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Projektlaufzeit:
04.05.2018 - 30.09.2020
Antragsteller/in:
Prof. Dr. Ralf Buschermöhle
Drittmittelgeber/Förderlinie:
Niedersächsischen Innovationsförderprogramms für Forschung und Entwicklung in Unternehmen
Fakultät:
Management, Kultur und Technik
Fördersumme:
€ 298.192,00
Projektpartner extern:
WeSustain GmbH, Hannover (Dr. Daniel Süpke)
Projektzusammenfassung:

Der Themenkomplex „Umwelt, Gesundheit, Arbeitssicherheit“ (engl. Environment, Health, Safety =
EHS) hat in den letzten Jahren in Unternehmen einen enormen Bedeutungszuwachs erlangt. Ziel von
EHS ist der Schutz von Mitarbeitern, der Öffentlichkeit und der Umwelt vor Gefahren, die mit den
Produkten und der Leistungserstellung von Unternehmen verbunden sind.

Dem Vorsorgeprinzip entsprechend beschäftigt sich eine Vielzahl von supra-nationalen, staatlichen
und privaten Institutionen mit der Thematik. Dies hat über die Zeit zu einer enormen Regelungsdichte und –komplexität geführt, die sich in Normen, Gesetzen, Verordnungen niederschlagen. Für den Betrieb von Anlagen umfasst dies beispielsweise ein klares und vollständiges Verständnis der Unternehmen hinsichtlich ihrer Bertreiberverantwortung, der Betreiberpflichten sowie deren interne Umsetzung im Rahmen von Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen.
Aus Sicht der Unternehmen führt die zunehmende Regelungsdichte und deren Veränderungsdynamik
zu erheblichen Unsicherheiten. Da dieser Bereich unmittelbar haftungs- und compliance-relevant ist
und darüber hinaus das gesamte Geschäftsmodell gefährden kann (license-to-operate), sind die
Unternehmen stark motiviert effektive Management-Systeme und die unterstützenden Prozesse
einzuführen und zu verbessern. Herkömmliche Management-Systeme beruhen auf einem relationaldeterministischen Ansatz. Dies bedeutet, dass beispielsweise basierend auf einem Anlagenkataster die jeweils korrespondierenden Gesetze und Verordnungen identifiziert werden und deren Relevanz und Umsetzungsnotwendigkeit durch betriebliche Experten oder externe Berater beurteilt wird. Hierbei kommen klassische Datenbanksysteme zum Einsatz. Schwachpunkte dieser Vorgehensweise sind, dass das Volumen und die Komplexität des relevanten Regelungsrahmens meist nicht vollständig einbezogen werden kann und logische und kontextuale Beziehungen innerhalb und zwischen den Regelungsbereichen nicht ausreichend verstanden werden können. Zudem beschränkt sich das Expertenwissen auf wenige Mitarbeiter.

EHS-Regularien sind bei der Beurteilung von Unternehmen von höchster gesellschaftlicher und
betriebswirtschaftlicher Relevanz. Sie werden von gesellschaftlichen Akteuren wie NGOs,
Regierungsstellen, Kunden und insbesondere von institutionellen Anlegern wie großen Pensionsfonds
genutzt, um langfristige Risiken einzuschätzen sowie den gesellschaftlichen Gesamtnutzen zu
evaluieren.

Die Grundlagen der EHS-Regularien werden heutzutage mit sehr großem Aufwand manuell aus
diversen Quellen wie Gesetzestexten, Normungen, Online-Informationen und Verbandsberichten
extrahiert. Dieser manuelle Aufwand wird in Zukunft aufgrund der kontinuierlich steigenden Menge
an Informationsquellen weiter steigen. Zugleich wird es, etwa im Hinblick auf die Internationalisierung der Leistungserstellung, zunehmend wichtiger, solche Informationen ohne großen Zeitverlust und global aufzugreifen.
Diesen manuellen Aufwand und die notwendige Verarbeitungszeit gilt es durch innovative und zu
entwickelnde Methoden und Techniken der automatischen Wissensverarbeitung zu reduzieren.
Ziel des Vorhabens ist die automatische Extraktion von relevanten EHS-Regularien und deren kognitive Analyse im individuellen Unternehmenskontext durch Methoden der künstlichen Intelligenz.

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