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Titelthema
März 2010

GENESEN DURCH GUTE PFLEGE - INTERVIEW

Kathrin Heier und Julian Terbeck waren als Forscherteam mit am Projekt OPTIPPAR beteiligt. Von ihren Erfahrungen mit praktischer Forschung haben sie uns berichtet. 

 

Wie war das für Sie, live bei einem „echten“ Forschungsprojekt dabei zu sein?

Wir hatten zu Beginn einige Schwierigkeiten, uns in die Denkstrukturen qualitativer Sozialforschung zu versetzen. unsere Vorkenntnisse waren eher gering, im Gegensatz zu vielen Kommilitonen, die bereits im Bachelor-Studium einige Erfahrungen sammeln konnten. Umso besser hat uns die Verbindung von theoretischen Grundlagen und Praxisbezug gefallen. Die Möglichkeit, direkt in einem Forschungsprojekt mitzuwirken und dort Erfahrungen sammeln zu können, war in diesem Semester ein ganz besonderes Highlight, aber eben auch eine große Herausforderung. Positiv hervorzuheben ist die Koordination durch das OPTIPPAR-Team. Sie übernahmen die Terminierung mit den Praxisinstitutionen sowie die Erstellung aller Dokumentationsunterlagen. Wir konnten uns dann in der Vorlesung auf kritische Betrachtung des Leitfadens, Methoden und Techniken der Befragung und die Auswertung konzentrieren.

 

Haben Sie sich gut auf die Interviews vorbereitet gefühlt?

Wir hatten ein ziemlich gutes Gefühl, was die Vorbereitung anging. Wir sind die Fragen gemeinsam durchgegangen, um evtl. Stolperfallen, doppelte Fragen und den Zeitaufwand einschätzen zu können. In der Vorlesung wurden uns Techniken gezeigt. Anhand einer Videoaufnahme haben wir ein Interview auf mögliche Schwierigkeiten untersucht, um so der Frage „Wie macht man es nicht?“ auf den Grund zu gehen.

 

Was war in der Praxis anders als in der Theorie?
Wie so oft im Leben kam auch hier der Praxisschock. Trotz der intensiven Auseinandersetzung mit dem Fragebogen und der guten Vorbereitung gab es auch hier einige Dinge, die wir nicht vorhersehen konnten. Statt einem Interviewpartner kamen zwei, die auch gemeinsam interviewt werden wollten – sehr zu unserem Bedauern. Die Schwierigkeit im Interview lag darin, sowohl die Fragen im  Auge zu behalten, um Dopplungen zu vermeiden und das Gespräch dahin zu lenken, wohin man es haben möchte. Leider gelang  uns das nicht immer und so kam es häufger zu den Aussagen: „Das haben wir doch eben schon beantwortet“.


Was nehmen Sie aus dem Projekt für sich mit?
Die theoretischen Grundlagen waren wichtig. Es war sehr gut, "sie" durchzugehen und zeitnah in die Praxis umzusetzen. Jedoch ist für eine solche Erhebungsmethode sehr viel Erfahrung nötig. Wir haben gemerkt, dass es sehr viel schwieriger ist, die Theorie in die Praxis umzusetzen, als wir gedacht haben. Da hilft nur weitermachen. Wir haben nun den Eindruck, den Umfang eines solchen Projektes und den damit verbundenen Aufwand viel besser einschätzen zu können.Unsere anfänglichen Schwierigkeiten mit der qualitativen Sozialforschung haben sich am Ende des Semesters gebessert.

 

Julian Terbeck schreibt aktuell an seiner Masterarbeit und setzt seine Erfahrungen, die er in dem Projekt gewonnen hat, um. Er führt eine qualitative Erhebung in zwei Krankenhäusern durch.

 

Von: Miriam Riemann

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