung

22B1169

Modulname (englisch)

Introduction to Business Psychology

Studiengänge mit diesem Modul

Wirtschaftspsychologie (B.Sc.)

Niveaustufe

1

Kurzbeschreibung
  • Die Lehrveranstaltung „Einführung in die Psychologie“ hat mehrere Zielsetzungen, bzw. möchte die folgenden typischen „Anfängerfragen“ beantworten:
  • Warum Psychologie? Was kann ich als Psychologe beruflich machen? Ein Ziel der Lehrveranstaltung ist, die Studierenden für das weitere Studium zu motivieren. Hierzu gehört, dass man zunächst die grundsätzliche gesellschaftliche Relevanz des Fachs und die Breite der beruflichen Möglichkeiten verdeutlicht. Hierzu werden typische psychologische Berufsbilder vorgestellt, insbesondere diejenigen, die sich mit wirtschaftspsychologischen Fragen beschäftigen.
  • Wie ist die Psychologie fachlich innerhalb der Wissenschaften einzuordnen?Zweitens soll die Veranstaltung den fachlichen Standort der Psychologie in Relation zu anderen Humanwissenschaften beschreiben. Die Psychologie ist keine Geisteswissenschaft (siehe Mathematik und Philosophie), sondern eine empirische Wissenschaft, die zwischen den gesellschafts- und naturwissenschaftlich orientierten Humanwissenschaften verortet ist, insbesondere zwischen Soziologie und Biologie/Medizin. Dies zeigt sich auch in der breiten Palette psychologischer Methoden.
  • Wo liegen die historischen Wurzeln der heutigen, wissenschaftlichen Psychologie, insbesondere auch der Wirtschaftspsychologie?Zum besseren Verständnis des Fachs sollte ein Mindestmaß an Geschichtswissen vermittelt werden.
  • Was macht die Psychologie als Wissenschaft aus?Die Psychologie wird unmissverständlich als wissenschaftliche Disziplin dargestellt, um sie klar abzugrenzen von allen esoterischen und metaphysisch-spekulativen Geistesströmungen, die ebenfalls (und im Wettbewerb zur Psychologie!) von sich beanspruchen, verbindliche Aussagen über den Menschen machen zu können. Um den methodologischen Standort der Psychologie abzugrenzen, erscheint es zudem hilfreich, auf verschiedene wissenschaftstheoretische Denkrichtungen einzugehen (z.B. Empirismus, kritischer Rationalismus), bestimmte Begrifflichkeiten wie „Definition“, „Theorie“, „Erklärung“, „Kausalität“, „Verifikation/Falsifikation“ zu erläutern, sowie ferner auf die verschiedenen Betrachtungsperspektiven einzugehen, die man als Psychologe einnehmen kann: Psychologie „von innen“ (Phänomenologie) und „von außen“ (der messende Beobachter); Psychologie „aus der Ferne“ betrachtet (molares Verhalten als Beobachtungseinheit) oder „durch’s Mikroskop“ (molekulares Verhalten, Gehirnaktivität, Psychophysiologie).
  • Wie arbeitet man wissenschaftlich, und wie kommuniziert man seine Arbeitsergebnisse?Praktisch-wissenschaftliches Arbeiten will gelernt sein und muss eingeübt werden, genauso wie man lernen muss, Forschungsergebnisse, Interventionsmaßnahmen und andere betriebliche Entscheidungen anderen Menschen überzeugend zu kommunizieren und auf den Punkt zu bringen.
Lehrinhalte

1 Berufsperspektiven
1.1 Psychologische Berufsfelder im Überblick: Wirtschaftspsych., Klinische Psych., Pädagogische Psych. sowie deren Grundlagenfächer: Allgemeine Psych., Sozialpsych., Differentielle und Persönlichkeitspsych. Entwicklungspsych.
1.2 Wirtschaftspsychologische Teildisziplinen: Arbeitspsychologie, Organisationspsychologie, Personalpsychologie, Interkulturelle Psychologie, Marktpsychologie sowie deren berufspraktische Aufgaben, z.B. Analyse von Arbeitsabläufen und Umweltbedingungen, Organisationsanalyse und Organisationsentwicklung (Unternehmensberatung), Personaldiagnostik und Personalentwicklung (Auswahl, Schulung, Training, Coaching von Mitarbeitern), Marktforschung, Marketing, Werbung.

2 Fachliche Einordnung der Psychologie
2.1 Einordnung als empirische Wissenschaft (im Unterschied zu den Geisteswissenschaften)
2.1 Einordnung zwischen Natur- und Gesellschaftswissenschaft
2.2 Geschichte der Psychologie (seit dem 19. Jhd.) und Ursprünge der Wirtschaftspsychologie

3 Psychologie als Wissenschaft
3.1 Verschiedene Bedeutungen von „Erklärung“ (Erklärung als Aufdeckung von Ursachen ist nur eine davon); der Unterschied zwischen Verstehen und Erklären; die Trias Beschreibung-Erklärung-Vorhersage
3.2 Theorien als Systeme definitorischer und erklärender Aussagen: Wie man Begriffe definiert (Begriffsintension und -extension) und wie man es NICHT machen sollte (Wortmarken statt Definitionen sowie tautologische Definitionen); Widerspruchsfreiheit als erste Grundvoraussetzung einer Theorie; Antezedenz und Gesetz (Ableitung einer wissenschaftlichen Vorhersage nach dem Hempel-Oppenheimer-Schema); Notwendigkeit der empirischen Prüfbarkeit als zweite Grundvoraussetzung einer Theorie
3.3 Möglichkeiten der Prüfung wissenschaftlicher Hypothesen: Verifikation und Falsifikation; das Problem der unmöglichen Verifikation (Induktionsproblem, Hume); Lösungen: 1. Zunehmende Evidenz durch Replikation, 2. Falsifikation als Alternative (kritischer Rationalismus, Popper)
3.4 Wissenschaftliche Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität)
3.5 Der praktische Aspekt: Interventionen/Gestaltungsmaßnahmen und die Notwenigkeit ihrer Evaluation.

4 Wissenschaftliches Arbeiten
4.1 Praxis des wissenschaftlichen Arbeitens: Literaturstudium, Bibliothek, Literaturdatenbanken, Zitationsweisen, Aufbau wissenschaftlich-empirischer Arbeiten.

Lernergebnisse / Kompetenzziele

Wissensverbreiterung
Die Studierenden kennen die derzeitigen psychologischen Berufsfelder, insbesondere im Bereich der Wirtschaftspsychologie. Sie wissen um die fachliche Einordnung der Psychologie in die Humanwissenschaften, kennen den geschichtlichen Hintergrund des Fachs und verfügen über einige wichtige wissenschaftstheoretische Grundbegriffe, die für das Fach von zentraler Bedeutung sind.
Wissensvertiefung

Können - instrumentale Kompetenz
Die Studierenden beherrschen die wichtigsten Techniken des praktisch-wissenschaftlichen Arbeitens und können wissenschaftliche Texte verstehen.

Können - kommunikative Kompetenz

Können - systemische Kompetenz

Lehr-/Lernmethoden

Interaktive Lehrveranstaltung mit Gruppenarbeiten

Modulpromotor

Zöller, Henrik

Lehrende
  • Zöller, Henrik
  • Kanning, Uwe
Leistungspunkte

5

Lehr-/Lernkonzept
Workload Dozentengebunden
Std. WorkloadLehrtyp
15Vorlesungen
15Übungen
Workload Dozentenungebunden
Std. WorkloadLehrtyp
40Veranstaltungsvor-/-nachbereitung
40Literaturstudium
40Kleingruppen
Literatur

Geschichte der Psychologie:Boring, E.G. (1929): A history of experimental psychology. New York: Appleton Century CroftsLück, H.E. (2011): Geschichte der Psychologie. 5. Aufl. Stuttgart: Kohlhammer

Wissenschaftstheorie:Bischof, N. (2009): Psychologie – Ein Grundkurs für Anspruchsvolle. Stuttgart: KohlhammerBortz, J., Döring, N. (2006): Forschungsmethoden und Evaluation. 4. Aufl. Heidelberg: SpringerGroeben, N., Westmeyer, H. (1981): Kriterien psychologischer Forschung. 2.Aufl. München: JuventaWestermann, R. (2000): Wissenschaftstheorie und Experimentalmethodik. Göttingen: Hogrefe

Wissenschaftliches Arbeiten:Franck, N. u. Stary, J.: Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens. 12. Auflage. Paderborn, Schöningh, 2006Kruse, O.: Keine Angst vorm leeren Blatt. 12. Auflage. Frankfurt. Campus, 2007Stickel-Wolf, C. u. Wolf, J.: Wissenschaftliches Arbeiten und Lerntechniken. 4. Auflage. Wiesbaden. Gabler, 2006Theisen, M. R.: Wissenschaftliches Arbeiten: Technik - Methodik - Form. 14. Auflage. Vahlen, 2008

Prüfungsleistung
  • Mündliche Prüfung
  • Hausarbeit
  • Klausur 1-stündig und Assignment
  • Klausur 2-stündig
  • Referat
Bemerkung zur Prüfungsform

Nach Wahl der Prüferin/des Prüfers

Dauer

1 Semester

Angebotsfrequenz

Wintersemester und Sommersemester

Lehrsprache

Deutsch

 

Kontakt

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49076 Osnabrück
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Fax: +49 541 969-2066
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