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Nr.: 195 / Trauer um Prof. Dr. Hans Menkens
Osnabrück (ABE). Die Fachhochschule trauert um Prof. Dr. Hans Menkens. In einer bewegenden Trauerfeier nahmen Angehörige, Kollegen und Freunde Abschied von einem verdienten Hochschullehrer. Er war am 06.05.2010 nach längerer Krankheit gestorben.
Hans Menkens wurde am 17.03.1924 in Havekost bei Oldenburg geboren. Er gehörte jenen Jahrgängen an, deren schulische Laufbahn durch Kriegseinsatz unterbrochen wurde. So konnte er erst 1946 das Abitur nachholen. Die Ausbildung in der Landwirtschaft begann mit einer vierjährigen Lehr- und Praxiszeit in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben. Nach dem Studium der Landwirtschaft an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und der Promotion im Institut für landwirtschaftliche Betriebslehre folgte der Vorbereitungsdienst für das Lehramt in der Landwirtschaft in Wilhelmshaven und Duderstadt. So ausgebildet übernahm ihn die Landwirtschaftskammer Weser-Ems als Lehrer und Wirtschaftsberater mit Stationen in Nordenhamm, Ellwürden und Infeld in der Wesermarsch.
Im Jahre 1964 wurde Dr. Hans Menkens an die neu errichtete Ingenieurschule für Landbau nach Osnabrück berufen, um dort die Fächer Volkswirtschaftslehre, Agrarpolitik und Marktlehre zu unterrichten. So ist die weitere Entwicklung dieser Lehranstalt zu einem Fachbereich der Fachhochschule untrennbar mit seinem Namen verbunden. Die Umwandlung einer kleinen Fachbüchersammlung für die Hand der Dozenten in eine von den Studenten zu nutzenden Bibliothek war eine seiner ersten Aufgaben außerhalb der Lehrtätigkeit.
Von 1981 bis1983 war Prof. Menkens Dekan des Fachbereichs Landwirtschaft. Ein besonderes Anliegen seiner Amtszeit war der Ankauf eines Versuchs- und Beispielsbetriebes für den Fachbereich. Er sah die Vernetzung der Lehre an der Fachhochschule mit anwendungsbezogenen praxisnahen Versuchsergebnissen als notwendig an, zumal auf eine Gehilfenprüfung als Zugangsvoraussetzung verzichtet wurde. Diese Bemühungen konnten schließlich 1986 mit dem Ankauf des“Waldhofes“ realisiert werden.
Prof. Menkens war auch der Initiator des wechselseitigen Besuches von Studenten mit dem Bicton-College in der Grafschaft Devon in England. Er hat die ersten Kontakte hergestellt und die Osnabrücker Studenten in England begleitet sowie die englischen betreut, wenn sie zu einem Gegenbesuch in Osnabrück waren. Er stand auch im Ruhestand noch zur Verfügung, wenn es darum ging, russischen Studentinnen aus Irkutzk den Aufenthalt in Deutschland interessant und informativ zu gestalten.
Schon früh hielt Prof. Menkens die Vermittlung bloßen Fachwissens für den ins Berufsleben eintretenden jungen Menschen für unbefriedigend. Er sah immer den ganzen Menschen in seiner ungeteilten Fülle. Er wollte ihm dort helfen, wo Defizite erkennbar waren. So übernahm er in den frühen 70er Jahren neue Fächer wie Beratungsmethodik und Verhaltenspsychologie. Als das Berufsbildungsgesetz als Voraussetzung für die Ausbildereignungsfähigkeit auch noch die Vermittlung von Berufs- und Arbeitspädagogik in Theorie und Praxis verlangte, übernahm Prof. Menkens auch diese Aufgabe.
Mit Erreichen der Altersgrenze trat Prof. Dr. Hans Menkens am 01.04.1989 in den Ruhestand. Es war ihm vergönnt, diesen Lebensabschnitt noch 20 Jahre hindurch zu genießen und auf zahlreichen Reisen fremde Welten zu erleben. Fakultät und Absolventenvereinigung fühlen sich über den Tod hinaus mit Prof. Dr. Hans Menkens verbunden und werden sein Andenken in Ehren halten.



