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Veranstaltung
März 2006

Erster KinderCampus an der FH Osnabrück

Das Organisationsteam des KinderCampus (v.l.n.r.): OLGA PALANDT, DR. NATASCHA CLASEN (VME), BETTINA HINTERNESCH, DANIELA DE RIDDER.

Die „großen-kleinen“ Studentinnen und Studenten erobern im Sommersemester den Wilhelm-Müller-Hörsaal

 

Warum ist die ganze Welt eine Theaterbühne und welche Geschichten erzählt der Boden? Täglich hören Eltern solche oder ähnliche Fragen von ihren Kindern. Und nicht selten sind sie froh, wenn sie diese kniffligen Kinder-Fragen befriedigend beantworten können. Denn Kinder spezialisieren sich  gerne auf die ganz großen Fragen der Menschheit: auf das Warum oder Woher der Welt, die Naturgesetze, Gerechtigkeit und warum es überhaupt Hausaufgaben gibt oder das Taschengeld nie reicht.

 

Auf viele dieser W-Fragen gibt es spannende Antworten, die häufig jedoch nicht in der Sprache der Kinder verfasst sind. Unsere W-Frage: „Was kann man dagegen tun?“

 

Die Antwort der Fachhochschule Osnabrück lautet: KinderCampus – ein Vorlesungsprogramm nur für Kinder!

 

Monatlich finden Vorlesungen zu unterschiedlichen Themen statt. Die Kinder der Jahrgangsstufen fünf und sechs erleben damit dank der Unterstützung der Professorinnen und Professoren der Fachhochschule ein Sommersemester wie die rund 8.000 erwachsenen Studierenden. Weil es beim KinderCampus fast so zugeht wie im richtigen Hochschulbetrieb, erhalten die „Jung-AkademikerInnen“ auch einen Studienausweis.

 

Die Vorlesungen beginnen stets um 16.15 Uhr und dauern in der Regel nicht länger als eine Dreiviertelstunde. Pro Veranstaltung können jeweils 200 Kinder teilnehmen. Daher ein wichtiger Hinweis: Die Anmeldung (auch der Kinder unserer Beschäftigten) ist dringend erforderlich. Jeweils 14 Tage vor jedem Veranstaltungstermin  wird die Online-Anmeldung im Internet freigeschaltet.

 

Die freien Plätze im Wilhelm-Müller-Hörsaal (Albrechtstraße 30) sind dabei ausschließlich für die Kinder reserviert. Allerdings ist eine Leinwandübertragung des Geschehens in die benachbarte Aula für interessierte Eltern, Studierende und Hochschulbeschäftigte geplant. 

 

Die FH Osnabrück hat seit Jahren Erfahrungen mit dem wissbegierigen Kinder-Klientel gesammelt. Dazu zählen zum Beispiel die Veranstaltungen des Programms „Planet Technik“, bei denen Schulteams in Hochschullabors spannende Experimente erleben und „ganz nebenbei“  wichtige Grundlagen der Naturwissenschaften kennen lernen. Beliebt sind auch Angebote zum Girl’s Day oder die Sommerhochschulen für Schülerinnen, die das Gleichstellungsbüro organisiert. Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Daniela De Ridder, die das Projekt KinderCampus leitet, teilt die Begeisterung der mitwirkenden Lehrenden: „Wissenschaftliche Neugierde kennt kein Alter und Hochschulwissen ist keine Geheimwissenschaft! Diesen Beweis gemeinsam mit unseren Professorinnen und Professoren antreten zu dürfen, darauf freue ich mich.“

 

Der KinderCampus wird von einem Team vorbereitet, dem neben der  Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten auch ihre Mitarbeiterin Bettina Hinternesch und die Fundraisingbeauftragte der FH Osnabrück Olga Palandt angehören. Sie haben nicht nur das Konzept erarbeitet, sondern auch die Lehrenden angesprochen und für die Finanzierung des Projektes gesorgt. Verstärkt wird das Team von Vizepräsident Prof. Dr. Peter Seifert, der Presse- und Informationsstelle und dem Verband der Metall- und Elektroindustrie Osnabrück-Emsland (VME), der als Mitinitiator zeigen will, wie spannend der Lernort Hochschule sein kann.

 

Den Anfang macht am 23. März Professor Dr.-Ing. Frank Peter Helmus von der Fakultät Ingenieurwissenschaft und Informatik. Sein Vorlesungstitel ist gleichermaßen Programm: „Wann werden Quietsche-Enten zum Verhängnis?“ Anhand von explosiven Beispielen weckt Prof. Helmus Begeisterung für die Technik und zeigt, dass Ingenieurinnen und Ingenieure auch Verantwortungsbewusstsein für Menschen und Umwelt mitbringen müssen.

 

Die zweite Vorlesung am 27. April führt die Kinder auf die Bretter, die die Welt bedeuten.  Professor Dr. Bernd Ruping von der Fakultät Gesellschaft und Technik entlockt dem Verwirrspiel unserer Wahrnehmung überraschende Geheimnisse. Sein Vorlesungstitel: „Warum ist die ganze Welt eine Theaterbühne?“

 

Professorin Viola Mokrosch vom Institut für Musikpädagogik nimmt am 18. Mai die Kinder mit in eine ganz besondere Bilder- und Klangerlebniswelt. Ihre Frage: „Wie klingt ein Bild?“  Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ stecken den sinnbildlichen Rahmen der Vorlesung, denn es geht um die Frage, wie sich Bilder in Klänge und Klänge in Bilder umsetzen lassen.

 

Niemand möchte gern arm sein. So mancher versucht sein Glück an der Börse – wieder andere hoffen auf den großen Lottogewinn. „Wie werde ich reich?“ lautet am 15. Juni das Vorlesungsthema von Professorin Dr. Andrea Braun von Reinersdorff von der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaft.  Die spannende Antwort dürfte nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern brennend interessieren.

 

Böden sind überall! Wir leben darauf und wir leben davon, aber kaum jemand kennt sie. Diese fatale Wissenslücke schließt nun Professor Dr. Klaus Mueller von der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur am 13. Juli mit seiner Vorlesung „Welche Geschichten erzählt uns der Boden?“

 

Zum Nacherleben, Erinnern und Kennenlernen filmt ein Kamerateam unter der Leitung von Prof. Dr. Karsten Morisse und Prof. Dr. Michaela Ramm alle Vorlesungen des KinderCampus. Die beiden Lehrenden bringen mit ihren Studierenden im Anschluss an das erste Semester eine DVD mit allen Beiträgen heraus. Für drei ausgewählte Kinder werden diese Filmaufnahmen zu einem ganz besonderen Erlebnis, denn die drei GewinnerInnen des „Wettbewerbes Kamerakind“ können selber filmen und sich dabei mit Schnitt- und  Aufnahmetechniken vertraut machen.

 

„Eines unserer Ziele war es, den KinderCampus kostenlos anzubieten“, so der Präsident der FH Osnabrück Prof. Dr. Erhard Mielenhausen. Es ist sein Credo, „dass wissenschaftliches Interesse keine Sozial- oder Einkommensgrenzen kennen darf“.

 

Für die Gewinnung von Sponsoren zeichnet daher die Fundraisingbeauftragte Olga Palandt verantwortlich. Unter dem Kampagnentitel: „Hinterlassen Sie Spuren! Eine Patenschaft für den Osnabrücker KinderCampus“ wurden gezielt Personen, Organisationen und Unternehmen angesprochen, die die ideelle wie finanzielle Patenschaft für die Veranstaltungen übernommen haben. „Wir hoffen, dass die Spuren mit den Kindern mitwachsen und sie später wieder zurück an den Ort des Geschehens führen, an die FH Osnabrück“, so Olga Palandt.

 

Ein besonderer Dank geht an Markus Wiethe und sein Team von der Werbeagentur „Wiethe Kommunikativ“, die das gesamte Design des KinderCampus entwickelt haben und  darüber hinaus zu einem wertvollen Ideen- und Ansprechpartner geworden sind. 

 

Für die bestmögliche Präsentation des KinderCampus sorgen die beiden Medienpartner: Die Neue Osnabrücker Zeitung wird die Veranstaltungen ab März durch ihre Berichterstattung für einen jungen Leserkreis begleiten; NDR-Info unterstützt das Projekt mit einer eigenen Sendereihe über die Vorlesungen im Kinderkanal „Mikado“.

 

Der großen Begeisterung des Vorstandsvorsitzenden Franz-Josef Hillebrandt und seines Marketingleiters Johannes-Heinrich Rahe ist es zu verdanken, dass die Sparkasse Osnabrück als ein weiterer Hauptsponsor auftritt. Dass Wissenschaft auch schon etwas für die ganz Jungen sein kann, davon mussten weder  Stefan Engelshove von der Siemens AG noch die  Firma „Produkt + Markt“ überzeugt werden - beide unterstützen den KinderCampus durch finanzielle Beiträge.

 

Mehr Informationen über den KinderCampus, den Wettbewerb zum Kamerakind und die Anmeldung unter: www.KinderCampus-Osnabrueck.de.

 

 

 

Von: Daniela De Ridder, Olga Palandt

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