Hochschule Osnabrück - Projekt Qualitätsmanagement

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Studierbarkeit

Die Studienverlaufsanalyse

 

Die Kennwerte der Studienverlaufsanalyse soll Aufschluss darüber geben, wie gut die Studierenden das jeweilige Studienprogramm tatsächlich bewältigen. Dafür werden Prüfungserfolg, Beurlaubungen und Studienabbruch entsprechend differenziert aufbereitet.

Im Musterstudienplan sind pro Semester 30 Credits vorgesehen, welche eine Arbeitsbelastung von insgesamt 900 h (Präsenz- und Selbstlernphasen) für den Studierenden entsprechen. Die Darstellung der Werte über alle Semester hinweg erfolgt additiv. Für den Erwerb des Bachelor Abschlusses muss der Studierende in 6 Semestern Modulprüfungen im Umfang von insgesamt 180 Credits erfolgreich abschließen.

 

Die Darstellung des Prüfungserfolgs (%) erfolgt anhand von 4 Kennzahlen:

- Durchschnittlich erreichte Credits

- Studierende mit mind. 30 Credits im Semester

- Studierende mit mind. 25 Credits im Semester

- Studierende mit max. 10 Credits im Semester

 

Die Darstellung der Studienabbrüche (%) erfolgt anhand von 3 Kennzahlen:

- Abbrecherquote (insgesamt) 

- Abbrecherquote (endgültig nicht bestanden)

- Abbrecherquote (interne Studiengangswechsler)

 

Beurlaubungen und erfolgreiche Studienabschlüsse werden ebenfalls dargestellt.

 

Für die bessere Einordnung der relativen Werte werden zusätzlich auch die absoluten Zahlen zur Verfügung gestellt.


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Bezüglich des Verlaufs des Prüfungserfolgs über die Studiendauer zeigt sich für die meisten Studienprogramme der Hochschule ein ähnliches Bild. In der Studieneingangsphase ist der Erfolg am geringsten und nimmt dann im Laufe des Studiums zu. Im Idealfall haben die Studierenden bis zu Beginn des Abschlusssemesters ihre Prüfungsrückstände aufgearbeitet. Der Anteil der Studierenden mit mind. 25 oder 30 Credits pro Semester zeigt in der Regel einen ähnlichen Verlauf, wobei „schwierige“ Semester gerade am Einbruch dieser Kennzahlen sichtbar werden können.

 

Der Anteil der Studierenden mit max. 10 Credits weist auf die Gruppe der Studierenden hin, die große Probleme mit den Anforderungen haben. Für die weitere Einschätzung ist die Analyse der Studienabbrüche hilfreich. Bei der Berechnung der relativen Werte (%) der Abbrecherquoten wurden die Studierendenzahlen des ersten Semesters als Bezugsgröße gewählt.

Hier zeigt sich über die Studiendauer für die meisten Studienprogramme ebenfalls ein ähnliches Bild. Die höchsten Abbrecherquoten finden sich in der Studieneingangsphase. Die Exmatrikulation aufgrund eines nicht bestandenen 3. Versuchs ist eher selten. Das liegt daran, dass die Studierenden in einem solchen Fall der Zugang zu einem ähnlichen Studiengang in Deutschland verwehrt wäre. Viele Studierende wechseln deshalb statt eines 3. Versuchs die Hochschule.

 

Ein geringer Prüfungserfolg und hohe Abbrecherquoten zeigen, dass die aktuell Studierenden die Anforderungen des Studienprogramms nicht ausreichend bewältigen können. Die Gründe können in der spezifischen Begabung und im Lernverhalten des Studierenden oder in zu hohen Anforderungen und einer ungünstigen Organisation des Studienprogramms liegen.

 

Die betroffenen Studierenden sind in diesem Fall aufgefordert ihre Einschätzung und ihr Lernverhalten selbstkritisch auf den Prüfstand zu stellen und Hilfe im Rahmen eines Beratungsgespräch mit den Lehrenden oder der Studienfachberatung zu suchen.

 

Die Hochschule und hier insbesondere die Lehrenden des Studienprogramms sind in diesem Fall aufgefordert Studieninhalte, Lehrkonzepte und Organisation der Studienprogramme kritisch auf den Prüfstand zu stellen und das Optimierungspotential auszuloten. Die Kennzahlen der Studienverlaufsanalyse ist dabei in erster Linie ein Indikator und soll den Anstoß für einen Dialog zwischen den Lehrenden und zwischen den Lehrenden und den Studierenden eines Studienprogramms geben. Die Ordnung über die studentische Evaluierung von Studium und Lehre gibt hier einen entsprechenden Rahmen für den Dialog vor.

 

 

Weiterentwicklung der Studienprogramme

 

In der bisherigen Analyse der Studienprogramme durch die Studiendekaninnen und Studiendekane konnten zwei Herausforderungen für eine Weiterentwicklung der Studienprogramme im Hinblick auf Studierbarkeit herausgearbeitet werden:

 

1) Optimierung der Studieneingangsphase (1. Studienjahr)

     zur Verbesserung des Prüfungserfolgs und Reduzierung der Studienabbrüche.

 

Folgende Leitfragen sind für eine diesbezügliche Analyse der jeweiligen Studienprogramme hilfreich:

 

 

 

 

 

 

 

2) Flexibilisierung des Studienverlaufs (2. und 3. Studienjahr)

 

Die Runde der Studiendekaninnen und Studiendekane ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die in den der öffentlichen Diskussion geforderte Verlängerung des Bachelor Studiums zu kurz greift. Sie fordert eine möglichst weitgehende Flexibilisierung der Studienstruktur um einen ausreichend Spielraum für unterschiedliche Studiengeschwindigkeiten zu geben. Die Nutzung dieses Spielraums sollte den individuellen Interessen und Lebensumständen der Studierenden überlassen bleiben. Um dies unter den gegebenen Rahmenbedingungen zu ermöglichen wurde eine entsprechende Studienstruktur (Bachelor +) entwickelt.

 

Dieser Ansatz ermöglicht es den Studierenden bis zu zwei zusätzliche Individualsemester in ihr Studium zu integrieren. Diese können bei Bedarf genutzt werden um Prüfungsrückstände aufzuarbeiten, eine Praktikum zu absolvieren oder einen Auslandsaufenthalt durchzuführen. Während eines Individualsemesters wird die oder der Studierende beurlaubt und durch die Hochschule organisatorisch unterstützt.

 

Damit dies unter den gegebenen rechtlichen Rahmenbedingungen funktioniert müssen im Studienprogramm folgende Voraussetzungen gegeben sein:

 

 

 

 

 

Die Verantwortlichen der Studienprogramme sind aktuell aufgefordert zu prüfen ob die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen oder geschaffen werden könnten. Über die Ergebnisse der Prüfungen und das weitere Vorgehen soll im Laufe des Wintersemesters in der Runde der Studiendekane beraten werden.