Arbeitsgruppe Zoologie / Ökologie/ UmweltbildungProjekte

Bienenprojekt

Die Fuchsrote Sandbiene (Andrena fulva) fällt im Frühjahr in den Gärten und Parkanlagen Osnabrücks besonders auf. Welche Bienenarten ebenfalls in der Stadt vorkommen und wie wir sie schützen können, soll im Rahmen des Projektes der Hochschule ermittelt werden (Foto: Janina Voskuhl).
Wie hier der neunjährige Tom können auch künftig Kinder und Erwachsene die Wildbienenvielfalt auf verschiedenen Exkursionen in Osnabrück erleben (Foto: Simin Ghafouri).

Vom BienenBündnis zur Bienenstadt

Erarbeitung eines Informations- und Bildungskonzeptes zu Bienen in Osnabrück auf Grundlage der Kartierung von Wildbienenarten und –lebensräumen auf repräsentativen Flächen des Stadtgebietes

 

Förderung: Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, Haarmann-Stiftung Umwelt und Natur

 

Projektlaufzeit: Januar 2016 bis Dezember 2017

 

Hintergrund:

Honig- und Wildbienen haben aufgrund ihrer Bestäubungsleistung von Wild- und Kulturpflanzen eine hohe Bedeutung für Mensch und Natur. Von den über 550 in Deutschland nachgewiesenen Bienenarten sind aber mehr als 50 % in ihrem Bestand gefährdet. Die Gründe für ihre Gefährdung sind ebenso vielfältig wie die Wildbienenarten selbst. Der Rückgang an Arten und Individuen kann meist jedoch mit der immer intensiver werdenden Nutzung von Wildbienenlebensräumen durch den Menschen und die starke Beeinträchtigung bzw. Zerstörung von Nistplätzen und Trachtflächen in Verbindung gebracht werden. Wildbienen sind nämlich von zwei in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden Hauptressourcen abhängig: passende Kleinstrukturen zur Anlage von Nestern, sowie ein stetes Angebot an geeigneten Pollen- und Nektarquellen. 

Im Gegensatz zu intensiv genutzten Agrarlandschaften bieten viele Städte, so auch Osnabrück, dank der vielfältigen Strukturen, dem günstigen Mikroklima und dem guten Blütenangebot auf Brachen, in Gärten und Grünanlagen einigen Bienenarten einen Ersatzlebensraum. Aber auch hier leiden Bienen z. B. durch eine oft zu intensive Pflege der Gärten und Grünanlagen sowie die immer dichter werdende Bebauung.

 

Projektbeschreibung:

Um die Bevölkerung auf die Bedeutung und den Schwund der heimischen Bienenvielfalt aufmerksam zu machen und sie letztendlich für den Schutz der Tiere und ihrer Lebensräume zu mobilisieren, erstellt die Hochschule Osnabrück im Rahmen des Projektes „Vom BienenBündnis zur Bienenstadt Osnabrück“ ein langfristiges Informations- und Bildungsangebot zum Thema Honig- und Wildbienen. Durchgeführt wird das Projekt in Verbindung mit dem Osnabrücker BienenBündnis und in Kooperation mit verschiedenen Institutionen, Verbänden etc. (s. u.).

 

Die fachliche Basis des Bildungskonzeptes bildet eine Kartierung von Wildbienenlebensräumen und –arten auf repräsentativen Flächen des Stadtgebietes. Parallel werden die Angebote an Nist-und Trachtflächen in möglichst vielen Stadtteilen kartiert. In der ganzen Stadt sollen letztendlich geeignete Info-Punkte über Bienen verteilt und über Exkursionsstrecken miteinander verbunden werden. Zu den jeweiligen Infopunkten und Veranstaltungen werden zum einen Begleitmaterialien mit aktuellen Informationen über die Bienenvielfalt und -freundlichkeit der Stadt, standort- und jahreszeitabhängigen Beobachtungsvorschlägen sowie Handlungsempfehlungen zum Schutz von Bienen ausgearbeitet. Zudem können sich Erzieher, Lehrer und alle anderen Bieneninteressierte zu Bienen-Multiplikatoren ausbilden lassen. Durch die Fortbildung von Multiplikatoren und den Aufbau eines aktiven Netzwerkes soll auch im Projektanschluss eine Einbindung und somit Weiterführung des Bienenthemas in Institutionen und öffentlichen Veranstaltungen gewährleistet bleiben.

 

Kooperationspartner:

  • Fachdienst Naturschutz und Landschaftsplanung der Stadt Osnabrück (Osnabrücker BienenBündnis)
  • Landwirtschaftskammer Osnabrück (Osnabrücker BienenBündnis)
  • BUND Osnabrück e. V.
  • Imkerverein Osnabrück und Umgebung e. V.
  • Biologische Station Kreis Steinfurt e. V.
  • Domschule Osnabrück

 

Veröffentlichungen:

  • Voskuhl, J. (2015): Fünftausend Meter von Zuhause. Fahrradexpedition ins Reich der Wilden Bienen. – Kettenblatt 2: S. 8 – 9.
  • Voskuhl, J. (2015): Buchbesprechung zu Wilson-Rich, N. (Hrsg., 2015): Die Biene. Geschichte, Biologie, Arten. – Haupt Verlag, Bern/ Stuttgart/ Wien. – NATIONALPARK Nr. 170: S. 44.
  • Voskuhl, J. (2016): Tagung Bienen in der Stadt. – Natur und Landschaft 91: S. 100.
  • Zucchi, H. & Voskuhl, J. (2016): Osnabrück auf dem Weg zur bienenfreundlichen Stadt. – Artenschutzreport 35/2016.

 

 

Beitrag auf der Digitalen Umweltmitmachkarte der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung:

Meine Umweltkarte Niedersachsen

glatte Schließmundschnecke

Aktionsradius und Heimfindevermögen der Glatten Schließmundschnecke (Cochlodina laminata)

 

Für die Nutzung von Landschnecken als Bioindikatoren fehlen nach wie vor gesicherte Daten zu den Aktionsradien und zur Ortstreue der einzelnen Arten. Vor diesem Hintergrund fanden im Rahmen des Projektes „Aktionsradius und Heimfindevermögen der Glatten Schließmundschnecke (Cochlodina laminata)“ am Hüggel (Gemeinde Hasbergen, Landkreis Osnabrück) mehrjährige Freilanduntersuchungen zum Verhalten der bei uns häufigen Waldart statt. Neben der Dokumentation der Bewegungsmuster farbmarkierter Individuen wurden Versatzexperimente durchgeführt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurden mittlerweile veröffentlicht (JUNKER 2015 und JUNKER in Vorber.). Die Projektarbeiten erfolgten in den Jahren 2000 bis 2002 sowie 2004 und 2005. Sie wurden durch die Kreissparkasse Bersenbrück finanziell unterstützt.

Literatur:

JUNKER, S. (2015): Freilanduntersuchungen zur Autökologie von Cochlodina laminata (MONTAGU 1803) (Gastropoda, Clausiliidae): Wiederfundraten, Bewegungsmuster, Habitatnutzung, Ausbreitungsdistanzen und Aktionsraumgrößen. – Mitteilungen der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft 93, S. 15-28.

JUNKER, S. (2016): Freilanduntersuchungen zur Autökologie von Cochlodina laminata (MONTAGU 1803) (Gastropoda, Clausiliidae): Versatzexperimente zum Heimfindevermögen. – Mitteilungen der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft 95, S. 31-38.

Kontakt

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Fax: +49 541 969-2066
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