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Pressemitteilung
Sonntag, 1. Januar 2006, 13.45 Uhr

Internet-Piraten das Handwerk legen

Simon Buß

Dieses Ziel verfolgten Simon Buß von der Fachhochschule Osnabrück und Jens Vogel von der Fachhochschule Zittau/Görlitz in ihren  Diplomarbeiten mit dem Schwerpunkt „Automatisierte Recherche von Markenpiraterie im Internet“. Dafür erhielten sie jetzt den 2. Preis im Wettbewerb des größten Verbands für IT-Sicherheit in Europa, des Competence Center for Applied Security Technology. Der Preis ist mit 2.500 Euro notiert.

 

„Es gab eine Ausschreibung vom Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) zum Thema Markenpiraterie“, erzählt Simon Buß, der Medieninformatik an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik studiert hat. „Jens Vogel und ich haben uns separat darauf  beworben und  haben gemeinsam in den Räumen des IGD am Projekt gearbeitet“.

 

Das Thema der Diplomarbeit, die Simon Buß unter Betreuung von Prof. Dr. Theodor Gervens u. a. im FH-Laborbereich Softwaretechnik angefertigt hat,  ist hochaktuell: Jährlich verursacht Marken- und Produktpiraterie Schäden in Milliardenhöhe. Eine immer größere Rolle spielt dabei das Internet. Bislang war die Suche nach Verstößen gegen die Rechte der Markeninhaber jedoch nur unter hohem personellen Einsatz möglich.

 

In seiner Arbeit hat der Diplomand ein flexibles System zur Überwachung von Internetinhalten geschaffen, um Verdachtsfälle von Marken- und Produktpiraterie aufzuspüren. Dazu werden Webseiten in Bezug auf ihre Inhalte, z. B. Texte und Bilder, in mehreren Schritten analysiert und bewertet. Das System kann entsprechend dem konkreten Überwachungsszenario konfiguriert werden und soll eine effektive Hilfestellung für die Recherche bieten.

 

Anwendungsbeispiel: Automatisierte Suche nach gefälschten Uhren im Internet in 7 Schritten

1. Der Internet-Detektiv wählt eine Menge an (Start-)Websites, von denen aus die Suche starten soll. 2. Danach bestimmt er einen Text, nach dem gesucht wird. Der Hersteller der Uhren hat digitale Wasserzeichen in Produktbilder einbringen lassen. Diese Signaturen werden in der Konfiguration des Recherche-Auftrags festgelegt. 3. Es sollen Bilder berücksichtigt werden, auf denen die gesuchten Uhren abgebildet sind, Beispielbilder werden dem System zum Vergleichen gegeben. 4. Der Preis einer solchen Uhr kann, sofern es sich um ein Original handelt, nicht unter bspw. 50 Euro liegen. Dieser Wert wird als Grenze definiert. 5. Die Komponenten innerhalb des Systems liefern zu den Texten, Bildern, Preisen auf allen untersuchten Websites Analyseergebnisse. 6. Diese Ergebnisse werden mit einem frei wählbaren Verfahren zu einem Ergebnis pro Dokument zusammengeführt. 7. Der Anwender erhält als Ergebnis der Suche eine nach Relevanz sortierte Liste von Verdachtsfällen, die er sich im Browser ansehen kann.

 

Weitere Informationen zum CAST-Preis finden Sie unter http://www.castforum.de/activities/prize/2005.

 

Dateien:
Simon_Buss.jpg

Von: Pressestelle

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