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DER BOLOGNA-PROZESS

 

Im Jahre 1999 unterzeichneten 30 europäische Staaten die sog. Bologna-Erklärung und bekannten sich zu dem Ziel, bis zum Jahr 2010 einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Für Deutschland haben Bund und Länder gemeinsam unterzeichnet und sich damit klar zu dem Ziel bekannt, die Reform des deutschen Hochschulwesens im europäischen Kontext voranzutreiben.

 

Durch die Einführung eines zweistufigen Systems leicht verständlicher und vergleichbarer Studienabschlüsse (Bachelor und Master), eines Leistungspunktesystems und der Modularisierung der Studiengänge sollte die Mobilität von Studierenden, Lehrenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gefördert werden. Außerdem sollte die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Qualitätssicherung erhöht werden.

 

Die deutschen Hochschulen haben erhebliche Antrengungen unternommen diesen Anforderungen gerecht zu werden. Dabei wurden gerade in der letzten Zeit einige kritische Stimmen laut, die u.a. sowohl das MWK ("Thesen zur Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses") als auch die KMK ("Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses") dazu veranlasst haben auf eine Stabilisierung und Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses hinzuwirken. Auch weitere Hochschulakteure wie HRK, LHK, HLB etc. veranstalten zu diesem Thema immer wieder Tagungen und Workshops. 

 

Nachdem in Bologna die Einführung eines gestuften Studiensystems vereinbarten wurde, ist die europäische Studienstrukturreform heute nun weitgehend abgeschlossen. Etwa 95 % aller Hochschulen in Europa haben gestufte Studiengänge eingeführt. Auch in Deutschland sind nahezu alle Studiengänge auf die neuen Abschlüsse Bachelor und Master umgestellt.


Dominierten in der ersten Bologna-Prozess-Phase strukturelle Fragen, treten nach 2010, subsummiert unter dem Namen Bologna-Prozess 2.0 vor allem Aspekte der inhaltlichen Ausgestaltung der Studienprogramme in den Vordergrund. Daneben wird auch die Nachbesserung strukturell zu lösender Probleme gefordert. Konkret bedeutet dies, dass Antworten zu beispielsweise folgenden Fragen gesucht werden:

Wie viel Freiraum in der Lehre ist möglich und welche Vorgaben bei der Gestaltung von Curricula sind sinnvoll? Wie lassen sich Studieninhalte und Modularisierung mit Freiheit von Lehre und Forschung vereinbaren? Wie können Anrechnungsverfahren von im Ausland erbrachten Studienleistungen ressourcenschonend und effectiv gestaltet werden? Welche Strategien zur Umsetzung von den Ideen zum Thema "Offene Hochschule" gibt es?

Es handelt sich also um Fragen zur Kompetenz- und Lernergebnisorientierung, zum Diversitätsmanagement, zur sozialen Dimension des Bologna-Prozesses, zur Arbeitsmarktrelevanz und zur Akzeptanz von Bachelor- und Master-Abschlüsse auf dem Arbeitsmarkt, zu Anerkennungsverfahren, zur Qualitätssicherung oder auch zur Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung.

 

Verschiedene Institutionen und Organisationen haben sich zum Thema Bologna 2.0 Gedanken gemacht – hier eine kleine Auswahl:

 

 

 Auch die Hochschule Osnabrück wird sich in den kommenden Jahren mit den Themen und Herausforderungen von  Bologna 2.0 befassen.