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VON COMPUTERDATEN ZU EINSATZFÄHIGEN BAUTEILEN

Laboringenieur Marcus Schröter, Prof. Dr. Jürgen Adamek und Prof. Dr. Nils Fölster (v.l.n.r.) präsentieren die neue Laser-Sinter-Anlage für das E-Manufacturing am
E-MANUFACTURING AM DEPARTMENT FÜR MANAGEMENT UND TECHNIK
E-Manufacturing? Was verbirgt sich dahinter? Nur ein weiterer Anglizismus, mit denen man es heutzutage immer öfter zu tun hat?
„E-Manufacturing, auch bekannt als Rapid-Prototyping, ist ein Verfahren, um direkt aus Computerdaten einsatzfähige Bauteile herzustellen, ohne dass eine konventionelle Werkzeugmaschine benutzt wird“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Jürgen Adamek vom Department für Management und Technik (MuT) der Fachhochschule Osnabrück am Standort Lingen. Am Department MuT ist nun eine Anlage in Betrieb genommen worden, die genau dies ermöglicht.
Prof. Dr.-Ing. Nils Fölster stellt die Funktionsweise der sogenannten Laser-Sinter-Anlage vor. „Wir fertigen beliebig geformte Bauteile, indem ein Computermodell des Bauteils in viele dünne Schichten zerlegt wird, und wir die Schichten anschließend einzeln herstellen und wieder zusammenfügen“. Dazu wird ein Kunststoffpulver in einer dünnen Schicht auf eine Plattform aufgetragen und diese Schicht dann punktuell mit einem Laser verschmolzen. Anschließend wird eine neue Pulverschicht aufgetragen und der Laser verschmilzt die nächste Schicht. Dies geschieht so lange, bis das Bauteil komplett gefertigt wurde. Die beiden Professoren für Konstruktionstechnik bzw. Maschinenbau zeigen sich sehr zufrieden mit der Leistungsfähigkeit der neuen Anlage.
Beim E-Manufacturing werden die Grenzen der konventionellen Fertigung mit Werkzeugen aufgehoben. Während bei Verwendung einer konventionellen Werkzeugmaschine, wie z.B.
einer Fräsmaschine oder einer Drehbank, die zu bearbeitende Stelle des Bauteils vom Werkzeug von außen auch erreichbar sein muss, besteht diese Einschränkung beim E-Manufacturing nicht mehr. Damit lassen sich vollkommen beliebig geformte Bauteile bauen. Laboringenieur Marcus Schröter führt die Möglichkeiten an Musterteilen vor. „Hier haben wir zum Beispiel eine Kugel mit Netzstruktur, in deren Inneren sich eine weitere Kugel befndet. Und in der ist wieder eine Kugel.“
Neben der unbegrenzten Formgebung hat die Laser-Sinter-Anlage auch den Vorteil, die Bauteile sehr schnell herzustellen. Daher auch der Name Rapid-Prototyping. Die gefertigten Bauteile sind so stabil, dass sie wie „normale“ Kunststoffteile eingesetzt werden können. „Über das Stadium, nur Prototypen herzustellen, sind die Laser-Sinter-Anlagen bereits hinaus“, fügt Prof. Adamek hinzu. Es können auch direkt Kleinserien hergestellt werden.
Die neue Anlage wird am Department für Management und Technik in Lehre und Forschung eingesetzt. Besonders die Studierenden der Studiengänge Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen freuen sich schon auf die Anlage. Prof. Fölster: „unsere Studierenden bekommen die Möglichkeit, ihre Computer-Konstruktionen und -Entwürfe sofort in der praktischen Anschauung zu testen. Ein wirkliches Bauteil in der Hand zu halten ist immer aussagekräftiger als eine Grafk auf einem Bildschirm. Daneben arbeiten wir auch mit regionalen Unternehmen bei der Erstellung von neu entwickelten Bauteilen zusammen“.
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