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Pressemitteilung
Donnerstag, 20. Mai 2010, 13.29 Uhr

Nr.: 195 / Trauer um Prof. Dr. Hans Menkens

Osnabrück (ABE). Die Fachhochschule trauert um Prof. Dr. Hans Menkens. In einer bewegenden Trauer­feier nahmen Angehörige, Kollegen und Freunde Abschied von einem verdienten Hoch­schul­lehrer. Er war am 06.05.2010 nach längerer Krankheit gestor­ben.

Hans Menkens wurde am 17.03.1924 in Havekost bei Oldenburg geboren. Er gehörte je­nen Jahrgängen an, deren schulische Laufbahn durch Kriegseinsatz unterbrochen wurde. So konnte er erst 1946 das Abitur nachholen. Die Ausbildung in der Landwirt­schaft be­gann mit einer vierjährigen Lehr- und Praxiszeit in verschiedenen landwirt­schaftlichen Be­trieben. Nach dem Studium der Landwirtschaft an der Justus-Liebig-Uni­versität in Gießen und der Promotion im Institut für landwirt­schaftliche Betriebslehre folgte der Vorberei­tungsdienst für das Lehramt in der Landwirt­schaft in Wilhelmshaven und Duderstadt. So ausgebildet übernahm ihn die Landwirt­schaftskammer Weser-Ems als Lehrer und Wirt­schaftsberater mit Stationen in Nordenhamm, Ellwürden und Infeld in der Wesermarsch.

Im Jahre 1964 wurde Dr. Hans Menkens an die neu errichtete Ingenieurschule für Land­bau nach Osnabrück berufen, um dort die Fächer Volkswirtschaftslehre, Agrarpolitik und Markt­lehre zu unterrichten. So ist die weitere Entwicklung dieser Lehranstalt zu einem Fach­bereich der Fachhochschule untrennbar mit seinem Namen verbunden. Die Um­wand­lung einer kleinen Fachbüchersammlung für die Hand der Dozenten in eine von den Stu­denten zu nutzenden Bibliothek war eine seiner ersten Aufgaben außerhalb der Lehr­tätigkeit.

Von 1981 bis1983 war Prof. Menkens Dekan des Fachbereichs Landwirtschaft. Ein be­sonde­res Anliegen seiner Amtszeit war der Ankauf eines Versuchs- und Beispielsbetrie­bes für den Fachbereich. Er sah die Vernetzung der Lehre an der Fachhochschule mit anwen­dungsbezogenen praxisnahen Versuchsergebnissen als notwendig an, zumal auf eine Gehilfenprüfung als Zugangsvoraussetzung verzichtet wurde. Diese Bemühungen konnten schließlich 1986 mit dem Ankauf des“Waldhofes“ realisiert werden.

Prof. Menkens war auch der Initiator des wechselseitigen Besuches von Studenten mit dem Bicton-College in der Grafschaft Devon in England. Er hat die ersten Kontakte her­gestellt und die Osnabrücker Studenten in England begleitet sowie die englischen betreut, wenn sie zu einem Gegenbesuch in Osnabrück waren. Er stand auch im Ruhestand noch zur Verfügung, wenn es darum ging, russischen Studentinnen aus Irkutzk den Aufenthalt in Deutschland interessant und informativ zu gestalten.

Schon früh hielt Prof. Menkens die Vermittlung bloßen Fachwissens für den ins Berufsle­ben eintretenden jungen Menschen für unbefriedigend. Er sah immer den ganzen Men­schen in seiner ungeteilten Fülle. Er wollte ihm dort helfen, wo Defizite erkennbar waren. So übernahm er in den frühen 70er Jahren neue Fächer wie Beratungsmethodik und Ver­haltenspsychologie. Als das Berufsbildungsgesetz als Voraussetzung für die Ausbilder­eignungsfähigkeit auch noch die Vermittlung von Berufs- und Arbeitspädagogik in Theo­rie und Praxis verlangte, übernahm Prof. Menkens auch diese Aufgabe.

Mit Erreichen der Altersgrenze trat Prof. Dr. Hans Menkens am 01.04.1989 in den Ruhe­stand. Es war ihm vergönnt, diesen Lebensabschnitt noch 20 Jahre hindurch zu genießen und auf zahl­reichen Reisen fremde Welten zu erleben. Fakultät und Absolventenvereini­gung fühlen sich über den Tod hinaus mit Prof. Dr. Hans Menkens verbunden und werden sein Andenken in Ehren halten.

Von: Prof. Dr. Andreas Bertram

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